mini|Betty White, 1988 rahmenlos|hochkant|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|Signatur Betty Marion White Ludden (* 17. Januar 1922 in Oak Park, Illinois; † 31. Dezember 2021 in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin, Komikerin, Synchronsprecherin, Moderatorin und Produzentin. Weltweit populär wurde sie in der Rolle der Rose Nylund in der Serie Golden Girls. Für die längste Fernsehkarriere einer Entertainerin wurde sie 2013 in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.
Leben Familie Betty Marion White wurde 1922 als einziges Kind von Horace Lawrence White und Tess Curtis Cachikis in Oak Park, Illinois, geboren. Einen Großteil ihrer Jugend verbrachte sie in einem Vorort von Los Angeles. Whites Mutter war griechischer, englischer und walisischer Abstammung; ihr Vater hatte dänische und englische Vorfahren.Megan Smolenyak: Betty White: White-Hot in Cleveland or Not. Online bei The Huffington Post, 16. Juni 2010 (englisch).
White war dreimal verheiratet. Von ihrem ersten Ehemann Frederick R. „Dick“ Barker ließ sie sich noch im Jahr der Eheschließung (1945) wieder scheiden. Von 1947 bis 1949 war sie mit Lane Allen verheiratet. 1963 heiratete sie den verwitweten Moderator Allen Ludden. Die beiden hatten sich bei der von ihm moderierten Show Password kennengelernt. Er brachte drei Kinder aus seiner ersten Ehe mit und starb 1981.
Karriere Anfänge Wenn Betty White in den letzten Jahren bei Talkshows oder Preisverleihungen auftrat, wurde sie meist mit folgenden Worten angekündigt:
Dies spiegelt die Tatsache wider, dass Whites Anfänge im Fernsehen auf das Jahr 1939 zurückgehen. Während ihrer Schulzeit wurden sie und einer ihrer Klassenkameraden für eine Testvorführung von Die lustige Witwe ausgewählt. Da es zu der Zeit noch keine Möglichkeit zur Aufnahme von Filmen gab, wurde die Vorstellung der Jugendlichen in Echtzeit auf ein Fernsehgerät in einem anderen Stockwerk übertragen.
Nach ihrem Abschluss an der Beverly Hills High School hatte White das Ziel, Schauspielerin zu werden. Sie sammelte Erfahrung als Theaterschauspielerin bei der Bliss-Hayden Little Theater Group und begann Werbespots für das Radio zu sprechen. 1949 wurde die junge Schauspielerin von Radio-Diskjockey Al Jarvis für seine Fernsehsendung engagiert. White war damit der erste weibliche Diskjockey in Los Angeles.
Hollywood on Television Die Talkshow Hollywood on Television ging im November 1949 auf Sendung und war zunächst eine Fernsehversion von Al Jarvis’ Radiosendung. Während die Musik gespielt wurde, sah das Publikum, wie die beiden Moderatoren miteinander sprachen. Aufgrund von Zuschauerwünschen wurden die Unterhaltungen von Al und Betty jedoch bald Hauptbestandteil der Sendung, und das Format entwickelte sich zu einer Talkshow mit aufstrebenden Talenten aus dem Musikgeschäft wie zum Beispiel Sarah Vaughn, Peggy Lee oder Nat King Cole. Aber auch etablierte Stars und Freunde von Jarvis wie Buster Keaton waren zu Gast.
Die junge Moderatorin wurde bei den Zuschauern schnell bekannt und erhielt zusätzlich eine eigene Sendung mit dem Titel The Betty White Show, die direkt im Anschluss an Hollywood on Television lief. Der Erfolg von Hollywood on Television führte zum Ausbau der Sendung um Gesangseinlagen und Sketche von White und Jarvis. Die beiden wurden dabei von neuen Moderatoren wie George Tibbles, Ronnie Kemper oder Erin O’Brien unterstützt. Zu Beginn des Jahres 1952 zog sich Al Jarvis von dem Projekt zurück und überließ White die Leitung.
