mini|Blick vom Marineehrenmal in Richtung Süden auf Laboe und die Kieler Fördemini|296x296px|296x296pxBlick auf Laboe von der Kieler FördeDas Ostseebad Laboe [] ist eine Gemeinde in der Probstei im Kreis Plön in Schleswig-Holstein am Ostufer der Kieler Förde. Die Gemeinde ist ein Wohn- und Urlaubsort und schmückt sich mit dem Slogan „Die Sonnenseite der Kieler Förde“. Laboe gehört zu den gehobenen Wohnorten mit einem deutlich höheren Quadratmeterpreis als in vielen anderen Orten in der Umgebung.

Geographie Lage Laboe liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Kiel. Im zentral örtlichen System des Landes Schleswig-Holstein ist die Gemeinde am äußersten Ende der östlichen Siedlungsachse der Kieler Förde, eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt, gelegen. Etwas entfernt im Norden beginnt um die dänischen Inseln Langeland und Ærø die so genannte „Dänische Südsee“. Laboe liegt am Westufer der feld-, wald- und seenreichen Landschaft Probstei und gehört somit historisch zu Holstein.

Ortsteile Laboe hat mehrere Ortsteile, die jeweils ihren eigenen Charakter haben. Die wichtigsten sind das Ober- und das Unterdorf. So befinden sich im Unterdorf die Verwaltung, zahlreiche Geschäfte und der Schwerpunkt des Kur- und Tourismusbetriebes sowie die Häfen. Mit seinem Oberdorf hat Laboe sein altes dörfliches Zentrum bewahrt, das in seiner Grundstruktur als Anlage eines Runddorfes weitgehend unversehrt erhalten ist. Um ein ursprünglich als Anger ausgebildetes Zentrum gruppieren sich zur Mitte hin offene Hofanlagen. Dazwischen liegt noch eine ganze Reihe kleiner Katen und Nebengebäude. Die ursprünglich mit einer Baumreihe alleeartig betonte, sich ringförmig um das Zentrum legende Wegführung hat sich ebenfalls zum großen Teil erhalten. In der jüngsten Vergangenheit vollzog sich im Oberdorf eine wesentliche bauliche Entwicklung der Gemeinde mit der „Wulff’schen Koppel“. In Zukunft sollen im Südosten der Gemeinde mehrere Baugebiete in einer Größenordnung von etwa 600 Wohneinheiten, angrenzend an bereits vorhandene Siedlungen erschlossen werden.

Nachbargemeinden Zu den angrenzenden Gemeinden gehören Brodersdorf, Stein, Lutterbek, Wendtorf und Heikendorf. Südlich der Gemeindegrenze befindet sich das Bundeswehrmunitionsdepot Laboe. Der Nahbereich von Laboe umfasst etwa 10.000 Einwohner.

Geschichte

1226 kam das Gebiet zwischen dem Köhner Mühlbach im Osten und der Hagener Au im Westen sowie der angrenzende Wald in den Besitz des Klosters Preetz, daher der Name Probstei. Laboe wurde zwischen 1226 und seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1240 in der Form Lubodne als Rundangerdorf („Rundling“) angelegt: Um einen kreisförmigen Platz, den Dorfanger, waren die einzelnen Höfe gruppiert (das heutige Oberdorf).

Jedoch bestand vermutlich bereits vorher ein slawisches Fischerdorf namens „Lubodne“, zu deutsch Schwanenort. Der Name stammt aus dem Ostseeslawischen, da Laboe in Wagrien liegt, jenem Teil Holsteins, der vormals slawisch besiedelt war. Vgl. polnisch , („Schwan“); russisch / lebed' (dasselbe). Der Schwan ist auch das Wappentier Laboes. Abschleifender Sprachgebrauch machte aus „Lübod’n“ dann nach dieser Auffassung: Lübode, Lüboe, Laboe.

1643 kam es auf dem „Rütersoll“ – beim heutigen Friedhof – zu einer Schlacht zwischen den um die Vormachtstellung an der Ostsee kämpfenden Dänen und Schweden, Laboe wurde bei dem Gefecht fast vollständig niedergebrannt. Beim Mergelgraben wurden fünfzig in einem Massengrab liegende Skelette, Waffenteile und Münzen gefunden.

Von 1796 bis 1808 war der Lehrer und Entdecker der Kuhpockenimpfung Peter Plett an der Schule in Laboe tätig.

Seit 1880 gibt es die Freiwillige Feuerwehr Ostseebad Laboe. Bis zum Jahr 2000 befand sich das Feuerwehrhaus im Oberdorf, in dem Jahr zog die 45 (Sollstärke 55 Einsatzkräfte) Mitglieder starke Feuerwehr in ein neues Feuerwehrhaus am Schwanenweg 7. Im Bereich der Schiffsbrandbekämpfung arbeitet die Feuerwehr Laboe mit der DGzRS und dem stationierten Rettungskreuzer zusammen.

