Obereichenbach (fränkisch: AchebaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 148. Dort folgendermaßen transkribiert: „achəba“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Obereichenbach liegt in der Gemarkung Hennenbach.

Geografie Durch das Kirchdorf fließt der Eichenbach, ein linker Zufluss der Fränkischen Rezat, und der Katterbach, der dort links in den Eichenbach mündet. Der Ort gliedert sich in den südlich der Bundesstraße 14 gelegenen Altort mit dem Fischhaus, eine im Nordosten entstandene Siedlung und die Shipton-Kaserne der US Army im Norden. Westlich schließen sich der Soldatenweiher und ein Schießplatz auf dem Flurgebiet Urlas an. Unmittelbar östlich der Siedlung liegt der Zogel (), im Süden der Hausberg, nördlich der Kaserne das Langholz.

Die B 14 verläuft nach Ansbach (3 km südwestlich) bzw. nach Katterbach (2 km östlich). Die Staatsstraße 2246 führt über Neubruck und Reckersdorf nach Bruckberg (8 km nordöstlich).

Geschichte Der Ort wurde 1249 in einer Stiftsurkunde des St.-Gumbertus-Stifts unter dem Namen „Eichenbach“ erstmals erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort die Baumgattung Eiche ist. Mit der Entstehung einer weiteren Siedlung am Eichenbach erhielt der Ort seinen heutigen Namen Obereichenbach (1317 erstmals als „Superior Eichenbach“ bezeugt).E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 148f. Ursprünglich unterstand der Ort dem Ortsadel der Aycher.K. H. v. Lang: Landgericht Ansbach, S. 24.

1460 überfielen Herzog Ludwig IX. von Bayern und dessen Verbündete den Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles. Dabei plünderten und zerstörten sie durch Feuer Eyb und die benachbarten Dörfer Alberndorf, Grüb, Hirschbronn, Katterbach, Obereichenbach, Pfaffengreuth und Untereichenbach.A. Biernoth: 25 Jahre Eingemeindungen in die Stadt Ansbach, [Seitenangaben fehlen]

Im 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 wurden für Obereichenbach 5 Mannschaften verzeichnet: 4 Anwesen (3 Höfe, 1 Höflein) unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach und 1 Anwesen dem Stiftsamt Ansbach. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2702. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 690.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Obereichenbach 8 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Hofkastenamt Ansbach: 2 Höfe, 4 Halbhöfe, 1 Fischhaus; Stiftsamt Ansbach: 1 Gut mit Wirtschaft). Neben den Anwesen gab es kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 895.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 160. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 994.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Obereichenbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Katterbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Katterbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde der Ort nach Hennenbach umgemeindet.

Im Jahre 1937 entstand für die Mitarbeiter des Flugplatzes Katterbach eine Siedlung, die nach dem Krieg durch Ansiedelung von Heimatvertriebenen erweitert wurde und mittlerweile wesentlich größer ist als der eigentliche Kernort. Bei Obereichenbach wurde auch die Shipton-Kaserne der US Army eingerichtet.

Am 1. Juli 1972 wurde Obereichenbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.

In Obereichenbach gab es eine Grundschule.

Ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 1 (ehemals markgräfliches Fischhaus), zweigeschossiger Bau des 18. Jahrhunderts mit Sonnenuhr von 1784G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 131. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 61 65 71 62 67 69 58 590 793 759 530HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 8 8 9 10 11 47 111 202Quelle Dort als Oberaichenbach aufgelistet.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt. 1964 wurde die römisch-katholische St.-Paulus-Kirche, die zur Pfarrei St. Ludwig gehörte, geweiht. Sie wurde inzwischen profaniert. Seit 1965 gibt es die evangelisch-lutherische Dreieinigkeitskirche. Sie gehört zur Pfarrei St. Johannis.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1249 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)