Otto Karl Franz Xaver Mächtlinger (* 24. April 1921 in Reichenberg, Tschechoslowakei; † 29. Dezember 1985 in Zürich, Schweiz) war ein deutscher Schauspieler.
Leben Seine Eltern waren Deutsche und seine Mutter verstarb sehr früh, wodurch er eine enge Bindung zu seiner Schwester Susanne entwickelte. 1937 trat Otto Mächtlinger in die Seemannsschule Hamburg-Finkenwerder ein und wurde nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1940 zur Kriegsmarine eingezogen. Als Folge seiner Kriegseindrücke wurde Mächtlinger nach Kriegsende zum engagierten Kriegsgegner, später zum Kommunisten. Nach dem Krieg schlug er sich als Gelegenheitsarbeiter durch und nahm Gesangsstunden. Eine Ausbildung zum Schauspieler erhielt er nie.
Später heiratete er Edith Müller, mit der er zwei Kinder hatte. Die Ehe wurde aber geschieden. Es folgte eine zweite Heirat mit Antoinette Siegrist. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz 1978 war Mächtlinger freischaffend tätig und wohnte in Dottikon. Am 29. Dezember 1985 verstarb Otto Mächtlinger an einer Krebserkrankung, nachdem er am Abend zuvor noch im Theater am Neumarkt als Dädalus auf der Bühne gestanden hatte.
Mächtlinger hatte Auftritte und Lesungen bei der Schweizerischen Friedensbewegung, Sozialistischen Einheitspartei Westberlin und Partei der Arbeit Zürich.
Theater 1947–1956: Wanderbühne „Coburger Kulturkreis“ (später umbenannt in „Fränkisches Theater“) 1956–1957: Residenztheater München (Leitung: Fritz Kortner) 1957–1970: Schauspielhaus Zürich, unter anderen in John Osborne: Blick zurück im Zorn; Bertolt Brecht: Mutter Courage (mit Therese Giehse), Der kaukasische Kreidekreis und Turandot (Regie: Benno Besson); Friedrich Dürrenmatt: Romulus der Grosse und Frank V; Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter und Andorra 1965/66: Gastspiel an der Freien Volksbühne Berlin (Leitung: Erwin Piscator). Peter Weiss: Die Ermittlung 1970–1978: Nach dem Schauspielhaus-Skandal um die Entlassung von Intendant Löffler 1970 schloss Mächtlinger sich der Truppe um Peter Stein an und wechselte an die Schaubühne am Halleschen Ufer Westberlin. Die Saison begann mit der Aufführung von Brechts Die Mutter mit Therese Giehse in der Hauptrolle. 1985: Theater am Neumarkt Zürich: Dario Fo – Dädalus und Ikarus
Film (Darsteller) 1957: Rübezahl – Herr der Berge 1964: Der Gefangene der Botschaft 1964: Andorra 1968/1969: In dieser Hölle 1968: Bedienung inbegriffen 1969: Das Rätsel von Piskov 1970: Recht oder Unrecht – Gerechtigkeit für Dettlinger 1972: Die Wollands 1975: Familienglück 1976: Sommergäste 1976: Das unwirkliche Ende des Siegfried Braun. Eine Detektiv-Geschichte in Rauschen des Korns 1979: Das gefrorene Herz 1980/1981: Das Boot ist voll 1981/1982: Doktor Faustus 1981: Das Haus im Park 1981: Auf Schusters Rappen 1982: Der Besuch der alten Dame 1983: Heinrich Heine – Die zweite Vertreibung aus dem Paradies 1985/1986: Der schwarze Tanner 1986: Lenz oder die Freiheit
Literatur
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