Personaldienstleistungskaufmann / Personaldienstleistungskauffrau ist ein dreijähriger kaufmännischer Ausbildungsberuf. Es handelt sich um die einzige Ausbildung, die sich hauptsächlich mit Personalthemen, dem Arbeits- und Tarifrecht und Arbeitsmarkthemen beschäftigt. Der Beruf wird sowohl von Personaldienstleistern als auch von größeren Unternehmen mit eigener Personalabteilung ausgebildet.

Struktur der Ausbildung Die Ausbildung dauert drei Jahre. Da es eine duale Ausbildung ist, lernen die Auszubildenden sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule. Die Auszubildenden legen nach der Hälfte der Ausbildungszeit eine Zwischenprüfung ab. Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Auszubildende, die den Beruf in einer Personalabteilung erlernen, absolvieren in der Regel ein Praktikum in einem Personaldienstleistungsunternehmen. Dort lernen sie für die Prüfung wichtige Inhalte wie z. B. die rechtlichen Bestimmungen für die Arbeitnehmerüberlassung und das Tarifrecht.

Von Beginn der Ausbildung an stehen Personaldienstleistungskaufleute im Austausch mit Mitarbeitenden und Bewerberinnen und Bewerbern. Häufige Aufgaben sind das Verfassen und Veröffentlichen von Stellenanzeigen, das Führen von Bewerbungsgesprächen und das Planen von Personaleinsätzen im Kundenunternehmen.  

Ausbildungsinhalte Der Beruf Personaldienstleistungskaufmann vermittelt Kenntnisse in den Fachthemen Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht und Tarifrecht. Außerdem lernen die Auszubildenden Themen der Personalsachbearbeitung, wie z. B. das Erstellen einer Gehaltsabrechnung. Kenntnisse in den Bereichen Vertrieb und Marketing werden ebenfalls erlernt. Denn eine zentrale Aufgabe von Personaldienstleistungskaufleuten ist es, neue Mitarbeitende für das Unternehmen und neue Kundenunternehmen zu gewinnen. Außerdem lernen die Auszubildenden die geltenden rechtlichen Bestimmungen und das Handwerk der Arbeitnehmerüberlassung und Personalvermittlung. Zentraler Inhalt der Ausbildung ist zudem die Betreuung von Mitarbeitenden mithilfe von Personalgesprächen, die Personalbeschaffung (Recruiting) und die Personalentwicklung.  

Zeitliche Gliederung der Ausbildung Die zeitliche Gliederung als Bestandteil der Ausbildungsordnung im Beruf Personaldienstleistungskaufmann beschreibt, welche Inhalte, in welchem Ausbildungsjahr im Ausbildungsbetrieb vermittelt werden. Der Rahmenlehrplan der Berufsschule ist auf diese Inhalte abgestimmt, sodass sich Theorie und Praxis ergänzen.

1. Ausbildungsjahr

Berufsprofilgebende Fertigkeiten  

Personalgewinnung: Personalanwerbung, Bewerberberatung, Personaleinstellung und Personalvermittlung

Personaleinsatz: Personalsachbearbeitung, Personalführung und Personalbetreuung, Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen

Berufsfelderschließung,

Auftragsakquisition und Auftragsdurchführung, Marketing: Kundenbindung und Kundenbetreuung, Angebotskalkulation und Verträge, Auftragsspezifische Arbeitsplatzanalyse und Personalbedarfsanalyse

Kommunikation und Kooperation: Teamarbeit und Kooperation

Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

Berufsbezogene Rechtsanwendungen Allgemeine Fertigkeiten:

Der Ausbildungsbetrieb: Stellung, Rechtsform und Struktur des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung, arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Vorschriften, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz

Arbeitsgestaltung: Lern- und Arbeitstechniken, Informations- und Kommunikationssysteme, Datenschutz und Datensicherheit

2. Ausbildungsjahr

Berufsprofilgebende Fertigkeiten  

Personalgewinnung: Personalanwerbung, Personalauswahl

Personaleinsatz: Einsatzplanung und Einsatzvorbereitung, Personalführung und -betreuung, Personalsachbearbeitung, Gewährleistung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Personalführung und Personalbetreuung

Berufsfelderschließung

Auftragsakquise und Marketing: Marketing, Kundenbindung und Kundenbetreuung, Auftragsspezifische Arbeitsplatz- und Personalbedarfsanalyse, Angebotskalkulation und Verträge

Kommunikation und Kooperation: Konfliktmanagement

Kaufmännische Steuerung und Kontrolle: Allgemeine Fertigkeiten

Berufsbezogene Rechtsanwendungen

Allgemeine Fertigkeiten:

Der Ausbildungsbetrieb: Berufsbildung, arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Vorschriften

Arbeitsgestaltung: Lern- und Arbeitstechniken, Qualitätssicherung betrieblicher Arbeitsabläufe

