Bernshausen ist ein Stadtteil von Schlitz im mittelhessischen Vogelsbergkreis.
Geographie Der Ort liegt südwestlich von Schlitz am Waldrand an der Schlitz. Nach Süden zur Gemarkung von Bad Salzschlirf befindet sich der 494 m hohe Sängersberg, ein erloschener Vulkan mit einer Doppelkuppe.
Ortsgeschichte Auf dem Sängersberg befinden sich Reste einer alten Wallanlage, die seine beiden Kuppen umschließt. Mittelalter Die die vermeintlich älteste erhaltene Nennung des Ortes im Jahre 852: „... in Berenhereshusen“Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 36, S. 66. ist eine Fälschung des fuldischen Mönchs Eberhard im Codex Eberhardi. Diese Fälschung wurde um das Jahr 1160 verfasst. In einer Urkunde von 1277 steht: „... nihil iuris habemus in bonis Bernshusen“ (Wir haben keine Rechte an Gütern in Bernshausen).Helfrich Bernhard Wenck: Hessische Landesgeschichte II mit einem Urkundenbuch. Band 2. Frankfurt am Main und Leipzig. 1789. Nr. 197, S. 211.
In der Namensforschung wird der Ortsname als „Siedlung des Berinheri“ gedeutet.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 51.
Die heutige Kirche wurde an Stelle des Vorgängerbaus 1725 erbaut. Neuzeit 1544 verkauften Hen Happel und seine Frau Bela dem Johann Rübenkönig von Homberg (Ohm) einen Malter jährlicher Fruchtzins.StAD, B 13, 450. Bernshausen gehörte zur Herrschaft Schlitz. Johann Andreas Demian: Beschreibung oder Statistik und Topographie des Großherzogthums Hessen, Band 2. LeRoux, Mainz o. J., S. 361. Die Herren des Ortes war die Familie von Schlitz, genannt von Görtz. Hans von Schlitz, genannt von Görtz, verlieh am 2. Mai 1565 erbrechtlich eine Mühle an den Bernshäuser Einwohner Hans Heye, genannt Herochs.StAD, B 8, 9/193. Am 20. September 1578 versprach Hans von Schlitz, dem Eustachius von Schlitz, genannt von Görtz, die von ihm empfangenen Güter in Bernshausen, Fraurombach, Pfordt und Üllershausen wieder zurückzugeben, falls er es verlange.StAD, B 8, 2/51.
Im Ort galten die Schlitzer Verordnungen aus dem 18. Jahrhundert zusammen mit Teilen des Fuldischen Rechts als Partikularrecht. Das Gemeine Recht galt nur, soweit diese speziellen Regelungen für einen Sachverhalt keine Bestimmungen enthielten. Dieses Sonderrecht behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen im 19. Jahrhundert. In der gerichtlichen Praxis wurden die Verordnungen aber nur noch selten angewandt. Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 104 und beiliegende Karte. Das Partikularrecht wurde zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.
Am 31. Dezember 1971 wurde Bernshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Schlitz eingegliedert.
Politik Ortsvorsteher ist Walter Schaaf (Stand Mai 2021).
Sehenswürdigkeiten Für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Bernshausen.
Am Ortsrand steht seit mehr als 400 Jahren die Hehrmühle, gegenwärtig die größte Roggenmühle in Hessen.
Verkehr Am Ortsrand verläuft die Landesstraße 3141, die Bernshausen mit Nieder-Stoll und Schlitz verbindet.
Einzelnachweise
Literatur
Weblinks
Stadtteil Bernshausen im Internetauftritt der Stadt Schlitz.
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