Wengenstadt (fränkisch: WänglschdadE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 200. Dort folgendermaßen transkribiert: „węngglschdad“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Wengenstadt liegt in der Gemarkung Hennenbach.
Geografie Das Dorf liegt an dem Weihergraben, einem rechten Zufluss des Eichenbachs, der wiederum ein linker Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Der Ort ist im Westen, Norden und Osten von Wald umgeben. 0,5 km südlich liegt die Flur Urlas mit einem Schießplatz der US Army.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wippendorf (2 km nordöstlich) bzw. zur Kreisstraße ANs 2/AN 9 (0,6 km südwestlich), die an Grüb vorbei nach Neumühle (4 km nördlich) bzw. über Kammerforst nach Ansbach zur Bundesstraße 13 (2,5 km südlich) führt.
Geschichte Der Ort wurde 1246 als „Wenegestat“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das mittelhochdeutsche Wort „wēnic“, das ursprünglich beweinenswert, elend bedeutete, später auch klein. Der Ortsname bezeichnet also eine elende bzw. kleine Wohnstätte.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 200. Wengenstadt ist vermutlich wie Kammerforst eine Rodungssiedlung.
Verschiedene Güter und Einkünfte im Ort kamen durch das Testament Wolframs von Dornberg im Jahr 1288 und noch weitere durch eine Stiftung seiner Witwe Richza im Jahr 1309 an das St. Gumbertusstift. Auch die Schenken von Schenkenstein besaßen ein Gut daselbst, das sie im Jahr 1406 dem Stift verkauften. An die Burggrafschaft Nürnberg kam der Ort zugleich mit der Stadt Ansbach durch Kauf von den Grafen von Oettingen.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Ansbach von 1684 wurden für Wengenstadt fünf Mannschaften verzeichnet. Zwei Anwesen unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach und drei Anwesen dem Stiftsamt Ansbach. Außerdem gab es noch ein Hirtenhaus und 200 Morgen Holz, das der gesamten Gemeinde gehörte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 4027. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 694.
Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wengenstadt fünf Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Hofkastenamt Ansbach: 1 Halbhof, 1 Gut; Stiftsamt Ansbach: 3 Halbhöfe). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 926.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 162. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 994.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wengenstadt dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Katterbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Katterbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde der Ort nach Hennenbach umgemeindet.
Am 1. Juli 1972 wurde Wengenstadt im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 37 46 42 51 46 39 44 62 48 50 43HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 6 7 7 7 6 7 9 10Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1246