Diese Liste ist ein kommentiertes Verzeichnis der veröffentlichten Kompositionen von Karlheinz Stockhausen. Basis ist die Werkliste des Stockhausen-Verlages (siehe unter Weblinks). Weitere Informationen entstammen der angegebenen Literatur, insbesondere der Werkliste der Universal Edition und den gesammelten Schriften des Komponisten.

Stockhausen hat 370 einzeln aufführbare Werke geschrieben; diese sind häufig Teile größerer Zyklen oder Auszüge aus größeren Werken, vor allem den Opern der späteren Jahre. Die Werke mit den gebrochenen Nummern aufsteigend bis wurden ursprünglich nicht vom Komponisten als gültig anerkannt und mit einer Nummer versehen. Erst 1971 gab Stockhausen die Werke frei; einige waren schon uraufgeführt, später aber zurückgezogen worden und erfuhren im Laufe der Jahre Nachbearbeitungen. Einige wurden auch erst 1971 uraufgeführt.Blumröder Grundlegung, S. 79

Stockhausen benutzte später auch gebrochene Nummern für von anderen Werken abgeleitete Stücke (zum Beispiel für abweichende Instrumentation) sowie, insbesondere im Opernzyklus Licht, für selbständig aufführbare Teilwerke.Blumröder Grundlegung, S. 80 In späten Werken gab es aus diesen wieder nummerierte Auszüge, wobei die Auszugsnummern teilweise wiederum gebrochen waren. mini|Karlheinz Stockhausen (2005)

Frühwerke Nr. Titel• Teilwerke Instrumente KomponiertUraufführungWidmung Dauer Anmerkungen Chöre für DorisStockhausen Texte 4, S. 32ff Chor K: 1950U: 21. Oktober 1971 (Paris), Kammerchor Marcel CouraudW: Doris Stockhausen-Andreae 9–10′ Konservatoriumsarbeit. Nach Gedichten von Paul Verlaine. • Die Nachtigall • Armer junger Hirt • Agnus Dei Drei LiederStockhausen Texte 4, S. 41ff Altstimme, Kammerorchester K: 1950U: 21. Oktober 1971, Paris, Leitung K. StockhausenW: Doris Stockhausen-Andreae 19–20′ Komposition im Urlaub während der Studienzeit. Erfolglos bei den Darmstädter Ferienkursen eingereicht. (Texte „zu grausam“, Musik „zu altmodisch“). Später als Examensstück in Komposition eingereicht, mit 1 (der besten Note) bewertet. • Der Rebell Text: Charles Baudelaire • Frei Texte von K. Stockhausen • Saitenmann ChoralStockhausen Texte 4, S. 32ff Chor K: 1950U: 21. Oktober 1971 (Paris), Kammerchor Marcel Couraud(Wurde 1950 vom Hochschulchor gesungen und für den Kölner Rundfunk aufgenommenKurtz, Biographie, S. 48)W: Doris Stockhausen-Andreae 4′ Konservatoriumsarbeit. Text K. Stockhausen. SonatineStockhausen Texte 4, S. 46ffBlumröder Grundlegung, S. 32ff Violine, Klavier K: 1951U: Radioaufnahme 1951 für den WDR mit Wolfgang Marschner (Violine) und K. Stockhausen (Klavier). Erste öffentliche Aufführung am 22. Oktober 1971 in Paris mit Saschko Gawriloff (Violine) und Aloys Kontarsky (Klavier) 10–11′ Konservatoriumsarbeit. Stockhausen schreibt 1975: „Alle 3 Sätze, die ohne Pause aneinander anschließen, sind aus einer einzigen Reihe für Melodie, Rhythmus, Lautstärke abgeleitet“.Stockhausen Texte 4, S. 46 KreuzspielStockhausen Texte 2, S. 11fAusführliche Analyse in Blumröder Grundlegung, S. 44ff Oboe, Bassklarinette, Klavier, 3 Schlagzeuger K: 1951U: Die Uraufführung 1952 bei den Darmstädter Ferienkursen endete in einem Skandal.W: Doris Stockhausen-Andreae 11–12′ Punktuelle Komposition mit der übergeordneten Struktur einer kreuzförmigen Bewegung von den Rändern des Tonbereichs durch die mittleren Bereiche und wieder an die Ränder. Die Anordnung der Musiker auf der Bühne und der sitzende Dirigent sind genau vorgegeben. FormelStockhausen Texte 4, S. 51Sabbe Einheit, S. 21ff Orchester (28 Spieler) K: 1951U: 22. Oktober 1971 in Paris unter der Leitung von K. Stockhausen 13′ Komponiert im Anschluss an Kreuzspiel. Vorwegnahme der Formelkompositionstechnik, wegen der er 1951 das Stück als „zu thematisch“ verwarf, die er aber 1970 für Mantra wieder aufnahm. Ursprünglicher Name Studie für Orchester; der jetzige Titel wurde erst für die Veröffentlichung 1971 gefunden. EtudeSabbe Einheit, S. 40ffBlumröder Grundlegung S. 92f Konkrete Musik K: 1952 3′15″ fertiggestellt 1952 in Paris, nach Begegnung mit Pierre Schaeffer. Stockhausen entdeckte das Band erst 1992 in seinem Archiv wieder; bis dahin galt das Werk als verschollen.Stockhausen, Beiheft zur CD des Stockhausen-Verlags SpielStockhausen Texte 4, S. 52ffSabbe Einheit, S. 21ffBlumröder Grundlegung, S. 79ff Orchester K: 1952U: Donaueschinger Musiktage 1952 (gekürzt) unter Hans Rosbaud. Radiofassung SWF Juli 1973 mit dem Sinfonieorchester des Südwestfunks; erste öffentliche Uraufführung der vollständigen Fassung: 14. September 1975 (Berliner Philharmoniker); beide unter der Leitung von K. Stockhausen.W: Doris Stockhausen-Andreae 16′ Zwei Sätze. Stockhausens erster Kompositionsauftrag. In der Uraufführung wurde der zweite Satz in einer gekürzten Fassung gespielt. Die Uraufführung endete in einem Skandal.Hatte ursprünglich mit Nr. als erstem Satz ein dreisätziges Werk bilden sollen. SchlagtrioStockhausen Texte 4, S. 55Stockhausen Texte 2 S. 13–18 Klavier, 2 × 3 Pauken, Klangregelung K: 1952U: 1952 in Hamburg 15–16′ Ursprünglicher Name Schlagquartett, mit einem Paukenspieler mehr (3 × 2 statt 2 × 3 Pauken), aber denselben Noten und Instrumenten. Korrespondenz der 6 Klavieroktaven zu den 6 Pauken; die Pauken sind gegenüber dem Klavier um einen Viertelton verschoben gestimmt. Das Schlagtrio gilt als das am eindeutigsten punktuell komponierte Werk Stockhausens.Richard Toop, Beiheft zur CD WERGO WER 67172: mit dem Ensemble recherche PunkteStockhausen Texte 3, S. 12fBlumröder, Grundlegung, S. 97ffPaul Attinello über die Versionen Orchester, Klangregelung K: 1952, stark überarbeitet 1962 (hörbare Änderungen in weiteren Bearbeitungen bis 1993)U: 20. Oktober 1963, Donaueschinger Musiktage, Leitung Pierre Boulez 26′ (Endfassung von 1993) Die ursprünglichen „Punkte“, die die punktuelle Struktur des Stückes bestimmen, wurden in der Revision von 1962 intern stärker differenziert. Der ursprünglich geplante Titel war „Kontrapunkte“, der dann für ein anderes Werk verwendet wurde.

Nr. 1 bis Nr. 10