mini|Pfarrkirche Zum Guten Hirten mini|Kirchenraum mini|hochkant|Christus als Guter Hirte. Statue von Otokar Čičatka an der Fassade der Pfarrkirche Zum Guten Hirten Die Pfarrkirche Zum Guten Hirten ist eine römisch-katholische Kirche im 13. Wiener Gemeindebezirk, Hietzing, in der Bossigasse 68–70 an der Ecke zur Schrutkagasse. Sie ist die Pfarrkirche der Pfarre Unter St. Veit-Zum Guten Hirten.

Entstehung Das von der Erzdiözese Wien 1957 erworbene Grundstück wurde der Kongregation der Oblaten der seligen Jungfrau Maria (lat. Congregatio Oblatorum Beatae Mariae Virginis, Ordenskürzel: OMV) zur Errichtung einer Kirche samt Ordenshaus übergeben. 1963 wurde mit dem Bau begonnen; das Ordenshaus (Lanterihaus) wurde 1964 eröffnet, die Kirche am 19. September 1965 von Erzbischof-Koadjutor Franz Jachym dem guten Hirten geweiht. Am 18. Dezember 1967 errichtete Erzbischof Franz Kardinal König die der Pfarre Ober St. Veit zugeordnete Pfarrexpositur Zum Guten Hirten, am 1. Jänner 1990 folgte die Erhebung zur Pfarre. Am 1. Jänner 2020 wurden die Pfarren Unter St. Veit und Zum Guten Hirten zur Pfarre Unter St. Veit-Zum Guten Hirten zusammengelegt. Seither ist die Pfarrkirche Zum Guten Hirten die Pfarrkirche der Pfarre Unter St. Veit-Zum Guten Hirten.Diözesanblatt der Erzdiözese Wien Jänner/Februar 2020

Architektur und künstlerische Ausstattung Der freistehende Sichtbetonbau mit unregelmäßigem Grundriss und dreieckig hervorstehendem Chor sowie Eingang wurde in den Jahren 1963 bis 1965 nach den Plänen der Architekten Ceno Kosak und Herta Kosak errichtet, für die Statik war Robert Krapfenbauer verantwortlich. Nachdem ein ursprünglich geplanter Glockenturm Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen war, wurde westseitig ein Glockenträger mit der Zementstatue Christus als guter Hirte des slowakischen Bildhauers Otokar Čičatka (1914–1994)Otokar Čičatka (1914–1994), abgerufen am 28. August 2016 (slowakisch) gebaut, der auch die Figuren für die Weihnachtskrippe gestaltete. Die drei Glocken, gestimmt auf A – Cis – E, lieferte die Glockengießerei Grassmayr.

Über dem Haupteingang befindet sich die 1992 vom italienischen Bildhauer Gianluigi Giudici (* 13. Juli 1927 in Valmorea, Provinz Como, Region Lombardei), abgerufen am 28. August 2016 (italienisch) geschaffene, vier Meter hohe und 1,5 Tonnen schwere Bronzeplastik Der Fischfang, die Christus mit zwei Fischern darstellt.

Die Portaltüre, der Tabernakel in Form einer symbolischen Darstellung des Brennenden Dornbusches, das hängende Stahlkreuz mit bunten Glassteinen mit der Bronzefigur des Gekreuzigten auf der Rückseite, der sternenförmige Kessel für das Taufbecken auf einer Säule aus Untersberger Marmor, der Ambo und die Kerzenleuchter stammen von Karl Hagenauer (* 15. Februar 1935 in Wien)Karl Hagenauer, ebenso die beiden Sakristeitüren, von denen eine mit einer Darstellung der Verkündigung des Weihnachtsfriedens durch Engel über der Stadt Wien, die andere mit dem Evangelientext vom „Guten Hirten“ verziert ist.

