mini|250px|Shlomo Kalo (2003) Shlomo Kalo (; * 25. Februar 1928 in Sofia; † 30. August 2014 in JaffaProfil von Shlomo Kalo bei D.A.T. Publications) war ein israelischer Schriftsteller und Philosoph. Der frühere Mikrobiologe veröffentlichte seit den 1950er-Jahren mehr als 60 Werke, darunter Romane, Kurzgeschichten und Sachbücher.
Leben Shlomo Kalo wurde 1928 in Bulgarien geboren. Im Alter von zwölf soll er sich der antifaschistischen Bewegung angeschlossen habenhttps://www.y-dat.com/191001/About-Shlomo-Kalo, ehe er mit 15 Jahren in ein Konzentrationslager interniert wurde. Als Jugendlicher widmete er sich der Poesie und wurde mit 18 Jahren bei einem Wettbewerb ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Journalist in Prag, wo Kalo Medizin studierte. 1949 emigrierte er nach Israel. Dort studierte er Mikrobiologie an der Universität Tel Aviv.vgl. bei y-dat.co.il (hebräisch; aufgerufen am 10. Oktober 2009) Später leitete Kalo als Direktor die medizinischen Labors von Israels größtem Gesundheitszentrum.vgl. bei concepcion.de (aufgerufen am 17. Oktober 2009)
1954 veröffentlichte Kalo mit Alkoven in Jaffa eine erste Kurzgeschichtensammlung. 1962 folgte mit ha-ʻAremah sein Romandebüt. Seitdem veröffentlichte Kalo bis zu seinem Tod mehr als 60 Bücher, darunter sowohl autobiografisch gefärbte Romane als auch philosophische Werke zu spirituellen Themen, wie dem Buddhismus oder der Zen-Lehre sowie Übersetzungen ins Hebräische (unter anderem das Daodejing von Laozi, 1981). 1969 erlebte er eine persönliche Erleuchtung, die er noch im selben Jahr in dem autobiografischen Werk ʻErʻal thematisierte. Mit den Werken Das Selbst als Krieger (1979) und Furchtloser Shui (1981) etablierte er sich in Israel als spiritueller Denker.
Als Wendepunkt in der hebräischen Literaturgeschichte gilt sein Roman The Heap, der als neo-modernistischer sozialer Protest eines Zuwanderers verstanden und in die Nähe von Autoren wie Abraham B. Jehoshua gerückt wird.vgl. Shaked, Gershon ; Miller Budick, Emily: Modern Hebrew fiction. Bloomington : Indiana University Press, 2000. – ISBN 978-0-253-33711-5. S. 184 Das Werk ist als Anekdotensammlung um eine Gruppe von Immigranten verschiedener Nationalitäten konzipiert, die vor ihrer Auswanderung nach Israel zwar ein ereignisloses, dafür aber produktives Leben führten. In der neuen Heimat geraten die Arbeitssuchenden in eine existenzielle Krise und schaffen es weder einzeln noch gemeinsam einen Müllberg zu beseitigen, wie vom Gemeinderat angeordnet. Gleichzeitig steht The Heap für den Beginn des modernistischen Romans in Israel und markierte den Anbruch von aschkenasischen und sephardischen Autoren, die sich der sephardischen Immigrantengemeinde als Thema annahmen.
Kalos Kurzgeschichten sind wenig ausführlich und geprägt von einem ultra-ökonomischen Stil. Der Autor neigte zur absichtlichen Wiederholung, oft einzelner Wörter, was einen hypnotischen Effekt beim Leser hinterlässt.vgl. Nicholas Royle: „The Dollar and the Gun“. In: Time Out, 23. Juli 2003, S. 58 Die Kurzgeschichten in dem 1999 ins Englische übersetzten Band The Dollar and the Gun (1999) sind in allen Teilen der Welt, von Amerika, über Europa, den Mittleren Osten bis in den Orient angesiedelt und handeln von Ausgestoßenen, zu denen menschenfressende Kannibalen ebenso zählen wie der Terrorist Osama bin Laden.
Shlomo Kalo war mit der israelischen Sängerin Rivka Zohar verheiratet und lebte bis zu seinem Tod zurückgezogen in Jaffa.
Werke (Auswahl) Belletristik 1962: ha-ʻAremah 1966: Lev ha-baśar () 1983: Meshalim () 1985: Masaʻ Atos () 1987: Beśorat ha-ratson ha-ḥofshi ha-muḥlaṭ () 1988: Ke-ḥuṭ ha-shani () 1990: Shekheneha shel dodati Rashel () 1990: Ben kokhav aḥer () 1991: ʻAlilotaṿ ha-muflaʼot shel Loiṭenlib le-Vet Meyunkhaʼuzen () 1993: Melekh u-shemo ahavah () 1994: ha-Nivḥar () 1995: ʻAd ʻolam () 1995: Regaʻim shel emet () 1996: ha-Mikhnasayim () 1999: ha-Dolar ṿeha-eḳdaḥ () 2000: Ḥaṭifah () 2002: ʻAd sheha-maṿet yeḥaber benehem () 2003: Samurai : shaḥ maṭ () 2003: Shenat arbaʻ-ʻeśreh la-sefirah she-lo heḥelah () 2004: Pashuṭ () 2005: Thriller () 2006: Mifgashim () 2006: Mishpaḥat Ṿais () 2007: Ḳatedralah () 2007: Migrash ḥanayah () 2007: Shete novelot () 2008: Ḥarig () 2008: Lili () 2008: Shaʻare ha-barzel ha-ʻatiḳim () 2009: ha-Na'ar ha-Hungari 2009: Tisis ()
Sachliteratur 1974: Zen ṿe-ḥakhme zen () 1976: Shir ha-Elohim 1979: ha-ʻAtsmi ke-loḥem () 1981: ʻAśui li-veli ḥat () 1982: Du-śiaḥ shel ḥerut () 1984: Atah hinkha atah () 1984: Maʻagal ha-ʻotsmah ha-Ṭibeṭi () 1985: Omanut ha-milḥamah le-ḥerut-emet () 1988: Yedidai 1989: ha-Emet hi ḥedṿah () 1990: Ahavah menatsaḥat kol () 1991: Le-hatḥil ha-kol me-ḥadash () 1993: Gam lo bi-fene ʻatsmekha () 1996: ha-Dimui 1996: Ṿe-hineh hu ba () 1997: ha-Enʼonim ke-mashal () 1997: ha-Matat she-lo hikhzivah () 1999: Le-lo perush ṿe-tosafot () 1999: Masaʻʼel () 2000: Har ha-osher () 2000: Teshuvot () 2001: Aṭar () 2001: ʻIm G'uliʼan () 2002: Bhagavadgiṭah 2002: Ḳandar () 2002: Ḳav hafrada () 2003: Matemaṭiḳah rom () 2004: Kata () 2007: ha-Hebeṭ ha-aḥer () 2007: Hitnatslut () 2008: Shire ḥerut () 2009: Trepan ()
Biografische Werke 1969: ʻErʻal () 1996: Ṿe-hineh hu ba ()
Weblinks
Profil bei y-dat.co.il (englisch) Profil bei library.osu.edu (hebräisch) Porträt bei nrg.co.il, 2006/07 (hebräisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (Hebräisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Autor Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2014 Kategorie:Mann