Fefes Blog war ein Watchblog des deutschen IT-Sicherheitsexperten Felix von Leitner, Spitzname Fefe. Seit der Gründung am 31. März 2005Peter Mühlbauer: Die List der Vernunft. In: Telepolis. 31. März 2015 (abgerufen am 31. März 2015). kommentierte von Leitner dort aus der Sicht eines Nerds und IT-Experten das Zeitgeschehen.dctp: BILD-ZEITUNG FÜR NERDS in der Reihe Meinungsmacher 2010 bei 1:05 Abgerufen am 25. November 2020. Weitere Themen waren Verschwörungstheorien, Software-Sicherheitsprobleme und Leaks.
Fefes Blog war laut Taz 2015 ein Leitmedium der Nerdszene. Fefes provokative Rhetorik polarisierte und rief regelmäßig starke Reaktionen auch außerhalb der Nerdszene hervor.BILD-ZEITUNG FÜR NERDS in der Reihe Meinungsmacher 2010, abgerufen am 25. November 2020. Zum Konzept des Blogs gehörten das puristische Design mit kaum formatiertem HTML-Text ohne grafische Gestaltung und die Realisierung mittels selbst geschriebener Software. Eine Kommentarfunktion gab es nicht. Stattdessen ergänzte Fefe seine Beiträge mit Updates, die auf Rückmeldungen seiner Leser zurückgehen.
Nach den Einträgen am 16. Mai 2025 gab es eine mehrmonatige Pause und erst am 6. Dezember 2025 wieder einen Eintrag. Seitdem wurden keine Einträge mehr gepostet.
Person Felix von Leitner (* 1973)Meedia: . Abgerufen am 26. November 2020. ist IT-Sicherheitsberater, Programmierer, Datenschutzaktivist und Blogger. Seit 1993 veröffentlicht von Leitner Software.eco Verband der Internetwirtschaft e. V.: Felix von Leitner Abgerufen am 26. November 2020. Er ist der Chefentwickler der Software ncp und diet libc sowie weiterer kleiner Programme.Advogato: .
Zu Anfang seiner Laufbahn programmierte er als Student 1997 eine Nachrichtensuchmaschine namens Paperboy. Er wurde dafür von Verlagen verklagt.Dietmar Hipp: Bundesgerichtshof erlaubt Deep Links. In: Spiegel Netzwelt am 18. Juli 2003. Abgerufen am 6. Dezember 2020. Die Klage ging über mehrere Jahre durch alle Instanzen und wurde in letzter Instanz abgewiesen.dctp: BILD-ZEITUNG FÜR NERDS in der Reihe Meinungsmacher 2010 bei 19:53 Abgerufen am 25. November 2020.
1999 gründeten Felix von Leitner und Özgür Kesim das IT-Sicherheitsunternehmen Code Blau, beide sind Geschäftsführer.Code Blau GmbH: Impressum. Abgerufen am 26. November 2020.
Felix von Leitner war Mitglied des Chaos Computer Clubs Berlin, aus dem er am 19. Januar 2016 austrat.Tue Jan 19 2016. In: Fefes Blog. Abgerufen am 27. November 2020.
Blog Ende März 2005 ging Fefes Blog erstmals online. Fefe nutzt dafür seine Website, auf der er auch seine Software und Vorträge veröffentlicht.dctp: BILD-ZEITUNG FÜR NERDS in der Reihe Meinungsmacher 2010 bei 0:12 Abgerufen am 25. November 2020.
Inhalte mini|Fefe auf dem Podium des Chaos Communication Congresses 2009
Felix von Leitner veröffentlichte in seinem Blog täglich Nachrichtenmeldungen und kommentierte diese. Stilistisch bediente er sich bei seinen Kommentaren „einer unverstellt wirkenden Alltagssprache mit Jargonelementen aus der IT-Szene“, wodurch seine Äußerungen als Meinungen zu verstehen waren.Stephan Breuer: Über die Bedeutung von Authentizität und Inhalt für die Glaubwürdigkeit von Webvideo-Formaten in der Wissenschaftskommunikation. In: Caroline Y. Robertson-von Trotha, Jesús Muñoz Morcillo: Öffentliche Wissenschaft und Neue Medien. Die Rolle der Web 2.0-Kultur in der Wissenschaftsvermittlung. KIT Scientific Publishing, 2012, S. 109 f.
In einem Interview mit dem Medien-Branchendienst Meedia erläuterte von Leitner, dass er sich nicht als Nachrichtenquelle sehe und „keinen Anspruch auf Wahrheit oder vollständige Berichterstattung erhebe“. Außerdem wurden nach eigenen Angaben im Blog gelegentlich gezielte Falschmeldungen verbreitet, mit dem erklärten Ziel, die Medienkompetenz der Leser zu steigern.