Eines der Wahrzeichen Laboes, die Mühle, dreht seit 1872 ihre Flügel. Der Müllermeister Merz hatte sie vom Flügelbauer Mai errichten lassen. 1904 brannte die Mühle ab, wurde 1906 neu erbaut, 1914 (aus strategischen Gründen) wiederum abgebrannt und 1923 von Müller W. Thiessen nochmals aufgebaut. Vor Jahren gewährten die Gemeindevertreter und der Kreisausschuss des Kreises Plön für Erhaltung der Mühle einen namhaften Zuschuss, um sie vor dem angedrohten Abbruch zu retten.

Seit 1875 trägt Laboe den Zusatz „Ostseebad“, um 1900 waren die alten ländlichen Strukturen des vorigen Jahrhunderts zwar noch vorhanden, aber die Wandlung des ländlichen Lebens im Umland der Großstadt Kiel war bereits deutlich vorangeschritten.

Laboe war über die Schiene durch eine in Trensahl abzweigende Zweigstrecke der Bahnstrecke Kiel–Schönberger Strand erreichbar.

Im Rahmen der Verwaltungsstrukturreform des Landes Schleswig-Holsteins trat die bis dahin amtsfreie Gemeinde Ostseebad Laboe zusammen mit den Gemeinden Schönberg (Holstein) und Stoltenberg mit Wirkung zum 1. Januar 2008 dem Amt Probstei bei, ein Teil der Amtsverwaltung befindet sich im Ort.

Politik

Am 1. September 2004 wurde der Name der Gemeinde durch die Gemeindevertretung in „Ostseebad Laboe“ geändert.

Gemeindevertretung Bei der Kommunalwahl 2023 wurde die Wählerinitiative Pro Laboe (WIP Laboe) mit 10 Sitzen stärkste Kraft in Laboe. Die CDU kommt auf 6 Sitze und die Laboer Wählergemeinschaft (LWG) sowie die Grünen kommen auf je 4 Sitze, die SPD auf 3 und die Wählergemeinschaft GEMEINSAM auf 2 Sitze.

Bürgermeister Nachdem am 29. August 2018 durch Hauptsatzungsänderung die Rückkehr zur Hauptamtlichkeit des Bürgermeisters beschlossen worden war, konnte sich bei der Wahl am 17. März 2019 der von den Grünen vorgeschlagene parteilose Heiko Voß mit 67,88 % gegen die Kandidaten von SPD und CDU durchsetzen. Am 1. Juni 2019 trat er sein Amt an. Bei der Bürgermeisterwahl am 2. März 2025 wurde Voß mit 56,6 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.Direktwahl einer Bürgermeisterin / eines bürgermeisters in der Gemeinde Laboe auf wahlen-sh.de abgerufen am 6. März 2025

Wappen Das Wappen und die Flagge wurden am 8. Oktober 1959 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau über silbernen Wellen im Schildfuß ein auffliegender, rot bewehrter silberner Schwan, links begleitet von einem gestürzten goldenen Anker.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]

Die zentrale Figur des Ortswappens, der auffliegende Schwan, bezieht sich auf den Namen der Gemeinde. „Laboe“ ist slawischen Ursprungs und bedeutet in der ausgestorbenen polabischen Sprache „Schwan“. Die Lage des Ortes an der Kieler Außenförde, dessen Erwerbsgrundlage früher bevorzugt der Fischfang, heute zunehmend der Fremdenverkehr ist, macht eine Benennung nach dem am Wasser heimischen, auch in dieser Region stark vertretenen Vogel wahrscheinlich. Der Anker belegt die Verbundenheit der Gemeinde mit der Schifffahrt. Er weist auch auf das Bauwerk hin, mit dem Laboe in erster Linie in Verbindung gebracht wird: das 1927–1936 erbaute Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine.

Das Wappen wurde von dem Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert gestaltet.

Flagge Die Flagge von Laboe zeigt inmitten eines weißen, oben und unten von je einem schmalen blauen Streifen begrenzten Tuchs, doch etwas zur Stange hin verschoben, das Wappen der Gemeinde.

