Eine Kolloidmühle dient zur feinen Zerteilung von in einer Flüssigkeit suspendierten Feststoffen oder zur Reduktion der Partikelgröße einer Suspension einer Flüssigkeit in einer anderen, also zur Erzeugung eines Kolloids.Hermann Plauson: Die Kolloidmühle und Ihre Anwendungsmöglichkeiten. In: Angewandte Chemie. Nr. 34, 1921, S. 469–472.

Kolloidmühlen sind nach dem Rotor-/Stator-Prinzip aufgebaut. Dabei rotiert der Rotor mit einer Drehzahl von 2.000 bis 18.000 Umdrehungen/Minute. Die dadurch in der Mahlkammer erzeugten starken hydraulischen Drücke sowie Prall- und Schneideffekte zerteilen das Mahlgut und verteilen es in der Suspensionsflüssigkeit. Eine einstellbare Spaltbreite zwischen Rotor und Stator dient dazu, die maximale Partikelgröße festzulegen.

Kolloidmühlen finden eine breite industrielle Anwendung Pharmazeutische Industrie: z. B. Herstellung von Salben und Pasten Kosmetische Industrie: Cremes, Lippenstiftmassen, Nagellack, Handgele Farben- und Lackproduktion: Dispersionsfarben, verschiedenste Farbpigmente Seifenindustrie: Homogenisieren von Waschmitteln Kunststoffindustrie: verschiedenste Dispersionen und Emulsionen Textilindustrie: Druckfarben, Imprägniermittel Schmierfettindustrie Papierindustrie: Papierfarbe und -leim Lebensmittelindustrie: Homogenisieren von Eiscremes, von Sahne in Milch, Herstellung von Saucen, Mayonnaisen, Pasten und Massen unterschiedlicher Art

Einzelnachweise

Kategorie:Mühlentyp nach Konstruktion