Das Naturschutzgebiet Winzenberg ist ein Naturschutzgebiet (NSG) mit etwa 19,40 ha Flächengröße und liegt im Gebiet der lippischen Stadt Lügde in Nordrhein-Westfalen. 2004 erfolgte die einstweilige Sicherstellung. Es wurde 2005 mit dem Landschaftsplan Nr. 13 Lügde durch den Kreistag des Kreises Lippe endgültig als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Namensgebend für das mit der Nummer LIP-046 geführte Gebiet ist der Winzenberg nordwestlich von Lügde, an dem das Naturschutzgebiet liegt. Im Norden grenzt das NSG direkt an Niedersachsen. West-, öst- und südlich grenzt meist das Landschaftsschutzgebiet Winzenberg an.Kreis Lippe: Landschaftsplan Nr. 13 Lügde Detmold 2005 S. 44ff

Beschreibung links|mini|Im Hintergrund Naturschutzgebiet Winzenberg

Im NSG befindet sich ein Biotopkomplex aus Halbtrockenrasen, Magerweiden, Hecken, verbuschten Bereichen und ein mit Fichten bestockter Waldbereich. Das NSG liegt auf dem steilen und südöstlich exponierten Hang des Winzenbergs auf Muschelkalk-Untergrund. Die Hecken werden von dichten Schlehen-Weissdorngebüschen gebildet. Am Nordrand befindet sich ein stark verbuschter Halbtrockenrasen. In Niedersachsen, auf Pyrmonter Gebiet im Landkreis Hameln-Pyrmont, liegt noch im NSG Nagelbrink ein offener Halbtrockenrasen.

Die wertvollen Halbtrockenrasen und Magerrasen im Gebiet sind von Versaumung und Verbuschung bedroht. Bei Ausweisung gab es noch 2,1 ha magerer Grünlandgesellschaften, davon 1,88 ha Halbtrockenrasen. Wertvollster Teilbereich ist ein 3 ha großer, extensiv beweideter Gebüsch-Halbtrockenrasen-Komplex im Zentrum des Gebietes. Aspektbestimmende Arten sind hier u. a. Rauer Löwenzahn, Kleiner Klappertopf, Frühlings-Fingerkraut, Knolliger Hahnenfuß, Frühlings-Segge, Stengellose Kratzdistel (> 1000 Ex.), Gold-Distel, Deutscher Fransenenzian (> 250 Ex.) und Gewöhnlicher Fransenenzian (> 100 Ex). Zudem kommen auch seltene Pflanzenarten wie Fuchs’ Knabenkraut und Großes Zweiblatt vor. Die das wertvolle Grünland umgebenden Gebüsch- und Vorwaldstadien zeigen den eingetretenen Verlust offener Grünlandbereiche.

Im Fachinformationssystem der LANUK wird zum Schutzgebiet aufgeführt: „Der Rückgang der Weideintensität und der zunehmende Bestandsschluss der Gebüschgesellschaften wirken sich negativ auf die Nahrungsverfügbarkeit für insektenfressende Vogelarten aus. Lediglich im Umfeld des intakten Halbtrockenrasen-Gebüschkomplexes erreicht der Neuntöter mit 2 Brutpaaren noch eine vergleichsweise hohe Dichte. Auch in anderen faunistischen Gruppen ist ein Rückgang konkurrenzschwacher Rohbodenspezialisten und besonders wärmebedürftiger Arten fest zu stellen. Gleichwohl gehört die BK-Fläche mit 24 Tagfalterarten zu den wertvollen Schmetterlingslebensräumen in der Region. Vor allem Hauhechel-Bläuling, Kleiner Heufalter und Birken-Zipfelfalter erreichen höhere Dichten. Im Verbundsystem der Halbtrockenrasen-Gesellschaften des Pyrmonter Berglandes stellen die Halbtrockenrasen am Winzenberg aufgrund ihrer Größe und des Erhaltungszustandes einen besonderen Schwerpunkt da. Dank der nicht durch Brachephasen unterbrochenen Großviehbeweidung weisen sie eine bessere Struktur auf, als die stärker versaumten Halbtrockenrasen der Umgebung. Durch regelmäßige Entbuschungsmaßnahmen im Umfeld der Halbtrockenrasengesellschaften sollen die Voraussetzungen für eine intensivere Beweidung der Flächen erhalten und verbessert werden. Ergänzend soll durch eine extensive Nutzung der halboffene Charakter der mosaikartig gegliederten Weidelandschaft erhalten und die Umwandlung der Fehlbestockung in der zentralen Waldparzelle fortgeführt werden. Im Vordergrund steht hierbei die Erhaltung und Vergrößerung der von Halbtrockenrasen bedeckten Flächen. Hierbei gilt das Hauptaugenmerk einer Erhöhung des Weidedruckes in den zentralen Bereichen.“

Der Landschaftsplan führt zum angrenzenden Landschaftsschutzgebiet Winzenberg aus: „Der Schutzbereich stellt eine wichtige Arrondierungsfläche mit Pufferfunktion für das Naturschutzgebiet Winzenberg dar.“

Schutzzwecke für das NSG Laut Landschaftsplan erfolgte die Ausweisung des NSG: „Zur Erhaltung und Entwicklung eines vielfaeltig strukturierten Biotopkomplexes mit seinen thermophilen Pflanzengesellschaften wie Halbtrockenrasen, Trockengebüschen und -säumen,“ „Zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung von extensiv genutzten Grünlandgesellschaften,“ „Zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung von Lebensstaetten landschaftstypischer, seltener und gefährdeter Pflanzen- und Tierarten mit Gewährleistung entsprechender Minimumareale und auf langfristige Erhaltung ausgerichteten Bestands- und Populationsgrössen,“ „Zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung naturnaher Wald- und extensiver Grünlandbereiche in Anlehnung an die standörtlichen Gegebenheiten, dabei gezielte Förderung extremer Standortpotentiale.“

Literatur links|mini|Wegebereich Kreis Lippe: Landschaftsplan Nr. 13 Lügde. Detmold 2005

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Naturschutzgebiet im Kreis Lippe Kategorie:Geographie (Lügde) Kategorie:Schutzgebietsgründung 2004