Mehrhoog ist ein Ortsteil der Stadt Hamminkeln im Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen.
In Ortsnähe treffen sich die Landstraße 7 (ehemals Bundesstraße 8), die Landesstraße 602 und die Kreisstraße 11.
Geschichte mini|Lage von Mehrhoog in Hamminkeln Ortsgeschichte Die ältesten Spuren menschlichen Wirkens auf dem Gebiet des heutigen Mehrhoog reichen bis in die Latènezeit zurück.Martin Schönfelde: Das Spätkeltische Wagengrab von Boé., Philipps-Universität Marburg Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften, Marburg 27. Januar 2004, S. 98 bis 100
In der Nähe des Bahnhofs wurden römische Silber- und Kupfermünzen aus der Zeit 249 bis 270 n. Chr. sowie Gefäße aus Terra Sigillata gefunden.Jakob Schneider: Die alten Herr- und Handelswege der Germanen: Römer und Franken im deutschen Reiche. University of California 1882, S. 21
Im Siebenjährigen Krieg besiegte am 5. August 1758 in der Schlacht bei Mehr (franz. Affaire de Meer) der braunschweigische Generalleutnant von Imhoff die französischen Truppen unter General Chevert. Sie fand zwischen der alten Poststraße und dem Wohngebiet „Im Kuckuck“ statt. Das Imhoff-Denkmal im Storchenweg erinnert an diese Schlacht.
Die Hollands-Mühle ist seit 1790 nachgewiesen. Sie liegt zwischen der Rheinstraße und dem Köpenweg. Heute sind von der Mühle nur noch Reste des Fundaments erhalten.
1813, zur Zeit der französischen Interimsherrschaft, gehörte Mehrhoog zu Mehr, Mairie Haldern, Kanton Rees im Arrondissement Rees im Département Lippe.
Ab 1816 gehörte Mehrhoog mit damals gerade einmal 202 Einwohnern, weiterhin als Teil von Mehr, zur Gemeinde Haffen-Mehr; diese gehörte zur Bürgermeisterei bzw. zum Amt Haldern im Kreis Rees der Provinz Jülich-Kleve-Berg im Regierungsbezirk Kleve. Ab 1822 gehörte der Kreis Rees zur Rheinprovinz im Regierungsbezirk Düsseldorf.
Durch die Mehr’sche Heide wurde von 1853 bis 1856 die Bahnstrecke Oberhausen–Arnhem gebaut und in Mehrhoog eine Bahnstation errichtet, wodurch der Ort in der Folgezeit beträchtlich an Größe gewann.
Die heutige katholische Kirche wurde am 1. Oktober 1966 eingeweiht.
Am 1. Januar 1975 wurde Mehrhoog im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms zu einem Teil der Gemeinde Hamminkeln, die 1995 zur Stadt erhoben wurde.
Ortsname Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte das Gebiet zum Ort Mehr und war als Mehße Hejde oder Mehr’sche Heide bekannt. Eine andere Ortsschreibweise im Jahre 1807 war Mehr’sche Hoog. In einer Urkunde aus dem Jahre 1823Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf: 1823, Bagel, 1823, S. 140 findet sich erstmals die jetzige Schreibweise Mehrhoog. Als 1856 der Bahnhof (an der Hollandstrecke gelegen) von der Eisenbahngesellschaft Mehrhoog genannt wurde, setzte sich der Name endgültig durch.
Der Ortsnamenteil Mehr sagt, dass der Ort in der Nähe eines Meers, eines früheren Rheinarms, liegt. Hoog bedeutet höher.Ernst Wilhelm Forstemann: Die deutschen Ortsnamen von Ernst Förstemann. Ferd. Förstemann’s Verlag, Nordhausen 1863, S. 42 Mehrhoog ist also der höher liegende Teil des alten Ortes Mehr.
Wappen Blasonierung: Schrägrechts geteilt oben Grün unten Gold (Gelb) mit einem farbenwechselnden Kreis in Gold (Gelb) Grün belegt.
Bedeutung: Das Wappen symbolisiert die Landschaft Mehrhoogs, die sandigen Böden der Heidelandschaft und die grünen Felder. Die schräge Linie steht für die Eisenbahnlinie Oberhausen-Amsterdam, die den Ort von Südost nach Nordwest durchschneidet. Der Kreis bezieht sich auf das Wappen der Stadt Hamminkeln.
Bildung Im Ort gibt es einen katholischen Kindergarten eine Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt eine Kindertagesstätte der Lebenshilfe Unterer Niederrhein eine Gemeinschaftsgrundschule
Verkehr mini|Haltepunkt Mehrhoog
Der Bahnhof Mehrhoog liegt an der zweigleisigen elektrifizierten Bahnstrecke Oberhausen–Arnhem. Dort hält im Schienenpersonennahverkehr stündlich der RE 19 (Rhein-IJssel-Express) sowie ein Zugpaar der Linie RE 5:
Linie Verlauf Takt Betreiber
Vereine VfR Haffen-Mehr-Mehrhoog 1922 e. V. Tennis Club Mehrhoog e. V. Turnverein Mehrhoog 1964 e. V. Bürgerschützenverein Mehrhoog e. V. Männerchor Mehrhoog 1982 Ev. Kirchenchor Mehrhoog Pfarrcecilienchor Heilig Kreuz Mehrhoog Flötengruppe Mehrhoog Folkloretanzkreis Mehrhoog Bauchtanzgruppe Mehrhoog Budo-Verein Mehrhoog e. V. Taubenverein „Sturmvogel“ Mehrhoog Taubenverein „Unser Stolz“ Mehrhoog Rheinische Landfrauen Ortsverein Loikum-Töven-Mehrhoog Gewerbestammtisch Mehrhoog e. V. Bürger-Bus Mehrhoog e. V. Mehrhooger Bürgerverein e. V. Trägerverein der Begegnungsstätte Mehrhoog e. V. MehrhoogHilft (Flüchtlingshilfe)
Weblinks
Der Ort auf www.hamminkeln.de Ortshomepage
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Hamminkeln) Kategorie:Ort im Kreis Wesel