Die Kappenkreischeule (Megascops atricapilla, Synonyme: Megascops atricapillus, Strix atricapilla, Otus atricapillus, Otus atricapilla), auch Schwarzkappen-Kreischeule oder Kappeneule genannt, ist eine Art aus der Familie der Eigentlichen Eulen. Sie kommt ausschließlich in Südamerika vor.

Erscheinungsbild Mit einer Körpergröße von etwa 23 Zentimetern ist die Kappenkreischeule innerhalb ihrer Gattung eine mittelgroße Art. König et al., S. 302. Der Oberkopf ist schwärzlich, die Federohren sind verhältnismäßig auffallend und die Augen sind braun. Die Gefiederfärbung ist relativ variabel: Graue, dunkelgraue und rotbraune Morphen können in derselben Region vorkommen.

Die Kappenkreischeule kann mit mehreren anderen Kreischeulen verwechselt werden. Die Langohr-Kreischeule ist etwas größer und hat kräftiger ausgebildete Krallen. Die Tropenkreischeule ist etwas kleiner und hat kurze Federohren und gelbe Augen.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet der Kappenkreischeule (grün) Das Verbreitungsgebiet der Kappenkreischeule erstreckt sich von Ostbrasilien bis in die Provinz Santa Catarina. Sie kommt außerdem im Osten von Paraguay und im Nordosten von Argentinien vor. Vermutlich ist sie ein Standvogel. Der Lebensraum sind weiträumige Tropenwälder mit dichtem Unterwuchs. Wichtig für eine Besiedelung durch Kappenkreischeulen ist ein Vorhandensein alter Bäume, die entsprechende Baumhöhlen aufweisen. Die Höhenverbreitung reicht vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von 250 Meter über NN.

Lebensweise Die Kappenkreischeule ist eine nachtaktive Eule. Sie übertagt im dichten Blattwerk von Bäumen oder in Höhlen. Das Nahrungsspektrum besteht vor allem aus Insekten wie Zikaden, Motten und Käfern. Sie frisst außerdem Spinnen und schlägt wahrscheinlich auch kleine Wirbeltiere. Sie nistet in Baumhöhlen. Das Gelege besteht in der Regel aus zwei bis drei Eiern. Es brütet allein das Weibchen. Während der Brutzeit wird es durch das Männchen mit Nahrung versorgt.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Kappenkreischeule erfolgte 1822 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Strix atricapilla. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien basierend auf dem Entdecker der Art Johann Natterer an.Coenraad Jacob Temminck (1827), Tafel 145 & Text.Zum Publikationsdatum siehe Edward Clive Dickinson (2001). 1842 führte Johann Jakob Kaup die Gattung Megascops ein.Johann Jakob Kaup (1842), S. 769 Der Begriff leitet sich von für ab.Megascops The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname »atricapilla« ist ein Wortgebilde aus und .atricapilla The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur verwies er auf Charles Barney Cory, der die Art als nachgewiesen in Paraguay bezeichnete.Charles Barney Cory (1918), S. 26. Das Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 44. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni betrachtete er zwar ebenfalls als Nachweis, doch betont Laubmann, dass Bertoni extra hervorhob vom argentinischen Ufer (margen Argentinia del Río).Alfred Laubmann (1939), S. 227, Fussnote 2 Cory erwähnte außerdem Scops santae-caterinae , 1897Osbert Salvin (1897), S. 37–38 als Synonym zur Nominatform, ein Name der sich auf die Provinz Santa Catarina bezieht und der heute als Langohr-Kreischeule geführt wird. Ephialtes argentina , 1854Martin Hinrich Carl Lichtenstein (1854), S. 7 und Megascops alagoensis , , , & , 2021Sidnei de Melo Dantas (2021), S. 426–427 werden heute ebenfalls als Synonyme betrachtet. Schon 2006 wiesen Sônia Aline Roda und Glauco Alves Pereira auf eine isolierte Population in Alagoas hin.Sônia Aline Roda (2006), S. 331–344

Einzelnachweise

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

Kategorie:Kreischeulen