Life with Elizabeth Die Sketche aus Hollywood on Television kamen beim Publikum gut an, und man entschloss sich, daraus ein eigenständiges Format zu machen. Zusammen mit dem Autor George Tibbles sowie dem Produzenten Don Fedderson gründete White ihre eigene Produktionsfirma Bandy Productions. Sie war damit neben Gertrude Berg eine der ersten Frauen, die sowohl als Hauptdarstellerin einer Serie vor der Kamera als auch als Produzentin hinter der Kamera agierten. Eine weitere Besonderheit der Serie war die Unterteilung in drei voneinander unabhängige Situationen. Bisherige Sitcoms hatten nur eine durchgehende Handlung. In der 30-minütigen Comedysendung trieb Elizabeth, gespielt von Betty White, ihren Ehemann Alvin, gespielt von Del Moore, in jeweils etwa zehnminütigen Situationen oft zur Weißglut. Das Thema der einzelnen Sketche wurde von dem Moderator Jack Narz im Voraus erläutert und von ihm durch eine kurze Unterhaltung mit der Titelheldin eingeleitet. Am Ende der jeweiligen Szene wurde Elizabeth vom Moderator zu ihrem Verhalten mit den Worten „Elizabeth, schämst du dich nicht? (Elizabeth, aren’t you ashamed?)“ befragt, was diese stets durch energisches Kopfschütteln verneinte.Betty White. .
White wurde 1952 für ihre Darstellung mit dem Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet. Die Sendung, die zunächst in einem Fernsehsyndikat in Echtzeit übertragen wurde, schaffte es im darauffolgenden Jahr ins Networkfernsehen. Durch ihre Aufgaben als Hauptdarstellerin und Produzentin der Serie war die Schauspielerin gezwungen, ihre Mitarbeit bei Hollywood on Television zu beenden – was gleichzeitig das Ende der Sendung bedeutete. Nach 65 Episoden wurde 1955 auch Life with Elizabeth eingestellt.
Tournament of Roses Parade Am Neujahrstag 1955 moderierte White zusammen mit Bill Goodwin zum ersten Mal die Pasadena Rose Parade. Für die nächsten zwanzig Jahre blieb das ihre jährliche Beschäftigung am Neujahrstag. Zu ihren Moderationspartnern gehörten dabei unter anderem Roy Neal, Bill Cullen und Lorne Greene. Hinzu kamen weitere Blumenparaden in Portland und New York sowie die Macy’s Thanksgiving Day Parade. Dazu sagte die Schauspielerin:
Die Gameshow-Jahre Ab den 1960er Jahren war White regelmäßig in verschiedenen Game- und Talkshows im Fernsehen zu sehen, darunter waren zahlreiche Auftritte in der The Tonight Show mit Jack Paar und später dem Moderator Johnny Carson, in What’s My Line (Was bin ich?), Wheel of Fortune (Glücksrad), Pyramid (Die Pyramide), To Tell the Truth (Sag die Wahrheit), I’ve Got a Secret oder Jeopardy! Außerdem war sie mehr oder minder regelmäßig in der Sendung Match Game mit Gene Rayburn zu sehen, und während der Sommermonate spielte sie in Theaterstücken und Musicals wie Der König und ich, Critic’s Choice, Guys and Dolls oder South Pacific.
Im Oktober 1961 kam eine neue Gameshow ins amerikanische Fernsehen: Password wurde von Allen Ludden moderiert, und auch hier war White ein prominenter Gast. Es blieb nicht bei dem einen Mal, und auch in den Folgesendungen Password Plus und Super Password trat White auf. Ludden und White heirateten schließlich 1963. Die Sendung wurde 2009 zum wiederholten Mal neu aufgelegt und läuft unter dem Titel Million Dollar Password auf dem Sender CBS; auch hier war White zu sehen. Da die Sendung so oft beendet und wieder neu belebt wurde, sagte White in einer dieser sogenannten letzten Sendungen:
The Mary Tyler Moore Show mini|hochkant|Betty White, 1976 In den 1970er Jahren gehörte White zur Stammbesetzung der Mary Tyler Moore Show, die eine der erfolgreichsten Serien ihrer Zeit war. Die Rolle der Sue Ann Nivens wurde von den Autoren als „zuckersüße, Betty-White-ähnliche Figur“ beschrieben und nach einem erfolglosen Casting bat man schließlich White selbst, die Rolle zu spielen. Sie mimte ab der vierten Staffel die perfekte Hausfrau und Gastgeberin in einer Kochsendung im fiktiven Fernsehstudio WJM, während sie nach Feierabend Affären mit den Männern der Nachbarschaft hatte, darunter auch mit dem Ehemann von Phyllis, gespielt von Cloris Leachman. White wurde für ihre Darstellung zweimal in Folge mit einem Emmy ausgezeichnet.
1977 verabschiedete sich das Team um Mary Tyler Moore von den Bildschirmen, und White erhielt wie schon ihre Kollegen Ed Asner, Cloris Leachman und Valerie Harper eine Spin-off-Serie. Die nach ihrer Hauptdarstellerin benannte Sitcom The Betty White Show wurde jedoch mangels Erfolg bereits nach wenigen Episoden eingestellt.
