Der Glücksburger Wald ist ein insgesamt 600 Hektar umfassendes Waldgebiet in Schleswig-Holstein, dessen Gebiet fast vollständig zur Stadt Glücksburg gehört, aber insgesamt ein Teil des Staatsforstes Flensburg ist.

Die Waldflächen mini|Herbst im Tremmeruper Wald Zum Glücksburger Wald, in dem 24 Baumarten vorkommen, gehören vier Waldgebiete: Tremmeruper Wald, Wille, Friedeholz sowie der Schlosswald. Die Glücksburger Waldflächen sind fast ausschließlich in staatlichem Besitz, nur das sehr kleine Waldstück an der Gorch-Fock-Straße gehört dem örtlichen DRK-Heim.

Durch das Wachstum des Ortes Glücksburg und durch den Bau von Autostraßen wurden die Waldflächen im Laufe der Zeit immer mehr separiert.

Tremmeruper Wald mini|Der Roikier See Südwestlich von Glücksburg liegt der Wald Groß-Tremmerup,Vgl. Falk-Plan welcher von Klein-Tremmerup zwischen dem Schlossteich und dem Glücksburger Ortsteil Sandwig zu unterscheiden ist.Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln. Bd. 2, Husum 1995, S. 364 f. Er ist vorwiegend ein Mischwald, bestehend aus Buchen und Eichen. In der Notzeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Flensburger Wälder im Herbst 1945 zu großen Teilen gerodet; auch der Tremmeruper Wald dürfte davon betroffen gewesen sein.Vgl. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, S. 410. Dennoch sind dort auch über 200 Jahre alte Baumbestände anzutreffen.

Insgesamt sind im Wald 20 km Reit- und Wanderwege ausgewiesen, davon einige hundert Meter als Hundefreilaufzone. Im Zentrum des Waldes befindet sich mit dem Roikier See der einzige richtige Waldsee der Region Angeln, und im Norden der Westerwerker See. Westlich schließt sich auf Höhe Meierwik das Süderholz an, häufig auch Fördewald genannt. Dieses Waldstück erstreckt sich kleinräumig in das Stadtgebiet Flensburgs hinein hinunter bis zur Straße Am Fördewald. Auch das Waldstück im Naturschutzgebiet Twedter Feld südlich der Waldsiedlung Tremmerup gehört zu Flensburg.Vgl. hinsichtlich der Lage vom Tremmeruper Wald auch: Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009, S. 23 und 144 sowie Tremmeruper Forst: Waldärger: Furt ohne Brücke. In: Flensburger Tageblatt. 14. September 2011, abgerufen am 30. Januar 2015 und Neue Brücke im Tremmeruper Forst. In: Flensburger Tageblatt. 24. Oktober 2011, abgerufen am 30. Januar 2015.

Der Tremmeruper Wald insgesamt ist Teil eines Grünzuges, der vom Flensburger Hafen, über das Lautrupsbachtal, Adelby, den Vogelsang, das Weesrieser Gehölz, den Blocksberg und den Tremmeruper Wald bis zum Schloss Glücksburg reicht. Der Waldteil Groß-Tremmerup umfasst eine Fläche von 183 ha, der von Klein-Tremmerup 62,5 ha.Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln. Bd. 2, Husum 1995, S. 364 f. Der Name des Waldes geht auf eine frühere Siedlung Tremmerup zurück. Er ist erstmals 1691 bezeugt und leitet sich vom Personennamen Thrimi ab, der wohl wiederum eine Weiterbildung aus einem alten dänischen *thrimma für hüpfen darstellt.Anders Bjerrum, Kristian Hald und Peter Jørgensen: Sydslesvigs stednavne. Bd. 7.1, 1979, S. 97.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Neumünster 1992, S. 55.Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln. Bd. 1, Husum 1994, S. 364.Der Asterisk (*) zeigt an, dass es sich beim Ausgangswort um eine Form handelt, dich nicht belegt, sondern lediglich rekonstruiert ist.

Anfang des 20. JahrhundertsBäume und Wälder Schleswig-Holsteins. Ein Beitrag zur Natur- und Kulturgeschichte der Provinz, Kiel 1906, S. 176 bzw. dort oder dort. existierte an einem der Waldwege südlich des Westerwerker Sees die Augustabuche, eine Doppelbuche (Fagus sylvatica) (),Aktualisierte, farbige Fassung der Glücksburg-Karte der Preußischen Landesaufnahme von 1926. die nach der Frau eines Oberförsters benannt war. Von der Gestalt des Baums sind folgende Angaben überliefert: „Stammumfang (beider Stämme): 4,59 Meter, Trennungsstelle: 1,30 Meter, Einzelumfang 3,08 Meter und 2,85 Meter, 25 Meter Kronendurchmesser. — Die beiden Stämme waren in der Krone durch einen Querast völlig verbunden, so dass eine vereinigte Krone bestand.“Forstbotanisches Merkbuch. Nachweis der beachtenswerten und zu schützenden urwüchsigen Sträucher, Bäume und Bestände im Königreich Preussen, Berlin 1906, S. 19 bzw. dort

