Vallstedt ist ein Ortsteil der Gemeinde Vechelde im niedersächsischen Landkreis Peine.
Geografie
Geografische Lage
Der Ort liegt etwa 12 km westsüdwestlich von Braunschweig und ca. 4 km östlich von Lengede.
Nachbarorte mini|Lage von Vallstedt in der Gemeinde Vechelde
Klima mini|Niederschlagsdiagramm von Vallstedt Vallstedt liegt innerhalb der gemäßigten Breiten im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägten Gebieten.
Geschichte Das Kugellager in der germanischen Siedlung bei Vallstedt wurde 2021 in einer 1,4 × 0,6 m großen Grube entdeckt, die randvoll mit aus Ton handgeformten Kugeln war. Die Kugeln maßen im Durchmesser bis zu 10 cm, bestanden aus aufbereitetem Ton und waren teilweise leicht gebrannt. Viele Kugeln hatten offenbar keine oder so gut wie keine Hitzeeinwirkung erfahren und ließen sich nicht bergen. Insgesamt lagen in mehreren Schichten übereinander, etwa 250 Tonkugeln Tonkugeln auf denkmalatlas.niedersachsen.de. Die Tonkugeln erinnern an die tönernen Webgewichte, die aber durchlocht sein müssen, damit sie befestigt werden können. Vermutlich handelte es sich um Kugeln, die für die Produktion von Webgewichten oder von Keramik, die man nach der Tonaufbereitung in der Grube feucht lagerte.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1200 als „maior Veledstide“, später u. a. als „Velstede“ (1274) und „groten Valstede“ (1462). Im Jahr 1317 verkaufte Herzog Albrecht II., Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel, die Gerichtsbarkeit über Vallstedt an das Cyriakusstift zu Braunschweig. 1493 wurde das Dorf von Landsknechten der Stadt Braunschweig bei ihren Fehden mit den Herzögen des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel geplündert.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) werden auch in Vallstedt Plünderungen vorgekommen sein, jedoch sind Brandschatzungen unterblieben. Es wurde jedoch das Innere der Kirche von schwedischen Truppen verwüstet. Die Glocken waren zuvor in Braunschweig in Sicherheit gebracht und später wieder heimgeholt worden.
In Vallstedt lag eine schwedische Garnison. Der schwedische Obrist Johann Anton Meyer (1626–1699) nahm im Jahr 1636 in Vallstedt Quartier und schenkte der Kirche einen kleinen silbernen Kelch und eine Schüssel zur Abendmahlsfeier.Johann Anton Meyer (1626–1699), Sohn des Braunschweiger Obristen Anton Meyer († 1660). Meyer stand als Rittmeister, Obristleutnant und zuletzt als Obrist in schwedischen Diensten. Derselbe stammt aus dem aus der Grafschaft Schaumburg stammenden (seit 1664 adligen) Geschlecht v. Meyhern. Vgl. Johann Zorn (Hrsg.): Sammlung der merkwürdigsten Ereignisse in der ehemaligen Reichsstadt Kempten, Tobias Dannheimer, Kempten 1820, S. 63.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurde die zuvor selbständige Gemeinde Vallstedt in die Gemeinde Vechelde eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1910 770 1925 770 1933 723 1939 795 1946 1362 Jahr Einwohner Quelle 1950 1442 1956 1201 1973 1133 2011 1330 2016 1312 Jahr Einwohner Quelle 2020 1317 2024 1342
Politik Ortsrat Der Ortsrat von Vallstedt setzt sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren folgender Parteien zusammen: Kommunalwahl CDU SPD Gesamt12. September 2021369 Sitze 11. September 2016 5 4 9 Sitze 11. September 2011 5 4 9 Sitze 10. September 2006 3 6 9 Sitze
Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist Hans-Jürgen Mintel (SPD).
Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Vallstedt stammt von dem Autor Alfred Behm. Das Wappen wurde am 22. Mai 1979 vom Ortsrat angenommen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Das Dorfbild wird von kleinen mitteldeutschen Streckhöfen und größeren Dreiseithöfen aus Fachwerk und Backsteinfachwerk bestimmt. Die Kirche Sankt Martini, mit romanischem Turm, wurde mehrfach erneuert. Für den vermuteten Bau einer Kapelle in den Jahren 800 bis 850 existiert keine urkundliche Bestätigung. In einer Urkunde des Pfalzgrafen Heinrich, Sohn Heinrichs des Löwen, erwähnt im inventarium bonorum St. Cyriaci, wird der Bau einer Steinkirche genannt, um 1100 bis 1150. Die Steine wurden von den Vallstedter Bauern mit Pferde- und Ochsengespannen und Leiterwagen aus dem Elm geholt. Im Jahr 1431 erfolgte eine Erweiterung der Kirche (Inschrift Südseite des Turmes). 1449 Vollendung der Kirche (Stein über dem östlichen Ausgang) und 1652 erneuter Umbau der Kirche und Renovierung.
Wirtschaft und Infrastruktur In den vergangenen Jahrzehnten erweiterte sich der Ort nach Westen und Osten durch Eigenheime, Siedlungs- und Reihenhäuser. Das erste Baugebiet, das im Volksmund so genannte „Klein Kummersdorf“, da sich die Bauherren das Geld buchstäblich vom Mund absparen mussten, wurde in den Jahren 1954 bis 1958 erschlossen. Die Bauzeit wurde teilweise erst im Jahr 1962 abgeschlossen. Das siebte Baugebiet „Im Hofe“, wurde von 1997 bis 2003 errichtet. Seit 2008 existiert ein Bebauungsplan für die Ortsmitte zwischen Wallstraße und Thieberg.
Die Landesstraße 475 verbindet den Ort Vallstedt mit dem Zentrum der Gemeinde Vechelde.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
Heinrich Kielhorn (1847–1934), Pionier der Sonderschulpädagogik Otto Keunecke (1882–1962), Landwirt und Politiker (DDP)
Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen
Johannes Brüning (1590–1648), lutherischer Theologe, Konsistorialrat und Generalsuperintendent der Generaldiözese Alfeld, er war Pastor in Vallstedt Ludwig Fiedler (1606–1674), evangelischer Theologe, er war von 1632 bis 1649 Prediger in Vallstedt Christian Ludewig Meyer (vor 1662–1725), Glocken- und Geschützgießer, er fertigte 1711 eine Kirchenglocke für die örtliche St.-Martini-Kirche
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde Vechelde Webseite der Ortschaft Vallstedt
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Ort im Landkreis Peine Kategorie:Ortsteil von Vechelde Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Peine) Kategorie:Ersterwähnung 1200 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974