Gemeindepartnerschaften Neumarkt im Hausruck in Oberösterreich Zingst in Mecklenburg-Vorpommern Vihula in Estland Eldridge in Iowa/USA

Wirtschaft und Infrastruktur Laboe ist ein Zentralort und stellt für die Bevölkerung ihres Verflechtungsbereichs die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen des Grundbedarfs sicher. Der Tourismus bildet für den Ort den mit Abstand wichtigsten Wirtschaftszweig.

mini|Der Strand von Laboe im Winter (2007) mini|Yachthafen Laboe

Häfen In Laboe gibt es zwei Yachthäfen mit über 700 Liegeplätzen, einen Fischereihafen sowie einen Gewerbehafen mit einem Museumssteg. Neben den Hochseeangelfahrten gibt es die Möglichkeit, Segelschiffe zu chartern, oder verschiedene Segelscheine in Segelschulen zu erwerben. Eine Surf- und Kiteschule komplettiert das Angebot. Vom Gewerbehafen aus starten im Sommer auch Ausflugsschiffe ihre Fahrten in See.

Bereits im Jahr 1817 nutzten Fischer eine Landungsbrücke, die in nordwestliche Richtung in die Förde verlief. Im Laufe der Jahre wurde diese Landungsbrücke von den Fischern ausgebaut, um die wachsenden Anforderungen zu erfüllen. Wegen Verlandung aufgrund von Stürmen und Sturmfluten konnten größere Boote und Kähne allerdings auch an diesem Anleger bald nicht mehr festmachen.

Im Jahr 1850 vereinigten sich deshalb Schiffer, Fischer und Bootsführer, um einen Bootshafen bei Laboe zu bauen. Das Gelände hierfür wurde dem gegründeten Hafenverein vom Kloster Preetz pachtweise überlassen. Der Hafen wurde zu einem wichtigen Umschlagpunkt in der Kieler Förde: 1869 zählte der Hafenvorstand 3465 ein- und auslaufende Schiffe; fast der gesamte Umschlag der Region um Laboe lief über den Hafen. Die Probstei war lange Zeit die Kornkammer der ganzen Region. Per Schiff wurde Getreide vom Laboer Hafen bis in die skandinavischen Länder transportiert.

Auch für die Kriegsmarine hatte Laboe eine gewisse Bedeutung, da der Hafen den Umschlag von Material für die Küstenbefestigung ermöglichte. In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs suchten viele Schiffe aus dem Osten Zuflucht in den Häfen der westlichen Ostsee. Nach dem Kriegsende blieb ein Teil der Besatzungen und verstärkte Laboes kleine Fischereiflotte.

Zur Segelolympiade 1936 wurde der Hafen an der Südmole ausgebaut, um die vielen Fahrzeuge der Regattasegler aufnehmen zu können.

Der Laboer Hafen wurde seit 1988 in jedem Jahr mit der blauen Umweltflagge für saubere Meere ausgezeichnet. Diese Auszeichnung, die von der Stiftung für Umwelterziehung vergeben und in der Bundesrepublik Deutschland durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung verliehen wird, erhalten Hafenträger, die sich in besonderem Maße für den Umweltschutz und die Aufklärung verdient gemacht haben.

Rettungsstation der DGzRS 75px|links|DGzRS-Logo Bereits seit 1894 befindet sich im Hafen eine wichtige Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) für das stark befahrene Revier in der Kieler Bucht und der Ostsee. Lange Zeit waren hier zwei Rettungseinheiten stationiert, die von freiwilligen oder fest angestellten Mitarbeitern besetzt wurden. Nach verschiedenen Motorrettungsbooten lag ab 1963 ein moderner Seenotrettungskreuzer im Hafen an der Südmole. Seit 2012 befindet sich neben dem modernen Stationsgebäude das DGzRS-Informationszentrum Nord.

Bildung Die Gemeinde verfügt über folgendes Angebot an Bildungseinrichtungen: Grundschule Laboe offene Ganztagsschule Kindergärten Volkshochschule Gemeindebücherei Jugendzentrum Kulturzentrum

Verkehr Der Individualverkehr erreicht Laboe über die B 502, die südlich des Ortes vorbei führt. Im Gemeindegebiet von Probsteierhagen zweigt höhenfrei die Kreisstraße 24 ab, die in der Nachbargemeinde Brodersdorf in die Kreisstraße 30 übergeht und östlich des Ortskerns vorbei führt.

Das Ostseebad Laboe ist in den Verkehrsverbund Region Kiel eingebunden. Der Ort verfügt über ein integriertes Busverkehrsnetz mit mehreren Linien. Ergänzend besteht auch ein Anschluss via Linienschifffahrt der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel von und nach der Landeshauptstadt.

Im touristischen Radverkehr hat Laboe direkten Anschluss an die Fernroute des Ostseeküsten-Radwegs, der innerhalb des EuroVelo-Netzes einmal um die ganze Ostsee herum führt.

Naturschutz/Erholung mini|Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe