Ur-šanabi (Aussprache Ur-schanabi) ist der im Gilgameš-Epos erwähnte göttliche Fährmann des Uta-napišti. Er ist, wie Huwawa, von einem siebenmanteligen Strahlenglanz umgeben, der ihn unangreifbar macht. Zusätzlich verrichtet Ur-šanabi Arbeiten im „heiligen Zedernwald“, wo er die Zedern von den Ästen befreit. Die Szene, in welcher Gilgameš auf Ur-šanabi trifft, spielt wohl an der Meermündung des Flusses eines Edelsteingartens. Siduri, die Wirtin einer Uferschänke, verweist Gilgamesch wegen seiner beabsichtigten Überfahrt zum „Land der Seligen“ an den Fährmann Ur-šanabi:

Es scheint, dass eine Verbindung zwischen Siduri und Ur-šanabi besteht, da Ur-šanabi wahrscheinlich öfter das bewaldete Ufer der Siduri besucht. Gemeinsam mit den göttlichen Wesen „Die Steinernen“ stellt Ur-šanabi ansonsten Stangen für seine Überfahrten her. Gilgameš hat jedoch „die Steinernen“ zerstört und muss nun allein die Stangen anfertigen.

Ur-šanabi und Gilgameš kommen trotz Schwierigkeiten bei der Überfahrt schließlich bei Uta-napišti auf seiner Insel „Land der Seligen“ an.

Literatur Stefan M. Maul: Das Gilgamesch-Epos. Neu übersetzt und kommentiert. 3. durchgesehene Auflage. Beck, München 2006, ISBN 3-406-52870-8.

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