Der Protestsongcontest ist eine kritische Musikveranstaltung, die erstmals am 12. Februar 2004Anlass des Protestsongcontests, derStandard.at (Der Standard) (abgerufen am 1. Oktober 2009) anlässlich des 70. Jahrestages der 12.-Februar-Unruhen im Rabenhoftheater Wien ausgetragen wurde. Bewertet werden Protestsongs, die sich mit (gesellschafts)politischen Themen wie Umweltschutz, Fristenlösung, Überwachungsstaat, Tierschutz, Globalisierung oder Ausländerfeindlichkeit beschäftigen.
Die gemeinsame Idee dazu stammt vom Direktor des Rabenhoftheaters Thomas Gratzer, dem Dramaturgen Roman Freigaßner und dem Theaterwissenschaftler Gerald C. StockerMartina Stemmer: „Im Kopf was bewegen“, Falter, Printausgabe 6/07, die mit dieser Veranstaltung eine neue Plattform für den zeitgenössischen Protestsong schaffen wollten.
2008 wurde eine Compilation von Songs der Jahre 2004 bis 2007 veröffentlicht, 2013 folgte eine zweite Compilation von Songs der Jahre 2008 bis 2012. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums fand 2013 ein „Best-of“-Konzert mit ehemaligen Finalteilnehmern statt.
2010 präsentierte der Protestsongcontest Gewinner pauT seine Siegernummer „sepp haT gesagT, wir müssen alles anzünden“ auch im Rahmen der EXPO 2010 im Austria Pavilion in Shanghai (China).
2015 sorgten die Sieger Rammelhof für einen wahren Hype, als ihr Siegerlied Wladimir (Put Put Putin) innerhalb weniger Tage zum Youtube-Hit vor allem in der Ukraine avancierte.Spiegel.de – Hype der Woche: Mit Pickelhaube und Panzer gegen Put-Put-Putin, abgerufen am 27. Februar 2015
2016 sorgte der Siegersong „Testament“, den Sarah Lesch für ihren Sohn schrieb, für eine ungewollte Reaktionen. Der Song, der Leschs Kind auf eine ungewisse Zukunft vorbereiten soll, erfuhr große Verbreitung im Internet und wurde auch von rechtspopulistischen Seiten und rechtsextremen Gruppierungen geteilt. Die Musikerin distanzierte sich aber prompt vehement von dieser VereinnahmungMitteldeutsche Zeitung: Von Rechten vereinnahmt Liedermacherin aus Leipzig gerät zwischen die Fronten.
2023 gewann mit der gebürtigen Ukrainerin Maryna aka KüR eine junge Künstlerin, die seit ihrer Flucht aus ihrer Heimat in Wien lebt.
2024 teilten sich erstmals in der Geschichte des Protestsongcontests mit der Band eff eff und der Sängerin Laura Braun zwei Künstlerinnen den Sieg.
Ablauf Das Auswahlprozedere für die Teilnehmer am Protestsongcontest wurde seit dessen Beginn beibehalten. Zunächst wählt ein vierköpfiges Gremium (Mario Rossori, Roman Freigaßner, Gerald C. Stocker sowie ein Vertreter von FM4) aus rund 300 musikalischen Einsendungen aus dem In- und Ausland 25 Bewerbungen aus. Die so ermittelten Interpreten treten dann in einem Konzertwettbewerb (Vorfinale) um den Einzug ins Finale an. Eine Jury beurteilt die Darbietungen der Teilnehmer und entscheidet über deren Weiterkommen.
Die zehn Finalisten präsentieren ihre Songs dann live am 12. Februar im Rabenhoftheater Wien, wo abermals eine sechsköpfige Jury aus Musikern, Journalisten und politisch engagierten Menschen per Punktevotum über den Sieg entscheidet.Joachim Riedl: „Wut tut gut“, Die Zeit, Nr. 08/07, 15. Februar 2007 In den letzten Jahren gehörten der Jury etwa Sigi Maron, Barbara Rett, Hans Platzgumer, Schorsch Kamerun, Doris Knecht, Martin Blumenau, Birgit Denk, Peter Hein, Clara Luzia, Mieze Medusa, Stefan Weber, Hansi Lang, Andrea Dusl, Electric Indigo, Barbara Blaha, Binder & Krieglstein, Ernst Molden, Ronnie Urini, Daniel Wisser, Skero, Mirjam Unger, Clara Blume, Christine Hödl, Didi Bruckmayr, Voodoo Jürgens, Stefanie Sargnagel, Sigrid Horn, Yasmo, Malarina, Eva Spreitzhofer, Mati Randow, Hannes Tschürtz, Zebo Adam, Herwig Zamernik und Peter Paul Skrepek an. Seit 2014 kann auch das Publikum via Onlinevoting als 7. offizieller Juror mitstimmen.