Wiederholt wurden Veröffentlichungen aus Fefes Blog in anderen Medien aufgegriffen: So etwa in der Diskussion um Internetsperren und über Löschungen in der deutschsprachigen Wikipedia.
Ein Schwerpunkt der Blogbeiträge waren Veröffentlichungen von Sicherheitslücken, die zum Teil eine beträchtliche Tragweite hatten. Bei heise Security wird von Leitner als Sicherheitsspezialist mit Verweis auf seine Blogbeiträge zitiert.
2006 veröffentlichte von Leitner ein geheimes Dokument des Bundeskriminalamts zum Thema Verdachtskriterien islamistischer Terrorismus. Das Bundeskriminalamt mahnte den Blogger nach eineinhalb Jahren wegen der Veröffentlichung ab. Ebenfalls 2006 machte er auf Probleme der Elektronischen Gesundheitskarte aufmerksam.
Im Zusammenhang mit Polizeiübergriffen am Rande der Demonstration unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ am 12. September 2009 wurde ein Video der Übergriffe zuerst auf Fefes Blog veröffentlicht.Jens Ihlenfeld: Freiheit statt Angst: Ermittlungen gegen Polizisten – Video zeigt rabiates Vorgehen der Polizei. In golem.de. 13. September 2009, abgerufen am 25. November 2024. Verschiedene Medien berichteten über den Vorfall mit Fefes Blog als Quelle für das Zeugenvideo.
Ende 2009 thematisierte Leitner auf seinem Blog die Verfahren zur Löschung von Artikeln in der Wikipedia. Es folgte eine Internetdebatte über die Relevanzkriterien der Wikipedia, also die Abgrenzung zwischen zulässigen und nicht zulässigen Lemmata beziehungsweise Artikeln, die auch außerhalb der Wikipedia geführt wurde, insbesondere als auch der Wikipedia-Artikel Fefes Blog nach einem Löschantrag zur Diskussion stand.Kai Biermann: Die Diktatur der Relevanz. In: Zeit Online am 23. Oktober 2009. Abgerufen am 26. November 2020
Im April 2014 äußerte von Leitner in seinem Blog den Verdacht, der Heartbleed-Bug könnte eine durch den Programmierer gegen Bezahlung absichtlich eingebaute Backdoor sein.
Rezeption Stefan Mesch beschrieb 2010 in Der Zeit Leitners Beiträge als süffisant formulierte und pessimistische Schlussfolgerungen, die „oft […] nah an der Verschwörungstheorie“ seien, aber oft auch „brisante Zusammenhänge“ zeigten.
Zum zehnjährigen Bestehen von Fefes Blog 2015 kritisierte der Blogger Michael Seemann Fefe und die „Fefisten“ in der Taz. Seiner Meinung nach betreibe Fefe mangelhafte Recherche, Hetze gegen Minderheiten und habe undifferenzierte Sichtweisen. Sein Blog sei eine „Hassmaschine“, „das Leitmedium von ahnungslosen, reaktionär-ignoranten Arschlochnerds“.
Ebenfalls zum zehnjährigen Bestehen schrieb Jürgen Kuri, Redakteur bei heise online und c’t, dass neben der Verantwortung Leitners für die von ihm veröffentlichten Inhalte auch seine Leser dafür verantwortlich seien, wie sie mit diesen umgehen.
Verbreitung Das Wikio-Blog-Ranking wertete das Blog im Oktober 2009 auf Platz 1 der deutschen Blogs in der Kategorie Gesellschaft. Bei den Deutschen Blogcharts fiel das Blog vom fünften Platz (2009) auf Platz 66 (2013) in einer Liste der am häufigsten referenzierten Weblogs Deutschlands.
Bei der Bloganalyse Rivva erreichte Fefes Blog 2009 Rang 10 unter den deutschen Online-Leitmedien, während die Blog-Charts von Twingly es im Oktober 2009 nicht erwähnten.
Nach Daten des Google-Ad-Planners verzeichnete das Blog im Jahr 2011 rund 220.000 Zugriffe pro Monat und belegte damit zu dieser Zeit Platz 10 unter den deutschen Blogs. Im April 2010 nannte Leander Wattig auf seiner Plattform Orbanism Fefes Blog auf Platz 5 der deutschen 100 Top-Blogs.Leander Wattig: In: Orbanism. am 18. April 2010. Abgerufen am 26. November 2020.