3. Ausbildungsjahr

Berufsprofilgebende Fertigkeiten  

Vertiefung, insbesondere bei den Themen  

Personalgewinnung

Personaleinsatz

Berufsfelderschließung

Auftragsakquise und Marketing: Kontrolle der Vertragserfüllung

Kommunikation und Kooperation: Kooperationen

Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

Allgemeine Fertigkeiten:

Vertiefung, insbesondere beim Thema Arbeitsgestaltung

Prüfung Die Abschlussprüfung besteht aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil. In der schriftlichen Prüfung werden die Inhalte Auftragsgewinnung, -bearbeitung und -steuerung (30 %), Personalwirtschaftliche Prozesse (30 %) und Wirtschafts- und Sozialkunde (10 %) abgefragt. In der mündlichen Prüfung führen die Auszubildenden ein Fachgespräch zum Themenbereich Personal- und Kundenberatung (30 %). Zudem bezieht sich ein kleiner Teil der mündlichen Prüfung auf die Aufgabe Auftragsgewinnung, -bearbeitung und -steuerung aus der schriftlichen Prüfung.

Voraussetzungen Die Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann kann prinzipiell mit jedem Schulabschluss begonnen werden. Ausbildungsunternehmen legen jedoch häufig eigene Anforderungen an den Schulabschluss in ihren Stellenanzeigen fest. Menschen, die sich für die Ausbildung Personaldienstleistungskaufmann entscheiden, sollten kontaktfreudig, aufgeschlossen und offen sein, Spaß an Kommunikation und am Umgang mit Menschen haben. Ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein ist ebenfalls wichtig. Viele dieser Eigenschaften vertiefen die Auszubildenden auch während ihrer Ausbildung. Denn im Rahmen der Ausbildung erwerben die Auszubildenden umfangreiche Soft Skills wie Teamfähigkeit, Lösungsorientierung, Dienstleistungsorientierung und Kommunikationsstärke.

Berufliche Tätigkeit nach der Ausbildung Nach der abgeschlossenen Ausbildung können Personaldienstleistungskaufleute in einem Unternehmen der Personaldienstleistung als auch in anderen Betrieben in der Personalabteilung bzw. im Bereich Personalwesen / Human Resources tätig sein.  

Nach Abschluss der Ausbildung stehen den Auszubildenden verschiedene Wege der Weiterbildung als auch der beruflichen Entwicklung offen. So können ausgebildete Fachkräfte in der Personaldienstleistung als Disponent, Personalberater oder Recruiter arbeiten. Darauf aufbauend können sie in Führungspositionen als Teamleiter oder Niederlassungsleiter aufsteigen. Auch die Gründung eines eigenen Unternehmens ist möglich.

In der Personalabteilung eines Unternehmens arbeiten die ausgebildeten Fachkräfte meist als Personalreferenten und sind dort für die Personalgewinnung, Einstellung, Personalsachbearbeitung und Personalentwicklung verantwortlich.

Personaldienstleistungskaufleute können sich sowohl akademisch als auch beruflich weiterbilden. Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre / Business Administration, Wirtschaftspsychologie und Abschlüsse im Bereich Human Resources bauen auf die Ausbildungsinhalte auf.

Seit 2010 gibt es zudem den staatlich anerkannter Fortbildungsberuf Personaldienstleistungsfachwirt, der auf die Ausbildung Personaldienstleistungskaufmann aufbaut. Auch der Betriebswirt ist eine mögliche Fortbildung für Personaldienstleistungskaufleute.

Historie des Ausbildungsberufs Der Ausbildungsberuf wurde in Kooperation der beiden ehemaligen Arbeitgeberverbände der Zeitarbeit, Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) und Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) ins Leben gerufen. Die zwei Arbeitgeberverbände haben sich 2023 zum Gesamtverband der Personaldienstleister e.V. zusammengeschlossen.

Literatur Schapfel-Kaiser, Franz: Ausbildung für Personaldienstleistungskaufleute – Entstehung eines neuen Ausbildungsberufs. Personalführung 3/2008, S. 58–65. Beste, Giese und Schendekehl (2011): Personaldienstleistungskaufleute. 1. Ausbildungsjahr. Bildungsverlag EINS. Beste, Giese und Schendekehl (2013): Personaldienstleistungskaufleute. 2. Ausbildungsjahr. Bildungsverlag EINS. Beste, Giese und Schendekehl (2015): Personaldienstleistungskaufleute. 3. Ausbildungsjahr. Bildungsverlag EINS.

Weblinks

Kurzbeschreibung des Ausbildungsberufes beim Bundesinstitut für Berufsbildung Mach Dein Ding! - Alle wichtigen Infos zum Ausbildungsberuf Personaldienstleistungskaufmann/-kauffrau (PDK) Beschreibung auf der Website des Gesamtverbands der Personaldienstleister

Einzelnachweise

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