Die Veranstaltung wurde von 2004 bis 2013 von Dirk Stermann moderiert. In den Jahren 2004, 2005 und 2007 stand ihm Christoph Grissemann zur Seite. Seit 2014 hat Michael Ostrowski diese Aufgabe übernommen. Der österreichische Radiosender FM4 überträgt die Veranstaltung alljährlich live im Radio und als Livestream via Internet. Im Laufe der letzten Jahre kam es im Rahmen des Protestsongcontests immer wieder zu Konzerten, bei denen zahlreiche bekannte Musiker und Bands wie Willi Resetarits, Sigi Maron, Ronnie Urini, Dominik Nostitz, Denk, Thalija, Lederhosen Lucile, Die Vamummtn, Roman Gregory, Bastian Bandt und Lukas Meister auftraten. 2015 wurde das Finale erstmals auf ORF III gezeigt., abgerufen am 15. Februar 2015 2021 konnte das Finale aufgrund der COVID-19-Pandemie nur als Stream und ohne Publikum aus dem Rabenhof Theater via FM4 übertragen werden. Die zehn Finalisten wurden zuvor im ORF Funkhaus aufgezeichnet und am 12. Februar auf einer Leinwand zugespielt. Die dort anwesende Jury stimmte aber wie gewohnt live ab. Seit 2022 kann der Protestsongcontest wieder live vor Publikum über die Bühne des Rabenhoftheaters gehen.
Sieger, Zweit- und Drittplatzierte Jahr Sieger (Land)Songtitel (Punkte) Zweiter (Land)Songtitel (Punkte) Dritter (Land)Songtitel (Punkte)2004 Georg Freizeit und die Rosaroten (A)„Die Weisheit mit dem Löffel“ (37)Anne Katrin Feßler: „Für die Planwirtschaft gab’s eine mit dem Löffel“, derStandard.at (Der Standard) (abgerufen am 17. Februar 2010) Binder & Krieglstein (A)„Alles verloren“ (34) monochrom (A)als Sowjet-Unterzögersdorfer Delegation„Ich will Planwirtschaft“ (32)2005 Rainer von Vielen (D)„Sandbürger“ (43)Anne Katrin Feßler: „Der Sieg war nicht auf Sand gebaut“, derStandard.at (Der Standard) (abgerufen am 17. Februar 2010) Christoph & Lollo (A)„Ich hasse die Menschen im Fernsehen“ (39) kpunkt (A)„Verweigerung“ (26)2006 Jörg Zemmler (I)„Wir sind die Kleinen“ (36)Willi Winkler: „Verblasste Mythen – Der Protestsong“, Süddeutsche Zeitung, 12. Februar 2006, S. 17Anne Katrin Feßler: „Vielleicht bin ich sexy geworden“ (Interview mit Jörg Zemmler), derStandard.at (Der Standard) (abgerufen am 9. Oktober 2009) aurelie maronif (A)„subversiv“ (35) Hörspielcrew feat. garish (A)„Vermögen“ (33)2007 Mieze Medusa & tenderboy feat. Violetta Parisini (A)„Nicht meine Revolution“ (42)Anna Maria Wallner: „Unterwegs mit Mieze Medusa Wirbelwind“ (Interview mit Mieze Medusa), diePresse.com (Die Presse) (abgerufen am 9. Oktober 2009) Manuel Normal (A)„Sicher ned Du“ (35) MDG9 (A)„Mozart 2006“ (32)2008 Rupert’s Jazz Construction (A)„Lehn dich auf“ (38)derStandard.at – Gemütliche Gewitterfronten. Artikel vom 13. Februar 2008, abgerufen am 25. Februar 2015 Bluesbrauser (A)„I fiarcht mi vor'm Friseur“ (34) Hinterland (A)„Da Wessely“ (32)2009 Erstes Wiener Heimorgelorchester (A)„Widerstand ist Ohm“ (33)Marlene Giese: Widerstand ist Ohm taz, Berlin, Printausgabe vom 20. März 2009, abgerufen am 28. Februar 2015 The I Fratelli Ramoreo (A)„Young Romance“ (30) Squishy Squid (A)„Langeweile“ (28)2010 pauT (A)„sepp haT gesagT, wir müssen alles anzünden“ (39)Niederösterreichische Band pauT gewinnt, derStandard.at (Der Standard) (abgerufen am 13. Februar 2011) Die Cremeschnitten (A)„Nichts“ (23) Rotzpipnund das Simmeringer Faustwatschenorchester (A)„Würschtlpolka“ (22)Mad Town Dogs (A)„Lokalverbot“ (22)2011 Gebrüder Marx (A)„Hättma, kenntma (mochma oba net)“ (44)Andreas Rauschal: „Wir – das sind die anderen“, www.wienerzeitung.at (Wiener Zeitung) Artikel vom 7. Februar 2011, abgerufen am 1. Februar 2015Gebrüder Marx überzeugten Jury und Publikum, derStandard.at (Der Standard) (abgerufen am 13. Februar 2011) Er