Auf Einladung des langjährigen Pfarrers, Pater Carlo Mondini OMV (1923–2005), stattete Gianluigi Giudici die Kirche noch mit folgenden Kunstwerken aus: dem Bronzerelief Die Auferstehung an der Altarwand, der seitlich stehenden Bronzestatue Madonna mit dem Kind und den Kreuzwegreliefs. Der zwischen 1966 und 1971 entstandene Kreuzweg umfasst 42 etwa 1,1 Meter hohe Bronzefiguren. Zum Gedenken an seinen früh verstorbenen Sohn hat Giudici ihn in der achten Station verewigt. Die bleigefassten, blau-weißen und rot-weißen Glasfenster schuf die österreichische Künstlerin Isolde Maria Joham (1932–2022). Aus finanziellen Gründen wurde statt einer Pfeifenorgel eine elektronische Johannus-Orgel angeschafft.

Die Kirche steht unter Denkmalschutz ().

Das frühere Ordenshaus Das nach dem Ordensgründer Pater Pio Bruno Lanteri (1759–1830) benannte Haus, das mit der Kirche eine Gebäudeeinheit bildet, enthielt bis 2011 die Räume der Patres der Kongregation der Oblaten der Jungfrau Maria (OMV) und des Pfarrers. Heute sind eine Hauskapelle, eine Bibliothek, ein Kindergarten und andere Sozialräume Teil dieses Gebäudes. Die Kongregation der Oblaten der Jungfrau Maria (OMV) war seit 1955 in Wien vor allem in der Krankenhausseelsorge tätig.

Pfarre mini|Franz Kardinal König mit Pfarrer P. Carlo Mondini OMV und zwei Flüchtlingskindern, Pfarrkirche Zum Guten Hirten, Wien Hietzing, 17. April 1994 mini|Franz Kardinal König beim Fußballspiel mit Jungscharkindern der Pfarre Zum Guten Hirten, Wien Hietzing, 17. April 1994; links im Bild Pfarrer P. Carlo Mondini OMV

Die Pfarre liegt im Vikariat Wien Stadt und im Stadtdekanat 13. Im Pfarrgebiet leben ca. 2000 Katholiken., abgerufen am 10. Oktober 2014 Seit Ende August 2011 wird die Pfarre nicht mehr von der Kongregation der Oblaten der Jungfrau Maria seelsorglich betreut. Derzeitiger Pfarrer ist Stefan Reuffurth, der seit 1. September 2009 auch Dechant im Stadtdekanat 13 ist., abgerufen am 10. Oktober 2014 Zum 1. September 2015 übernahm Pfarrer Reuffurth auch die Leitung der benachbarten Pfarre Unter-St.-Veit. Im Zuge des Wiener Diözesan-Prozesses arbeiteten die Pfarren Unter-St.-Veit und Zum Guten Hirten enger zusammen. 2019 wurden die Pfarre Zum Guten Hirten und Unter St. Veit zur Pfarre Unter St. Veit-Zum Guten Hirten zusammengeschlossen. Die Pfarrkirche Unter St. Veit wurde zur Filialkirche.

Bilder-Galerie

Literatur

DEHIO-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk XIII. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1996, ISBN 3-7031-0693-X, S. 174. Harald Heger: Die Pfarrkirche Zum Guten Hirten in Wien-Hietzing. Kleiner Kirchenführer. Hrsg.: Pfarre Zum Guten Hirten. Selbstverlag, Wien 2005. Franz R. Vorderwinkler, Kirchen Klöster Pilgerwege in Österreich. Sakrales Kulturgut in Wien. Hrsg.: Kirche & Kultur, Verlag mediapress, Steyr 1996, ISBN 3-901195-11-4, S. 160ff.

Weblinks

Pfarrfamilie Bossigasse 3/2015: 50 Jahre Kirche Website der Pfarre Zum Guten Hirten

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude in Wien Kategorie:Hietzing Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Baudenkmal (Wien) Zum Guten Hirten Wien