Wille Der Forst Wille (dänisch VildeKristian Hald: Sydslesvigs stednavne. Bd. 7, 1, København 1948, S. 97. oder VilleH. V. Clausen: Sønderjylland, en rejsehåndbog. Tryde 1908, S. 102.) befindet sich zwischen dem Ortsteil Meierwik und dem Glücksburger Gebiet Quellental an der Flensburger Förde am Rande von Glücksburg. Hier trifft man einen der wenigen naturnahen Wälder der kuppigen Grundmoränenlandschaft im Norden Angelns. Der Buchenwald verläuft an Hängen, die zum Fördeufer abfallen. Aufgrund der Windverhältnisse zeigen die Buchen bizarre Wuchsformen. Im Wald selbst trifft man auf zahlreiche floristische Besonderheiten wie z. B. Berg-Hartheu oder den Fichtenspargel.Barbara und Klaus Dierßen: Botanischer Wanderführer - durch den Norden Schleswig-Holsteins. 1994, ISBN 3-529-05407-0, S. 69. Bis in die 2000er Jahre hinein war der Forst Wille bei Sportvereinen beliebt, da er einen Trimm-Dich-Pfad besaß.

Der Name ist erstmals 1668 als Willöe belegt, vermutlich eine Kontamination aus dän. vælde bzw. hvilde (‚herausströmen, herausquellen‘; vgl. vældekilde) und høj für eine Erhebung, und steht somit in einem Bezug zum Quellental. Nach einer anderen Herleitung stammt der Name von einem Pastor Welling, der bis 1582 auf dem Hof Nygaard lebte.Kristian Hald: Sydslesvigs stednavne. Bd. 7, 1, København 1948, S. 97.Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln. Bd. 2, Husum 1995, S. 417.

Friedeholz mini|Urdolmen im Friedeholz mini|Impression aus dem Friedeholz Das rund 300 ha. große Friedeholz (dän. Fredskov) mit seinem Verlauf bis nach Schausende liegt im Kern Glücksburgs. Der Wald wurde im 19. Jh. im Rahmen einer Pflanzungsaktion neu aufgeforstet. Hier befinden sich ein altes Forsthaus, der Sitz der Glücksburger Waldjugend, des Weiteren ein Naturspielplatz für Kinder, ein Gatter mit Wildschweinen sowie der mehrere Kilometer lange Dolmenpfad mit Informationstafeln zu den zehn steinzeitlichen Hünengräbern im Friedeholz. Ein Waldlehrpfad ist nur noch rudimentär vorhanden.

Teile des Waldes gehören zum Naturschutzgebiet Pugumer See mit allgemeinem Betretungsverbot. Seit geraumer Zeit nistet ein Seeadler im Friedeholz, die Lage seines Nistplatzes wird von der Försterei nicht bekanntgegeben.

Im Friedeholz findet man, wie im Tremmeruper Wald, einen Buchen-Mischwald vor, häufig sind in dem Moränengebiet auch Erlen und Eschen anzutreffen, nicht zuletzt in den Bruchwäldern des Forstes. Alte Baumbestände wechseln sich mit Naturverjüngung ab.Barbara und Klaus Dierßen: Botanischer Wanderführer - durch den Norden Schleswig-Holsteins. 1994, ISBN 3-529-05407-0, S. 70. Der künstlich angelegte Nadelholzanteil wurde in den 2010er deutlich reduziert. Es wird im Glücksburger Staatsforst nach den Prinzipien des naturnahen Waldbaus gewirtschaftet.

Im Friedeholz finden sich (von einem Glücksburger Unternehmen angefertigte) Steine mit eingemeißelten Flurnamen wie Die Elfenwiese oder der Russenberg, der an Kosaken erinnert, die 1814 durch Glücksburg gezogen sind. Des Weiteren bezieht sich ein Stein mit der Aufschrift Alter Omnibus auf einen tatsächlichen Bus, mit dem Anfang Mai 1945 Teile der Reichsregierung aus Berlin nach Glücksburg geflüchtet waren. Das Friedeholz lag zu jener Zeit am Rand des Sonderbereichs Mürwik, wo sich die letzte Reichsregierung einrichtete und letztlich am 23. Mai verhaftet wurde. Eine Erinnerungstafel erläutert seit 2014 diese Begebenheit. Der Fahrer hatte den Omnibus beim Schauenthal in den Wald gefahren und abgestellt. Über die nächsten Jahrzehnte stand dieser unverändert dort und alterte vor sich hin. Die Sitze, Fenster und Reifen wurden nach und nach von Unbekannten abmontiert, bis letztlich nur noch das Gerippe erhalten war.Dietrich Weldt: Orts- und Flurnamen in Glücksburg und Umgebung. In: Jahrbuch des Heimatvereins der Landschaft Angeln 1997, S. 136. Erst in den 1980er Jahren wurde der alte Omnibus endgültig entsorgt, belibt aber als Mikrotoponym in Erinnerung.Dietrich Weldt: Orts- und Flurnamen in Glücksburg und Umgebung. In: Jahrbuch des Heimatvereins der Landschaft Angeln 1997, S. 136. — Hinzu kommt noch der Köhlerweg, der an die Köhlerei erinnert, die im Friedeholz ansässig war.Dietrich Weldt: Glücksburg, Seebad zwischen Schloss und Strand. 2007, ISBN 978-3-89876-146-8, S. 84. An der Stelle der früheren Köhlerhütte ist heute die Glücksburger Waldjugend ansässig.

