Die Karl-Rehbein-Schule (kurz KRS) ist ein Gymnasium in Hanau mit rund 1900 Schülern.

Geschichte Die Karl-Rehbein-Schule wurde 1840 als Höhere Töchterschule gegründet, um neben den Privatschulen eine höhere Schule für Mädchen einzurichten. Die Karl-Rehbein-Schule war damit Teil einer umfassenden Reform des städtischen Schulwesens unter Hanaus erstem Oberbürgermeister Bernhard Eberhard. Erster Schulleiter war Herr Denhard.

Aktuell leitet Stephan Rollmann die KRS. Seine Stellvertreterin ist Christina Wüst. Zuvor wurde die Schule von Rainer Gimplinger geleitet, der überraschend im Dezember 2021 verstarb.

mini|Die Karl-Rehbein-Schule im Dez. 2010 mini|Schulhof 1938 legten erstmals sechs Schülerinnen die Abiturprüfung an der Karl-Rehbein-Schule ab, mittlerweile sind es etwa 150 Abiturientinnen und Abiturienten pro Jahr.

Der heutige Gebäudekomplex der Schule wurde ab 1955 errichtet. Dazu wurden Flächen bebaut, die zuvor zum Schlossgarten und dem nach seiner Beschädigung in den Luftangriffen des Zweiten Weltkrieges abgerissenen Hanauer Stadtschloss eingenommen wurden. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Karl Rehbein, nach dem die Schule später benannt wurde, setzte sich energisch für den Bau der Schule am heutigen Standort ein. Das Schulgebäude ist ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Ab 1970/71 und etliche Folgejahre wurden zeitweise 5. und 6. Klassen mit ABC Kursen die Förderstufe eingeführt in den Fächern Deutsch Englisch und Mathematik eingeteilt in A B C Kurse für die späteren Schulformen, auf den Grundschulen geführt, deshalb begann erst mit der 7. Klasse das Gymnasium oder andere Schulformen. Auch Biologie und Physik wurden in den 2 Jahren, die ja in der Grundschule/Hauptschule stattfanden mit weniger/qualitativ geringerem Anspruch unterrichtet als zu früheren Gymnasialzeiten. Erst ab dem 1. Jahrgang nach der Förderstufe 1972 wurden Mädchen und Jungen gleichermaßen auch in der Mittelstufe aufgenommen. Das waren jedoch deutlich weniger Jungen als Mädchen in diesem Jahrgang. 1976 wurde in Hessen und auch hier in der Rehbein in der Oberstufe (3 Jahre bis Abitur) das Kurssystem eingeführt. Vorher gab es einige Testschulen. Vorher nannte man die Karl-Rehbein-Schule Mädchengymnasium Sprachlich-Naturwissenschaftlich mit Musischem Zweig.

Die Karl-Rehbein-Schule nutzt zusätzlich die Räumlichkeiten der aufgelösten Schule am Schloßplatz am Schloßplatz 4 und Räume der Pestalozzischule (Grundschule).

Den Schüleraustausch mit Dartford gibt es seit 1969.

Schwerpunkte Die Karl-Rehbein-Schule ist ein Gymnasium mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten. Fremdsprachen: Schüleraustauschprogramme zu den Partnerschulen in England, Frankreich, Spanien, Israel, Italien, USA und China sowie das Sprachzertifikat DELF ergänzen den Fremdsprachenunterricht. Gesellschaftlich-Ökonomischer Bereich Musische Fächer: Bestehend aus Orchester, Chöre, Blechbläser, Flötenkreise und Big Band. Konzerte und Musicalaufführungen sind fester Bestandteil des Gesamtkonzepts. Sportlicher Bereich: Die Karl-Rehbein-Schule ist Sportleistungszentrum, kooperiert mit dem Ruderclub Hassia, der Turngemeinde Hanau sowie dem 1. Hanauer Tennis- und Hockey Club und stellt Mannschaften bei Jugend trainiert für Olympia.

Zum Angebot gehören unter anderem Programme zur Hochbegabtenförderung in der Pfiffikus-AG sowie zum sozialen Lernen (Mediation). Zudem nahm die Schule am europäischen Bildungsprojekt Comenius teil.

Gruppen An der Karl-Rehbein-Schule bestehen Arbeitsgemeinschaften, woran die Schüler freiwillig teilnehmen können. Hierzu zählen Gruppen zu den Themen Biologie, Hockey, Rudern, Schach, Töpfern, Robotik, Tierhaltung und Aquaristik. Seit 2000 gibt es an der Karl-Rehbein-Schule einen Schulsanitätsdienst.

Fördervereine Seit 1957 ist der „Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule e. V.“ an der Schule aktiv, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Karl-Rehbein-Schule durch Mitgliedsbeiträge und Spendengelder zu unterstützen und individuelle Fähigkeiten und Interessen der Schüler zu fördern. Als Vorläufer bestand ab 1929 der „Bund der Freunde des Gymnasiums für Mädchen“.

Persönlichkeiten Lehrer Elisabeth Schmitz (1893–1977), Theologin und Widerstandskämpferin, Lehrerin an der KRS von 1946 bis 1958 Eckhard Meise (1940–2025), Lehrer an der KRS von 1970 bis 2003 Aloys Lenz (* 1943), CDU-Politiker und Landtagsabgeordneter in Hessen, Lehrer an der KRS von 1971 bis 1980 Konrad Quillmann (1936–2002), Kunsterzieher und Künstler, Lehrer an der KRS von 1968 bis 1998

Schüler Rolf Krebs (1940–2023), Wirtschaftsmanager, legte 1959 die Zusatzabiturprüfung an der KRS ab Erika Steinbach (* 1943), deutsche Politikerin, MdBErika Steinbach: Flucht, Vertreibung, Mahnung: Menschenrechte sind nicht teilbar. Erfahrungen meines Lebens, Langen Mueller Herbig, 2016, S. 47 Henrik Helge (1947–2025), Schauspieler, Regisseur und AutorTrauer um Erfinder der Brüder-Grimm-Festspiele. In: op-online.de. 22. Oktober 2025. Abgerufen am 22. Oktober 2025. Renate Neubäumer (* 1952), Ökonomin, bestes Abitur 1971Lebenslauf von Renate Neubäumer, uni-koblenz-landau.de

Lothar Mohn (* 1954), Kirchenmusikdirektor Daniela Schadt (* 1960), Journalistin Robsie Richter (* 1964), Autor und Verleger Andreas Zeller (* 1965), Informatiker Carsten Kauke (* 1970), Künstler Torsten Kauke (* 1967), Künstler

Literatur Julia und Jürgen Scheuermann: Oberbürgermeister Karl Rehbein und ‚seine‘ Schule. In: Neues Magazin für Hanauische Geschichte 2015, S. 176–196. Julia und Jürgen Scheuermann: 175 Jahre KRS – Ein Grund zum Feiern im Geiste von Karl Rehbein. Ein persönlicher Rückblick auf die Jubiläumsfeierlichkeiten 2015. In: Neues Magazin für Hanauische Geschichte 2015, S. 197–204.

Weblinks

Homepage der Karl-Rehbein-Schule Hanau Verein raum08 e. V.

Einzelnachweise

Hanau Kategorie:Kulturdenkmal in Hanau Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1840