Bätterkinden ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Emmental des Kantons Bern in der Schweiz.

Der Ortsname Bätterkinden ist eine Zusammensetzung aus dem althochdeutschen Personennamen Baturich, Patarih und der Ortsnamenendung ‑ingen. Der Name bedeutet «bei den (Gefolgs-)Leuten, der Sippe des Baturich, Patarih». Die Veränderung der Endung ‑(k)ingen in ‑(k)inden beruht auf einer Verschriftung der mundartlichen Aussprache.

Geographie Bätterkinden liegt rund 22 km nordnordöstlich von Bern (Luftlinie). Es befindet sich westlich der Emme am Urtenebach und am Limpach, der im Westen teilweise die Grenze zum Kanton Solothurn bildet. Die Gemeinde besteht aus den Siedlungsgebieten Bätterkinden und Kräiligen, den Weilern Alp, Hof und Holzhüser sowie den Aussenhöfen Berchtoldshof, Buuchi, Studenacher, oberer und unterer Löffelhof, Neumatt, Niedermatt und Rütti.

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 7,1 km. Bätterkinden ist von fünf Berner (Aefligen, Fraubrunnen, Utzenstorf, Wiler bei Utzenstorf, Zielebach) und fünf Solothurner Gemeinden (Biberist, Buchegg, Gerlafingen, Lohn-Ammannsegg, Lüterkofen-Ichertswil) umgeben.

Bevölkerung

Politik Legislative Gemeindeversammlung, wahlberechtigt sind alle seit mindestens drei Monaten in der Gemeinde wohnhaften Einwohner ab dem 18. Lebensjahr mit Schweizer Bürgerrecht.

Exekutive Gemeinderat, bestehend aus 7 Mitgliedern, welche mittels Proporzwahl gewählt werden. Aktuelle Zusammensetzung (Legislaturperiode 2025–2028): 3 SVP, 3 SP, 1 parteilos. Gemeindepräsident ist seit 2023 Peter Kuhnert (SP, Stand 2026).Gemeinderat. Website der Gemeinde Bätterkinden.

Nationale Wahlen Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Bätterkinden (in Klammern die Veränderung im Vergleich zu den Wahlen 2019 in Prozentpunkten): SVP 34,15 % (+6,00), SP 23,00 % (+1,56), Mitte 11,46 % (−2,94), glp 10,85 % (+0,33), Grüne 7,74 % (−3,22), FDP 5,03 % (−1,06), EVP 3,90 % (+0,91), EDU 1,61 % (+1,05), Weitere 2,25 % (−2,63).

Wirtschaft Öffentlicher Verkehr (Quelle: )

Bahn-Verbindungen des Regionalverkehr Bern-Solothurn nach Bern und Solothurn mit Taktfahrplan (unter der Woche und in Stosszeiten alle 15 Minuten). Die Fahrzeit nach Solothurn beträgt 12 Minuten und nach Bern mit dem RES 24 oder mit der S8 30 Minuten. Postautolinie Bätterkinden – Balm bei Messen (- Schnottwil) Montag bis Freitag Autobuslinien des Regionalverkehr Bern-Solothurn nach Messen – Lyss (je 3 Kurse morgens und abends) und nach Koppigen (in den Hauptverkehrszeiten) Freitag/Samstag Nachtbus ab Bern nach Solothurn

Strassenverbindungen Im Dorfteil Bätterkinden kreuzen sich zwei Kantonsstrassen: die Hauptstrasse 12 Solothurn–Bern in nord-südlicher Richtung mit der Strasse Lyss–Utzenstorf–Koppigen/Burgdorf in west-östlicher Richtung. Dazu kommt die Kantonsstrasse, welche Bätterkinden über Kyburg mit dem Bucheggberg verbindet. Die Autobahnanschlüsse Kirchberg (Richtung Bern) und Kriegstetten (Richtung Basel/Zürich) der A1 können in je ca. 10 Minuten Fahrzeit erreicht werden.