Zum Friedeholz zählt auch die sogenannte Vogelwiese. Im Mittelalter lagen in diesem Bereich zwei Seen, die im Laufe der Jahrhunderte durch menschliches Einwirken zu Teichen schrumpften, bis im 19. Jahrhundert das Areal endgültig trockengelegt wurde. Im Jahre 2002 wurden 25 Hektar der Vogelwiese wiedervernässt.

Als problematisch wurde um 2009 die Situation des Wildgeheges und des Naturkinderspielplatzes im Friedeholz eingestuft. Geld für anstehende Renovierungsarbeiten konnten weder die Stadt Glücksburg noch das Land Schleswig-Holstein beitragen. Dank zahlreicher Spendengelder, hauptsächlich von Bürgern, wurde das notwendige Budget hierfür aufgebracht.

mini|Die Königseiche im Glücksburger Forst, in Nähe des Wasserschlosses

Schlosswald Nordwestlich beim Schloss Glücksburg liegt dieser Waldbereich, der im Südwesten durch die Uferstraße vom Tremmeruper Wald abgetrennt ist, im Westen durch den Strandweg und der Sandwigstraße vom Kurpark separiert wird und im Nordosten durch die Paulinenallee vom Friedeholz abgegrenzt ist. Über die Gehwege des Schlosswaldes ist vom Stadtzentrum das Kurzentrum erreichbar.Stadtplan-Logistik, GlücksburgFlensburger Förde. Ferienwohnung Strandgut inklusive Strandkorb an der Förde bzw. . Im Schlosswald, am nördlichen Ufer des Schlossteiches, steht die sogenannte Königseiche (). Im Nordosten des Schlosswaldes befindet sich der bewaldete Jungfernberg, der offenbar hin und wieder auch dem Bereich des Friedeholzes zugeordnet wird.Bekanntmachung der Stadt Glücksburg vom 1. Oktober 2014, S. 2 (Karte) Einen Teil des Schlosswaldes ließ die Herzogin Anna Caroline (1751–1824) ab dem Jahr 1770 anlegen, weshalb dieser früher ihr zu Ehren „Carolinenlund“ genannt wurde.Gartendenkmalpflege in Schleswig-Holstein. Schlossgarten Glücksburg, abgerufen am: 30. Juli 2020.Theorie der Gartenkunst. Schlossgarten Glücksburg, vom: 27. Dezember 2013.Selten findet der Begriff, offenbar auch heutzutage noch Verwendung. In einem Dokument von Gluecksburg.de von 2013 zu einem Café heißt es auf Seite 1: „[...] Im Rosencafe, direkt neben dem Rosengarten können Sie sich nach einem langen Spaziergang durch den Schlosswald "Carolinenlund" im Cafe oder draußen auf der Sommerterrasse [...] stärken. [...]“; Quelle: Öffnungszeiten / Veranstaltungen zu Ostern - Glücksburg, von: 2013. (Das Wort „Lund“ bezeichnet im Dänischen und in zahlreichen schleswigschen Ortsnamen einen Hain bzw. Wald.) Der nordöstliche Waldbereich an der Paulinenallee, zwischen dem Friedeholz und Sandwig, mit dem dortigen bewaldeten, etwa 19 ha großen Jungfernberg, wird häufig auch in seiner Gesamtheit Jungfernberg genannt.Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln. Bd. 1, Husum 1994, S. 367.

Waldstück an der Gorch-Fock-Straße mini|Waldstück an der Gorch-Fock-Straße Die Glücksburger Waldflächen sind fast ausschließlich in staatlichem Besitz, nur die sehr kleine Fläche von etwa einem Hektar an der Gorch-Fock-Straße gehört dem örtlichen DRK-Heim. Diese Fläche ist ökologisch interessant, da sie nicht begehbar ist, keine forstwirtschaftlichen Aktivitäten vorgenommen werden und sie somit sich selbst überlassen ist.

Glücksburger Försterei