mini|hochkant|Dorfkirche St. Martin Merzkirchen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell an.
Geographische Lage Merzkirchen liegt auf dem Saargau, etwa sieben Kilometer östlich der Landesgrenze zu Luxemburg und sechs Kilometer südwestlich von Saarburg am Treffpunkt der Landesstraße 132 (nach Saarburg) und Landesstraße 134 (nach Wincheringen/Bundesstraße 419).
Die höchste Erhebung in der Nähe des Ortes ist mit der Zöllenter Berg.
Ortsteile Zur Ortsgemeinde Merzkirchen gehören die Ortsteile (Ortsbezirke):
Zur Gemeinde gehören zudem die Wohnplätze Im Gründchen, Heidehof, Michelshof (Ortsbezirk Merzkirchen), In den vier Morgen (Körrig), Lindenhof und Waldhof (Portz).
Geschichte Am 18. Juli 1946 wurden von der französischen Militärregierung insgesamt 81 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem Saarland zugeordnet, das zu der Zeit nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat unterstand. Hierzu zählten auch die sechs seinerzeit eigenständigen Gemeinden auf dem heutigen Gemeindegebiet vom Merzkirchen. Am 8. Juni 1947 wurde diese territoriale Ausgliederung bis auf 20 Gemeinden wieder zurückgenommen, somit kam das gesamte heutige Gemeindegebiet an das im Jahr 1946 neu gebildete Land Rheinland-Pfalz.
Die heutige Ortsgemeinde wurde am 16. März 1974 aus den zuvor eigenständigen und aufgelösten Gemeinden Dittlingen, Kelsen, Körrig, Portz, Rommelfangen und Südlingen unter dem Namen Merzkirchen neu gebildet.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Merzkirchen bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:
Jahr Einwohner 1815 768 1835 869 1871 815 1905 935 1939 912 1950 916 1961 776 1970 713 Jahr Einwohner 1987 624 2005 669 2010 697 2011 708 2012 719 2014 766 2016 803 2018 824+JahrEinwohner201982720208392021822 2022 842 2024 792
Politik Gemeinderat Der Ortsgemeinderat in Merzkirchen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat: Wahl SPD CDU WG1 WG2 Gesamt 2024 – 7 5 – 12 Sitze 2019 – 7 5 – 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 3 6 3 – 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2009 2 5 1 4 12 Sitze 2004 3 8 1 – 12 Sitze
Bürgermeister Peter Hemmerling (CDU) wurde am 3. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Merzkirchen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 82,86 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 80,0 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.
Hemmerlings Vorgänger Martin Lutz hatte das Amt 20 Jahre ausgeübt.
Wappen
Ortsbezirk Der Ortsteil Merzkirchen ist gemäß Hauptsatzung einer von sieben Ortsbezirken der Ortsgemeinde Merzkirchen. Der Bezirk umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde. Auf die Bildung eines Ortsbeirats wurde verzichtet. Die Interessen des Ortsbezirks werden von einem Ortsvorsteher vertreten.
Walter Kaudy wurde am 11. September 2024 Ortsvorsteher von Merzkirchen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 83,3 % für fünf Jahre gewählt worden.
Seine Vorgänger waren seit Juli 2019 Scarlett Hensgen (CDU) und zuvor Peter Hemmerling (CDU), der seit 2019 Ortsbürgermeister der Gemeinde ist.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Hinweisschild zur Viezstraße Die neu eingerichtete Viezstraße berührt in ihrem Verlauf alle Ortsteile der Ortsgemeinde Merzkirchen.
Dorfkirche St. Martin Die Martinskirche hat dem Dorf ihren Namen gegeben. Andere historische Bezeichnungen des Ortes waren Martinskirchen und Merteskirchen. Die Kirche wurde 1848/49 in Ost-West-Richtung errichtet, der Turm steht vor der westlichen Giebelwand der Kirche, der Chorraum mit dem Kreuzrippengewölbe bildet den östlichen Abschluss, die Kirche ist „geostet“. Sie wurde anstelle eines romanischen Vorgängerbaus erbaut. Das Kirchenschiff mit den Maßen 31,8 × 16,6 m wird betreten durch ein Portal an der Südseite unter dem ersten Fenster. Insgesamt wird das Innere des Schiffes durch je vier zweibahnige Fenster auf der Nord- und Südseite erhellt. Zu beiden Seiten des spitzbogigen Durchgangs vom Schiff zum Chor stehen in spitzbogigen Blendnischen Seitenaltäre. Der eingezogene, dreiseitig schließende Chor hat drei spitzbogige, zweibahnige Fenster. Die Glasgestaltung datiert von 1958/59. Die Untergliederung von Chor und Langhaus erfolgt durch eingestufte Strebepfeiler. Dem Turm ist ein achteckiges Glockengeschoss aufgesetzt, das in alle vier Himmelsrichtungen rundbogige Schallarkaden zeigt, die durch Holzjalousien verschlossen sind. Darüber ist ein hoher, achtseitig verschieferter Spitzhelm weithin zu sehen.
Auch die Martinskirche liegt am Jakobsweg, Sektion Trier–Perl. Ein Wegestein mit dem Symbol der Jakobsmuschel weist darauf hin.
Weitere Sehenswürdigkeiten Alter Baumbestand auf dem Friedhof Durch den nördlichen und westlichen Teil des Gemeindegebiets von Merzkirchen verläuft die alte Römerstraße, Abschnitt Tawern-Palzem, die heute teilweise von der K 111 überbaut ist, aber an anderen Streckenabschnitten als Wander-, Rad- oder Feldweg dient. Ein Teil des Römerstraßenverlaufs, jedoch außerhalb der Gemeinde Merzkirchen, bildet den Kulturhistorischen Lehrpfad „Palzem-Wincheringen“.
Unternehmen Die folgenden Firmen haben ihren Sitz in Merzkirchen: Schreinerei Hoffmann Marys Destille (Edelbrände)
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Merzkirchen Liste der Naturdenkmale in Merzkirchen
Literatur Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Saarburg. (= Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 15, III. Abteilung). L. Schwann, Düsseldorf 1939 (Nachdruck Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1982), S. 136–137.
Weblinks
Kurzprofil der Ortsgemeinde Merzkirchen bei der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Trier-Saarburg