Geschichte Urkundlich ist Bätterkinden erstmals im Jahr 1243 erwähnt. Eine hochmittelalterliche Siedlung lag auf dem Zwingherrenhubel. 1261 gehörte Bätterkinden zum kyburgischen Amt Utzenstorf. 1406 kaufte Heinrich von Ringoltingen das von den Kyburgern verpfändete Bätterkinden, das dann mit Utzenstorf zusammen die Herrschaft Landshut bildete. 1510 erwarb Bern Bätterkinden, 1514 die restliche Herrschaft und unterstellte alles der neuen Vogtei Landshut. Die Kirche (1275 erwähnt, Jakobspatrozinium, 1664 Neubau) mit Vogtei auf dem Hof Gächliwil gehörte im 14. Jahrhundert zur Herrschaft Buchegg, kam 1399 als Schenkung an das Siechenhaus Bern und wurde ab 1595 vom Vogt auf Landshut verwaltet. 1798 kam Bätterkinden zum helvetischen Distrikt Burgdorf, 1803 zum Oberamt (seit 1831 Amtsbezirk) Fraubrunnen.

1783 bewilligte der Landvogt von Landshut den Bau eines Bachnetzes mit dem Dorfbach und unzähligen Nebenbächlein. Die Erstellung erfolgte im Gemeinwerk durch die Einwohnerschaft. Das grösstenteils heute noch erhaltene Bachnetz diente zur Wasserversorgung, als Löschwasser und zur Nutzung der Wasserkraft. So entstanden 1801 die Mühle und wahrscheinlich bereits in dieser Zeit drei Grundwasserpumpwerke, angetrieben durch unterschächtige Wasserräder. Eines dieser Werke, es steht ebenfalls unter Denkmalschutz, ist heute noch fast im ursprünglichen Zustand erhalten und in Betrieb.

1846 wurde eine der ersten Sekundarschulen im Kanton Bern gegründet. 1955–1956 entsteht der erste Schulhausbau in der Dorfmatt. Bis dahin wurden das Kirchschulhaus, das Schulhaus Winkelstrasse, das Schulhaus Kräiligen und zum Teil das Gemeindehaus Winkelstrasse von der Schule genutzt. 1964 wird in der Dorfmatt eine Turnhalle erstellt. 1983 wird ein neues Schulhaus bezogen.

Mit dem Bau der Papierfabrik Schachenstrasse und der Holzschleiferei Hagerhüsli im Jahr 1863 begann in der Region die Papierindustrie Fuss zu fassen. Anfangs des 20. Jahrhunderts folgte dann der Wechsel nach Utzenstorf. Die aufkommende Industrialisierung in der Umgebung (von Roll, Industrie in Solothurn) wandelte die Erwerbstätigkeit der Bevölkerung. Kleinbauern arbeiteten Schicht in der Papierindustrie und im von Rollschen Eisenwerk. Bis in die Jahre des Zweiten Weltkrieges gab es noch eine ganze Reihe sogenannter „Rucksecklibure“ (Rucksackbauern).

Am 21. und 22. August 1882 wütete in Bätterkinden ein Dorfbrand. Ihm fielen im Dorfkern 18 Wohnhäuser und 5 Nebengebäude zum Opfer.

1915–1916 wurde die Elektrische Solothurn-Bern-Bahn "ESB" erbaut (heutige RBS). Damit war Bätterkinden an das Bahnnetz angeschlossen.

1943–1953 fand eine Güterzusammenlegung und Melioration statt.

Im März 2015 stimmten die Einwohner von Bätterkinden, Utzenstorf, Wiler und Zielebach über eine Fusion zur Gemeinde Landshut ab. Ausser Bätterkinden lehnten alle Gemeinden die Fusion ab.mini|Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1953

Sehenswürdigkeiten

Die Reformierte Kirche Bätterkinden.

Persönlichkeiten Benedictus Aretius (um 1522–1574), reformierter Theologe und Hochschullehrer Niklaus Käsermann (1755–1826), Komponist und Münsterkantor Jeremias Lorza (1757–1837), reformierter Theologe Samuel Gottlieb Hünerwadel (1771–1848), Vikar in Bätterkinden, verhinderte 1798, dass der Ort von den Franzosen niedergebrannt wurde Alfred Mürset (1860–1910), Oberfeldarzt der Armee Gottfried Widmer (1890–1963), Pfarrer in Bätterkinden und Orientalist in Bern Leonardo Bezzola (1929–2018), Fotograf Ernst Leuenberger (1945–2009), Gewerkschafter und Politiker Florian Ast (* 1975), Popmusiker

Literatur Jürg Schweizer: Bätterkinden. In: Kunstführer durch die Schweiz. Band 3. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1982, S. 331–332.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Bätterkinden

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Bern Kategorie:Schweizer Gemeinde

Kategorie:Ersterwähnung 1261