mini|Neudorfer Mühle

Neudorf (fränkisch: NaidorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 138.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Neudorf liegt in der Gemarkung Schalkhausen.

Geografie Das Dorf liegt am Onolzbach. Zwei namenlose Bäche münden dort als rechte Zuflüsse des Onolzbachs. 0,5 km westlich erhebt sich der Rote Berg, 0,5 km im Süden der Schloßbuck (), im Osten liegen die Neudorfer Mühlranken. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dornberg (1,2 km südlich), nach Steinersdorf (1 km östlich) und zu einer anderen Gemeindeverbindungsstraße (1,7 km südwestlich), die nach Tiefenthal (0,8 km nordwestlich) bzw. nach Lengenfeld zur Staatsstraße 2246 verläuft (1,3 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde 1274 als „Niwendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name weist den Ort als eine Spätsiedlung aus. Es ist möglich, dass die Herren von Dornberg von ihrer nahe liegenden Burg aus das Dorf gegründet hatten.

Im 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 wurden für Neudorf 16 Mannschaften verzeichnet. Alle Anwesen hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn (1 Mühle, 5 Höfe, 1 Köblersgut, 8 Güter, 1 Gütlein). Außerdem gab es noch ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2509. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 688.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Neudorf mit Neudorfer Mühle und Walkmühle eine Realgemeinde bestehend aus 18 Anwesen (1 Hof, 6 Halbhöfe, 9 Söldengüter, 2 Mühlen). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 890. Es gab zu dieser Zeit 17 Untertansfamilien. (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 734) Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Neudorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Schalkhausen und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Schalkhausen zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1008 f.

Baudenkmal Neudorf 1: ehemalige Wassermühle, Wohn- und Mühlgebäude, eingeschossiger Bau mit Steildach, mit rückwärtigem dreigeschossigem Anbau mit flachem Satteldach, im Kern 16. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert erneuert (bezeichnet 1787); Nebengebäude, Scheune und anschließendes Stallgebäude, eingeschossige Satteldachbauten, teilweise Fachwerk, zweite Hälfte 19. Jahrhundert; ehemaliges Austragshaus, zweigeschossiger Satteldachbau, bezeichnet 1859.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 90 100 111 107 121 112 108 127 67 84 82HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 19 21 22 22 21 19 19 20Quelle Neudorf: 91 Einwohner, 2 Häuser; Neudorfermühle: 9 E., 2 H. Neudorf: 99 Einwohner; Neudorfermühle: 8 E. Neudorf: 106 Einwohner, 20 Wohngebäude; Neudorfermühle: 15 E., 2 Wgb.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Schalkhausen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1274