Golden Girls In den 1980er Jahren war White in verschiedenen Gastrollen zu sehen, darunter auch in der wiederkehrenden Rolle der wohlhabenden Schwester von Eunice in Mama’s Family. Als Ellen zeigte sie Carol Burnett bei jedem ihrer Besuche, wie viel besser es ihr ging, da sie einen reichen Ehemann hatte und keinen Versager wie ihre Schwester. Als Gast in der Serie trat auch Rue McClanahan auf, und als die Serie nach zwei Jahren kurzzeitig abgesetzt wurde, unterschrieben die beiden Darstellerinnen einen Vertrag für die neue Serie Golden Girls. mini|hochkant|Betty White bei der Emmy-Verleihung 1989 Zunächst war vorgesehen, dass White die Rolle der Blanche und McClanahan die Rolle der Rose übernehmen sollte. Die Ähnlichkeit mit McClanahans Figur der jungfräulichen Tante in Mama’s Family und Whites bis dahin bekanntestem Alter Ego Sue Ann Nivens veranlassten die Produzenten jedoch zu einem Tausch der Rollen. Als 1985 die erste Staffel der Serie ausgestrahlt wurde, bestätigte der Erfolg diese Entscheidung, und White erhielt für die Verkörperung der gutherzigen, aber hoffnungslos naiven Witwe vom Land einen Emmy sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. Auch Rue McClanahan sowie Beatrice Arthur und Estelle Getty wurden in den folgenden Jahren mit diesem bedeutenden Fernsehpreis ausgezeichnet.
Beatrice Arthurs Entschluss, aus der Serie auszusteigen, führte nach sieben erfolgreichen Jahren 1992 zum Ende von Golden Girls. Die verbliebenen drei Darstellerinnen erklärten sich jedoch bereit, in einem Spin-off mitzuwirken. In der Serie Golden Palace, die bis 1993 lief, kauften die drei Damen ein gleichnamiges Hotel, das sie zusammen mit einem Hotel-Manager (Don Cheadle) und einem Koch (Cheech Marin) führten. Im Verlauf der Serie wurde Rose zu einer selbstbewussteren Frau, die ihre beiden Freundinnen nicht mehr ständig mit ihren St.-Olaf-Geschichten langweilte, sondern sich bei Auseinandersetzungen auch durchsetzte. Solche Versuche waren in der Mutterserie meist von Dorothy unterdrückt worden. Trotz zweier Gastauftritte von Arthur konnte der Ableger jedoch nicht an die Erfolge von Golden Girls anknüpfen und wurde nach nur einer Staffel eingestellt.
Ab den 1990er Jahren Betty White war weiter aktiv als Schauspielerin, Moderatorin und Gast in Talk- und Late-Night-Shows. Durch zahlreiche Gastauftritte in bekannten Serien wie Die wilden 70er, Malcolm mittendrin, Everwood oder Alles Betty! war die Schauspielerin beim internationalen Fernsehpublikum immer noch bekannt und sehr beliebt. In der Serie Boston Legal war sie mehrmals als Catherine Piper zu sehen; eine Rolle, die sie zuvor auch schon in der Anwaltsserie The Practice gespielt hatte. In einem preisgekrönten Gastauftritt verkörperte sie eine Psychiatervertretung in der Serie Ally McBeal, die der Titelheldin stets nur allzu gerne das „gute Prozac“-Antidepressivum verschreiben will. mini|hochkant|Betty White, 2009 Ab Dezember 2006 spielte White zwei Jahre lang in der US-Soap Reich und Schön die wiederkehrende Rolle Ann Douglas, der Mutter von Stephanie Forrester alias Susan Flannery. 2008 kehrte sie zu der Serie zurück, um die Figur erneut zu spielen. In der Late Late Show von Craig Ferguson war White regelmäßig als Sketchpartnerin des Moderators zu sehen. Eine Kampagne auf der Internetplattform Facebook sorgte 2010 dafür, dass die Schauspielerin als Gastmoderatorin für die beliebte Late-Night-Show Saturday Night Live gewonnen werden konnte. Damit war sie nicht nur die älteste Gastmoderatorin in der Geschichte der Sendereihe, sondern White brachte dem Format eine der größten Zuschauerzahlen in seiner Geschichte ein, was mit einem Emmy honoriert wurde. Aufgrund des großen Erfolgs und ihres Kultstatus wurde sie 2015 ein zweites Mal in die Show Saturday Night Live eingeladen.