Aßlar () ist eine Stadt nahe Wetzlar im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografie Geografische Lage Aßlar liegt am Tal der Dill (Unteres Dilltal), die im benachbarten Wetzlar in die Lahn mündet, an der Nahtstelle des Oberwesterwaldes (Westerwald, im Westen) zu Krofdorf-Königsberger Forst und Hörre (Gladenbacher Bergland).

Ein des Lahn-Dill-Kreises, berechnet mit der Methode „Schnittpunktermittlung“, befindet sich südwestlich von Berghausen, einem Stadtteil. Die unterschiedlichen Methoden zur Berechnung geografischer Mittelpunkte sind bei der Berechnung des Mittelpunkt Deutschlands beschrieben.

Geologie Die Kernstadt und der Stadtteil Werdorf liegen in der Talsohle des Dilltales, eines Muldentales. Die übrigen Stadtteile liegen entweder im Lemptal (Oberlemp, Bermoll) oder auf Erhebungen des Lahn-Dill-Berglandes (Berghausen, Bechlingen).

Nachbargemeinden Aßlar grenzt im Norden an die Gemeinden Mittenaar und Hohenahr, im Südosten an die Stadt Wetzlar, im Süden an die Stadt Solms sowie im Westen an die Gemeinde Ehringshausen (alle im Lahn-Dill-Kreis).

Stadtteile Aßlar mit Klein-Altenstädten Bechlingen Berghausen Bermoll Oberlemp Werdorf

Geschichte mini|Blick auf die Kernstadt, im Vordergrund liegt Klein-Altenstädten

Ersterwähnung Aßlar wird im Jahre 782/783 in einer Schenkungsurkunde erstmals im Lorscher Codex erwähnt. Dort wird es als „in Aslare marca“, in der Mark Aßlar, die „in pago Logenehe“, im Lahngau, liegt, beschrieben.Karl Glöckner, Codex Laureshamensis, Darmstadt 1929–1936, Nachdruck 1963. Nr. 3111=3698a.

Wie viele andere Orte entwickelte sich Aßlar aus einigen großen Höfen, gelegen an den Bachläufen, über die Industrialisierung vor dem Ersten Weltkrieg zu einer Größe von ca. 5.000 Einwohnern, wobei es immer mit dem am jenseitigen Dillufer gelegenen Ortsteil Klein-Altenstädten eine Gemeinde bildete. Klein-Altenstädten versuchte immer wieder unabhängig zu werden, konnte sich aber niemals vom weitaus größeren Aßlar loslösen.

Nachkriegszeit Mit der Aufnahme von zirka 1.500 Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und der, im Zuge der Gebietsreform in Hessen, freiwilligen Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinden Bechlingen, Berghausen, Bermoll und Oberlemp zum 31. Dezember 1971 wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde Aßlar beträchtlich. Im Zuge dessen erfolgte auch die Eingliederung von Werdorf am 1. Januar 1977 durch ein Landesgesetz und Aßlar erreichte seine jetzige Größe von zirka 4400 ha mit rund 13.700 Einwohnern. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte schlussendlich am 16. November 1978. Für die eingliederten Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.

Räuber Aus Aßlar stammte der als Lumpen-Jost bekannte Räuber Johann Justus Dietz, der am 24. März 1813 in Gießen hingerichtet wurde.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Aßlar angehört(e):

782/3: Fränkisches Reich, Lahngau (in pago Logenehe): Aslare, in marca; Haslare, in [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3111 = 3698a] vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Greifenstein ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Greifenstein1815: Abtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Greifenstein). ab 1816: Königreich Preußen, Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1866: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Aßlar 13.612 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 2347 Einwohner unter 18 Jahren, 5847 zwischen 18 und 49, 2760 zwischen 50 und 64 und 2658 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 1362 (9,9 %) Ausländer, von denen 265 aus dem EU-Ausland, 853 aus anderen europäischen Ländern und 231 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 21,4 % einen Migrationshintergrund. Die Einwohner lebten in 5665 Haushalten. Davon waren 1597 Singlehaushalte, 1744 Paare ohne Kinder und 1749 Paare mit Kindern, sowie 450 Alleinerziehende und 126 Wohngemeinschaften. In 1203 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 3862 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Religion Historische Religionszugehörigkeit • 1834: 861 evangelische, 13 katholische, 55 jüdische Einwohner • 1961: 4615 evangelische (= 79,54 %), 1075 katholische (= 18,53 %) Einwohner • 1987: 8092 evangelische (= 71,28 %), 1869 katholische (= 16,46 %), 1391 sonstige (= 12,25 %) Einwohner • 2011: 7420 evangelische (= 54,51 %), 2250 katholische (= 16,53 %), 3940 sonstige (= 28,96 %) Einwohner

Evangelische Kirchengemeinde Die Evangelische Kirchengemeinde Aßlar ist die weitaus größte religiöse Vereinigung in Aßlar. Aßlar ist, wie auch die Gebiete in der Umgebung, evangelisch geprägt. Die evangelische Gemeinde hält jeden Sonntag ihre Gottesdienste in der Evangelischen Kirche zu Aßlar und dem Ev. Gemeindehaus Klein-Altenstädten

Freie evangelische Gemeinde In den Ortsteilen Bechlingen (FeG Bechlingen) und Bermoll (FeG Altenkirchen-Bermoll) ist jeweils eine Freie evangelische Gemeinde beheimatet. Die Gemeinden verfügen über ein vielfältiges Gemeindeprogramm und Angebote für alle Altersgruppen. Als Freikirche gehören die Freien evangelischen Gemeinden zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und als Gastmitglied zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK).