ist tot, Jim (A)„Gartenbau“ (40) Rotzpipnund das Simmeringer Faustwatschenorchester (A)„Die Moritat von der schwarzen Maria“ (29)2012 Rotzpipnund das Simmeringer Faustwatschenorchester (A)„Hymne 2.0“ (35), www.kurier.at (Kurier) Wait for the B-Side, it’s better (A)„Wie hat die Börse reagiert“ (29) wosisig (A)„Erwin“ (24)2013 Benedikta Manzano (A)„Mehr Mitgefühl für Märkte“ (37), www.kurier.at (Kurier) (abgerufen am 13. Februar 2013) Anstaltskinda aka Kapitano Chaotico (A)„Befrei Di“ (36)Refugees of the Vienna Refugee Camp feat. Gustav (INT)„I love Vienna/Je t'aime Vienne“ (36)2014 Fight Rap Camp (INT)„Schmelzende Zeilen“ (51)Fight Rap Camp gewinnt Wiener Protestsongcontest, derStandard.at (Der Standard) (abgerufen am 13. Februar 2014) DAWA (A)„Revolution“ (45) Anstaltskinda (A)„Wöd ändern, oda?“ (38)2015 Rammelhof (A)„Wladimir (Put Put Putin)“ (37)fm4.orf.at – Das war der Protestsongcontest 2015. Artikel vom 12. Februar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015. Wiener Blond (A)„Kaana Waas Warum“ (36) Er ist tot, Jim (A)„Revolte“ (28)2016 Sarah Lesch (D)„Testament“ (47)fm4.orf.at – Sarah, wir wollen ein Kind von dir!. Artikel vom 13. Februar 2016, abgerufen am 13. Februar 2016. Barefoot Basement meets Tombo (A)„Right Neider“ (39) Holawind (A)„Oh Johanna“ (31)2017 Danyál (D)„Hosgeldiniz (Reißt die Arme auf)“ (39)fm4.orf.at – Protest vong Contest her. Artikel vom 13. Februar 2017, abgerufen am 13. Februar 2017. Permaneder (A)„Deutschland. Ein Wintermärchen“ (33) Schapka (A)„USQQ“ (32)2018 Lupin (A)„1 Lied gegen Sexismus“ (40)fm4.orf.at – Lupin gewinnen den Protestsongcontest. Artikel vom 13. Februar 2018, abgerufen am 13. Februar 2018. Kapa Tult (D)„Priority Lane“ (39) Frau Tomani (A)„Normal“ (28)2019 Sigrid Horn (A)„baun“ (33). Artikel vom 12. Februar 2019, abgerufen am 13. Februar 2019. Mag-D x Ms Def x Lady Ill-Ya x Yasmo x Misses U x Bella Diablo (A)„Mehr“ (32)Lisa Jäger & Band (A)„Nationalität Mensch“ (32)2020 Dynomite (A)„1992“ (50)fm4.orf.at – Protestsongcontest 2020: Ein turbulenter Abend mit einem verdienten Sieger. Artikel vom 13. Februar 2020, abgerufen am 13. Februar 2020. KD/E-5 (A)„Kulturgetriebe“ (40) Marie feat. Def Ill (A)„Tryin'“ (35)2021 Gina Disobey (A)„Seeking Asylum is not a Crime“ (54)fm4.orf.at – Protestsongcontest 2021: Gina Disobey gewinnt!. Artikel vom 13. Februar 2021, abgerufen am 13. Februar 2021. Nelavie (A)„Teilzeit Feminist“ (37) Dassi (A)„S.D.O. (Schleich di du Orschloch)“ (33)2022 IZRAA (A)„9. November“ (44)fm4.orf.at – Das war der Protestsongcontest 2022. Artikel vom 13. Februar 2022, abgerufen am 13. Februar 2022. Wende Punkt (A)„Lass los“ (37)Sir Tralala (A)„Querdenker Blues“ (37)2023 KüR (UKR)„Ljudi (Menschen)“ (57)fm4.orf.at – KüR gewinnt den Protestsongcontest 2023!. Artikel vom 12. Februar 2023, abgerufen am 13. Februar 2023. la gouche (A)„Vollzeitarbeitshölle“ (39) Lena Theresia (D)„Wunderbar“ (34)2024 eff eff (A)„Alles da“ (42)fm4.orf.at – eff eff und Laura Braun gewinnen den Protestsongcontest!. Artikel vom 12. Februar 2024, abgerufen am 13. Februar 2024.Laura Braun (D)„Nullsummenspiel“ (42) Delilah (A)„Hab keine Angst“ (39)2025 Chovo (A)„Jedermann“ (47)Chovo gewinnt den Protestsongcontest 2025!. Artikel vom 12. Februar 2025, abgerufen am 13. Februar 2025.AnnPhie Fritz (A)„Buscopan“ (34) Kisse (D)„Blaue Alleen“ (31)2026 Black SunZet (A)„My Body, My Choice“ (48)fm4.orf.at – Das war der Protestsongcontest 2026. Artikel vom 13. Februar 2025, abgerufen am 13. Februar 2026.Liböön (A)„Oma, dazö ma vom Kriag“ (44) Miss Clit feat. Eric BigClit, RawCat, Snessia & Basquel (D)„Our bodies, our choice“ (37)
Weitere Platzierungen der Finalteilnehmer