Michael Hayböck (* 5. März 1991 in Linz) ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer. Seine größten sportlichen Erfolge waren die Silbermedaillen in den Mannschaftswettbewerben der Herren bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, bei den Weltmeisterschaften 2015 in Falun und 2019 in Seefeld in Tirol, bei der Skiflug-Weltmeisterschaft 2024 in Bad Mitterndorf und mit der Mixed-Mannschaft bei den Weltmeisterschaften 2017 in Lahti.

Werdegang Hayböck startete für den Verein UVB Hinzenbach. Im Jahr 2000 begann er mit dem Skispringen. In den Saisons 2002/03 und 2003/04 gewann er jeweils die Landescup-Gesamtwertung, 2003/04 erreichte er zudem den 2. Platz im Austriacup. Bei den Staatsmeisterschaften 2004 in Bischofshofen erreichte er in der Nordischen Kombination und im Skispringen jeweils den 2. Platz. Die Gesamtwertung des FIS-Schüler-Cup 2005 konnte er mit der Mannschaft gewinnen, im Einzel kam er auf den 4. Platz. 2006 wurde er in den B-Kader aufgenommen. Damit startete er erstmals bei FIS-Rennen im Erwachsenenbereich. Am 20. September 2008 startete er in Villach erstmals im Skisprung-Continental-Cup. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2009 in Štrbské Pleso gewann er mit der Mannschaft Gold und wurde im Einzel Siebenter. Im August 2009 sprang er erstmals im Sommer-Grand-Prix. In Hakuba erreichte er in beiden Springen den 12. Platz. Damit gewann er insgesamt 44 Punkte und damit 40. Platz in der Gesamtwertung.

Bei der Vierschanzentournee 2009/10 startete Hayböck in Innsbruck im Rahmen der nationalen Gruppe, konnte sich für das Springen qualifizieren und erreichte mit einem starken Sprung im ersten Durchgang auch das Finale. In Bischofshofen ging er danach auch an den Start, schied aber im ersten Durchgang im Duell gegen Pascal Bodmer aus. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2010 im deutschen Hinterzarten konnte er sich die Goldmedaillen im Einzelwettbewerb und im Team von der Normalschanze sichern. Beim Weltcupspringen in Willingen erreichte er mit der österreichischen Mannschaft den 3. Rang. Seine beste Einzelplatzierung im Rahmen des Weltcups ist ein 6. Rang ebenfalls in Willingen 2010.

Bei der Vierschanzentournee 2010/11 sprang er mit seinem älteren Bruder Stefan zum ersten Mal gemeinsam im Weltcup.

Am 16. Jänner 2014 erreichte er beim Springen in Wisła den ersten Podestplatz seiner Karriere und wurde Dritter.Andreas Wellinger mit erstem Weltcupsieg. 16. Jänner 2014. Auf Berkutschi.com, abgerufen am 12. Jänner 2019. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi erreichte er im Teambewerb zusammen mit Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer und Thomas Diethart den 2. Platz und auf der Normalschanze den fünften Platz.

Am 6. Jänner 2015 gewann er bei der Vierschanzentournee in Bischofshofen sein erstes Weltcupspringen und wurde in der Gesamtwertung Zweiter. In Innsbruck hatte er zuvor mit 138 Metern einen Schanzenrekord aufgestellt. Obwohl Hayböck bei diesem Sprung mit der Hand den Schnee berührte, wurde der Sprung von den Sprungrichtern als gestanden gewertet und der Schanzenrekord somit legitim.

Auf den nächsten Weltcup-Sieg musste Hayböck dann mehr als ein Jahr warten. Dafür gelangen ihm im Februar 2016 gleich drei Siege in Serie: In den Bewerben auf der Groß- und der Normalschanze in Lahti sowie auf der Großschanze in Kuopio.

Im Oktober 2017 verletzte Hayböck sich im Rahmen der Trainingsvorbereitungen auf die neue Saison in Zypern.Marco Ries: Michael Hayböck verletzt sich beim Training auf Zypern. 17. Oktober 2017. Auf Skispringen.com, abgerufen am 12. Jänner 2019. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld in Tirol gewann er mit seinen Mannschaftskameraden Philipp Aschenwald, Daniel Huber und Stefan Kraft die Silbermedaille im Mannschaftsspringen. In den Einzelwettbewerben wurde er 14. von der Groß- und Neunter von der Normalschanze.

Am 28. Februar 2021 gewann er bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf gemeinsam mit Marita Kramer, Daniela Iraschko-Stolz und Stefan Kraft die Bronzemedaille im Mixed-Teambewerb.

In der Vorbereitung auf die Saison 2021/22 zog sich Hayböck beim Fußballspielen einen Riss des vorderen Syndesmosebandes und ein Knochenmarködem zu, weshalb er die ersten Wochen des Grand Prix 2021 sowie einige Trainingseinheiten verpasste.Luis Holuch: Michael Hayböck erleidet Syndesmosebandriss. In: skispringen.com, 1. Juli 2021, abgerufen am 1. Juli 2021. Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft 2022 im norwegischen Vikersund wurde er im Einzel Siebter und mit der österreichischen Mannschaft Vierter.