Im Februar 2012 schrieb Rainer Meyer auf Blogbar.de: „Natürlich ist Fefe eine Herausforderung für diese Leute. Weil er wie sonst niemand in Deutschland im Bereich der Netzpolitik entscheiden kann, ob ein Thema hochkommt und Reichweite erhält. Fefe hat eine Reichweite grösser als wichtige Nachrichtenmedien, und so gut wie keine Streuverluste.“Rainer Meyer als Don Alphonso: Kill Fefe in der Fail-Edition für Internetzwerge. In: Blogbar.de am 24. Februar 2012. Abgerufen am 26. November 2020. Im Juli 2013 stellte die FAZ ihren Interviewpartner Felix von Leitner als einen der einflussreichsten Blogger vor.Michael Hanfeld: Der Überwachung entgehen? Das macht richtig viel Arbeit!. In: FAZ am 3. Juli 2013. Abgerufen am 26. November 2020. Im März 2015 berichtete netzpolitik.org, dass Fefes Blog nach Google, Facebook und Twitter der Traffic-Bringer Nummer vier für ihren Blog sei.Markus Beckedahl: Happy 10 Jahre Fefes Blog. In: netzpolitik.org am 31. März 2015. Abgerufen am 26. November 2020. Im März 2015 stufte Die Tageszeitung Fefes Blog als das Leitmedium für den reaktionär-ignoranten Teil der männlichen deutschen Netzszene ein und bezeichnete Fefes Blog als diskursmächtig.
Im September 2018 wurde Fefes Blog bei der ownCloud conference als einer der Top-50-Blogs in Deutschland vorgestellt.ownClouders: ownCloud conference 2018 Felix von Leitner: (Fefes Blog) Admin Antipatterns am 19. September 2018. Abgerufen am 26. November 2020. Im März 2020 bezeichnete Meedia Fefe als einen der renommiertesten IT-Blogger Deutschlands.Meedia: am 24. März 2020. Abgerufen am 26. November 2020.
Von Mitte Mai bis Anfang Dezember 2025 wurde der Blog, der zuvor über Jahre fast täglich aktualisiert wurde, nicht mehr mit aktuellen Meldungen versehen. Zugleich ist das Let’s-Encrypt-Zertifikat nicht erneuert worden. Ende 2025 war der Blog nur noch unverschlüsselt über seine http-Adresse erreichbar. Seit dem 6. Dezember 2025 erfolgten keine weiteren Einträge.
Seit Juli 2026 ist die Seite nicht mehr online.Fab.industries:
Technik Das Blog basierte auf einer von Felix von Leitner selbst entwickelten Software. Sie wurde in der Programmiersprache C geschrieben und verwendete die ebenfalls von ihm entwickelten Programmbibliotheken diet libc und libowfat sowie den Webserver gatling und den LDAP-Server tinyldap. Im Oktober 2015 erreichten „die LDAP-Rohdaten dieses Blogs“ die Größe von 23 MB.
Felix von Leitner ist ein Verfechter einfacher Software und erklärter Gegner von Bloatware. Dementsprechend verzichtete Fefes Blog auch bewusst auf Techniken wie PHP, Java, JavaScript, MySQL und PostgreSQL, obwohl zumindest ein Teil der zur Pflege verwendeten Skripte in Perl geschrieben war. Bei den ausgegebenen HTML-Seiten verzichtete das Blog auf einige strukturierende Elemente wie <head> oder <body>. Auch setzte es standardmäßig keine Cascading Style Sheets ein (bis auf einzelne Inline-Styles), allerdings konnten Leser eigene Stile auf die Seite anwenden, indem eine CSS-Datei im URL angegeben wurde.
Die Software bot keine Möglichkeit, Kommentare und Trackbacks zu Beiträgen im Blog zu hinterlassen. Von Leitner begründete dies mit der aus seiner Sicht sonst notwendigen Vorzensur, um sich vor Prozessen vor der Pressekammer Hamburg zu schützen.
Podcast mini|150px|Logo von Alternativlos
Als eine Ergänzung des Blogs veröffentlicht Felix von Leitner zusammen mit dem Chaos-Computer-Club-Sprecher Frank Rieger seit Juli 2010 einen eigenen Podcast. Das Alternativlos genannte Angebot – benannt nach dem gleichlautenden politischen Schlagwort – erscheint in unregelmäßigen Abständen. Im Gegensatz zu Fefes Blog versucht Alternativlos, die jeweiligen Inhalte mit hinreichender Tiefe zu behandeln. Am Ende des Jahres 2011 wurde Alternativlos von DRadio Wissen bei den Netzprojekten des Jahres in der Rubrik „Politischer Podcast“ zum Podcast des Jahres gekürt; Tobias Lenartz schrieb: „Der Podcast Alternativlos.org ragt heraus – thematisch und stilistisch.“Tobias Lenartz: Die politischen Podcasts des Jahres. In: DRadio Wissen. Webarchiv