Evangelische freie Gemeinde Die Evangelische freie Gemeinde (EfG) Aßlar gehört zur „Evangelischen Gesellschaft für Deutschland“ und hält jeden Sonntag ihre Gottesdienste ab.Evangelische freie Gemeinde im Internet

Katholische Kirchengemeinde Die ehemalige Katholische Kirchengemeinde Christ König Aßlar hat zirka 2000 Mitglieder und erstreckt sich über die Orte Kernstadt Aßlar mit Klein-Altenstädten, Werdorf, Berghausen und Bechlingen und ist heute Kirchort der katholischen Pfarrei St. Anna Biebertal.

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Aßlar erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 40,2 15 42,4 16 37,9 14 31,2 11 37,2 14 29,3 11 23,0 9 23,3 9 28,0 10 29,6 11 28,5 11 35,2 13 25,4 9 17,0 6 23,6 9 24,2 9 25,5 9 24,8 9 11,3 4 17,4 6 10,5 4 13,0 5 6,0 2 6,8 3 – – – – – – 2,0 1 2,7 1 3,9 1 Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 46,9 43,0 41,2 38,9 37,1 44,6

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Aßlar neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und zehn weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. September 2019 Christian Schwarz (FWG). Der Amtsvorgänger Roland Esch (FWG) wechselte am 1. Mai 2019 als hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter zum Lahn-Dill-Kreis. Danach leitete der Erste Stadtrat Ernst Holzer (SPD) die Stadtverwaltung kommissarisch und die Wahl eines neuen Bürgermeisters musste vorgezogen werden. Christian Schwarz erhielt am 23. Juni 2019 in einer Stichwahl bei 38,0 Prozent Wahlbeteiligung 62,5 Prozent der Stimmen. Es folgte eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im Februar 2025.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 23. Februar 2025 in Aßlar

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2019–2031 Christian Schwarz (FWG)Wetzlarer Neue Zeitung, 29. August 2019: Christian Schwarz als neuer Bürgermeister für Aßlar wereidigt / Amtsantritt am 1. September - und 17. Dezember 2019: Mit Leidenschaft für Aßlar im Einsatz: „der Dienstälteste der Geehrten war Ernst Holzer (SPD). … zuletzt ab 2016 bis zur letzten Stadtverordnetenversammlung als 1. Stadtrat im Einsatz.“ 1996–2019 Roland Esch (FWG) (Amtsantritt 1. Mai 1996, Weggang am 1. Mai 2019 als hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter zum Lahn-Dill-Kreis)Lahn-Dill-Kreis: Erster Kreisbeigeordneter Roland Esch

Nach dem bis zum 30. April 1984 über 25 Jahre lang amtierenden Bürgermeister Erwin Debus wurde eine Straße der Stadt benannt.Asslar - Die Woche Ausgabe 50/2023: 45 Jahre Stadt Aßlar: „1978 händigte der damalige Hessische Innenminister Ekkehard Gries … in einer Feierstunde die Urkunde an Bürgermeister Erwin Debus aus. Für ihn war dies nach über 20-jähriger Amtszeit der Höhepunkt seiner rührigen Tätigkeit.“ - mittelhessen.de, 22. März 2021: Seit 1967 erinnern drei Goldene Bücher Aßlars an besondere Ereignisse und Gäste der Stadt: „Die Gäste zur Verabschiedung von Bürgermeister Erwin Debus am 30. April 1984 trugen sich ebenfalls ein.“

+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen Jahr Wahlbeteili-gung in % Kandidaten Partei Stimmenin % 2025 73,6 Christian Schwarz FWG 77,4 2019Stichwahl 38 Christian Schwarz FWG 62,5 Markus Keiner SPD 37,5 2013 39,9 Roland Esch FWG 63,5 Uwe Wolter SPD 36,5 2007 30,2 Roland Esch FWG 87,7 2001 51,8 Roland Esch FWG 71,8 Karl Jürgen Meinecke SPD 28,2 1996Stichwahl 52,9 Roland Esch FWG 60,0 Karl Jürgen Meinecke SPD 40,0

Ortsbeiräte Für das Stadtgebiet gibt es die Ortsbezirke Klein-Altenstädten, Bechlingen, Berghausen, Bermoll, Oberlemp und Werdorf. Je Ortsbezirk wird ein Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Die Ortsbezirke der Stadtteile Bechlingen, Berghausen, Bermoll, Oberlemp und Werdorf werden durch die bisherigen Grenzen der eingegliederten Gemeinden begrenzt. Der Ortsbezirk Klein-Altenstädten umfasst die Gemarkung Klein-Altenstädten der ehemaligen Gemeinde Aßlar. Alle Ortsbeiräte bestehen je nach Einwohnerzahl aus drei bis neun Mitgliedern. Die Wahl der Ortsbeiräte erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin. Für die Zusammensetzung siehe in den jeweiligen Stadtteil-Artikeln.

Wappen Am 28. September 1959 genehmigte der Hessische Minister des Innern das Wappen mit folgender Beschreibung:

Städtepartnerschaften Seit 1966 ist Aßlar mit der südfranzösischen Stadt Saint-Ambroix im Département Gard verschwistert. Eine innerdeutsche Partnerschaft besteht seit 1991 mit der Stadt Jüterbog in Brandenburg. Die jüngste Partnerschaft Aßlars wurde im April 2019 mit der italienischen Stadt Fossato di Vico in Umbrien besiegelt.