Im Februar 2025 gab er bekannt, seine Karriere mit Saisonende zu beenden. Seinen letzten Bewerb bestritt er am 28. März 2025 beim Einzelfliegen im Rahmen des Planica 7. Zwei Tage später machte er seinen Abschiedssprung als Vorspringer zwischen den beiden Wertungsdurchgängen beim finalen Bewerb der Saison 2024/25.

Seit dem 18. Oktober 2025 ist Hayböck als Nachfolger von Daniela Iraschko-Stolz als Co-Kommentator bei Skisprungbewerben beim ORF tätig.

Persönliches Hayböck besuchte ab 2005 das Skigymnasium Stams und absolvierte 2010 die Matura mit Auszeichnung. Seit Juli 2010 ist er Heeresleistungssportler. Sein älterer Bruder Stefan sowie sein jüngerer Bruder Alexander, der heute sein Physiotherapeut ist, waren ebenfalls Skispringer. Ende August 2023 heiratete er seine Lebensgefährtin Claudia, die er seit 2010 kennt. Ende Oktober 2024 wurden sie Eltern eines Sohnes.

Erfolge Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 6. Jänner 2015 Großschanze 2. 19. Februar 2016 Großschanze 3. 21. Februar 2016 Normalschanze 4. 23. Februar 2016 Großschanze 5. 17. Dezember 2016 Großschanze

Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 1. März 2014 Großschanze 2. 11. März 2017 Großschanze 3. 9. Februar 2019 Großschanze 4. 21. November 2020 Großschanze 5. 16. Jänner 2021 Großschanze 6. 10. Dezember 2022 Großschanze Mixed 7. 14. Jänner 2023 Großschanze 8. 25. März 2023 Großschanze 9. 1. April 2023 Flugschanze 10. 20. Jänner 2024 Großschanze 11. 10. Februar 2024 Großschanze Super Team 12. 23. März 2024 Flugschanze

Grand-Prix-Siege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 6. August 2011 Normalschanze 2. 18. August 2012 Normalschanze Mixed

Continental-Cup-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 28. Dezember 2009 Normalschanze 2. 16. Jänner 2010 Großschanze 3. 12. März 2011 Großschanze 4. 28. November 2011 Großschanze 5. 13. Dezember 2011 Großschanze 6. 14. Dezember 2011 Großschanze 7. 5. Februar 2012 Großschanze 8. 14. Dezember 2013 Normalschanze 9. 20. Dezember 2013 Großschanze 10. 21. Dezember 2013 Großschanze 11. 26. Februar 2022 Großschanze 12. 6. März 2022 Großschanze 13. 17. September 2022 Großschanze 14. 25. September 2022 Großschanze 15. 7. Oktober 2022 Normalschanze 16. 8. Oktober 2022 Großschanze 17. 9. Oktober 2022 Großschanze

Statistik Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2009/10 49. 54 2010/11 56. 28 2011/12 42. 70 2012/13 34. 163 2013/14 14. 439 2014/15 5. 1157 2015/16 4. 1301 2016/17 7. 814 2017/18 23. 245 2018/19 27. 228 2019/20 22. 350 2020/21 18. 347 2021/22 37. 117 2022/23 12. 688 2023/24 6. 882 2024/25 15. 587

Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 2009 40. 44 2011 18. 154 2012 21. 99 2013 78. 9 2014 9. 201 2015 64. 22 2016 10. 217 2017 65. 13 2018 39. 47 2019 45. 32 2021 75. 8 2022 51. 24 2023 54. 29 2024 35. 70

Vierschanzentournee-Platzierungen Saison Platz Punkte 2009/10 44. 313,6 2010/11 40 410,7 2011/12 43. 336,9 2012/13 28. 706,8 2013/14 9. 906,8 2014/15 2. 1100,7 2015/16 3. 1081,6 2016/17 19. 844,8 2017/18 14. 948,1 2018/19 26. 746,7 2019/20 18. 990,6 2020/21 24. 733,4 2021/22 39. 512,5 2022/23 7. 1068,6 2023/24 6. 1066,9 2024/25 7. 1128,6

Schanzenrekorde Schanze (Hillsize) Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis Bergiselschanze (HS130) Innsbruck 138,0 m 4. Jänner 2015 aktuell Granåsen skisenter (HS140) Trondheim 143,0 m 12. März 2015 15. März 2018 Letalnica bratov Gorišek (HS225) Planica 241,5 m 20. März 2015 20. März 2015 Letalnica bratov Gorišek (HS225) Planica 242,0 m 20. März 2015 Ungültig Große Olympiaschanze (HS142) Garmisch-Partenkirchen 145,0 m 1. Jänner 2025 31. Dezember 2025

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