Ulan-Ude (; , Ulaan-Ùde) ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien im südöstlichen Sibirien. Sie hat 435.000 Einwohner (Stand: 2025) und ist das kulturelle, politische und wirtschaftliche Zentrum der Region. Als Eisenbahnknoten in Russisch-Fernost ist die Stadt international bekannt.
Geographie Lage Ulan-Ude liegt etwa 4400 km östlich von Moskau, 150 km südöstlich des Baikalsees und auf etwa 600 m ü. Meer an der Mündung der Uda in die Selenga. Die Grenze zur Mongolei liegt etwa 200 km südlich.
Stadtgliederung Die Stadt gliedert sich in die Stadtbezirke (Rajons): Sowjetski rajon (burjat. Зүблэлтын хороо) Schelesnodoroschny rajon (burjat. Түмэр замай хороо) Oktjabrskij rajon (burjat. Октябриин хороо)
Klima Das Klima ist typisch für Sibirien an der Grenze zwischen semiarid (BSk), monsun-kontinental (Dwb) und subarktisch (Dwc) mit langen, eisig kalten und trockenen Wintern und mäßig langen, sehr warmen und feuchten Sommern, obwohl die Wintertemperaturen weniger extrem als weiter nördlich sind.
Geschichte Die Siedlung Udinskoje (russisch ) wurde 1666 als Überwinterungsstation von Kosaken an der Uda, einem Nebenfluss der Selenga, gegründet und 1775 als Werchneudinsk (russisch ) zur Stadt erhoben. Nach einem großen Brand 1878 wurde die Stadt komplett neu aufgebaut. Von 1923 bis 1992 war sie Hauptstadt der Burjatischen ASSR innerhalb der RSFSR, seit dem 27. Juli 1934 unter ihrem heutigen Namen Ulan-Ude (burjatisch für Rote Uda). Heute ist die Stadt Hauptstadt der autonomen Republik Burjatien innerhalb Russlands.
Bevölkerungsentwicklung mini|Das Zentrum von Ulan-Ude aus der Vogelperspektive Jahr Einwohner 1897 8.086 1926 33.713 1939 125.690 1959 175.172 1970 253.569 1979 300.370 1989 352.530 2002 359.391 2010 404.426 2020 439.128 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Sehenswürdigkeiten
Unweit von Ulan-Ude, in der Nähe des Dörfchens Iwolginsk, befindet sich ein buddhistisches Kloster (Iwolginski Dazan).
Acht Kilometer nordöstlich der Stadt liegt das Ethnografische Museum Transbaikaliens, das von der historischen Präsenz verschiedener Volksgruppen in der Region zeugt: der Russen (62 %), der Ewenken, der Ureinwohner der Region, der Burjaten, eines mongolischstämmigen Volkes, das sich traditionell zum Vajrayana-Buddhismus bekennt, der Semeiskije, einer Glaubensgemeinschaft von so genannten Altgläubigen, deren Kultur 2001 von der UNESCO unter der Bezeichnung „Der Kulturraum und die mündliche Kultur der Semeiskije“ in die Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen wurde.
Am südwestlichen Stadtrand liegt die „Hunnenstadt“ (Iwolginsker Ringwallsiedlung) mit den Resten einer Stadt der Xiongnu aus dem 3.–1. vorchristlichen Jahrhundert, einer der größten archäologischen Stätten der Region.
Bekannt ist die Stadt auch für ihr monumentales Lenindenkmal. Mit einer Gesichtshöhe von 7,70 Metern und etwa 42 Tonnen Gewicht ist dieses Denkmal die größte Porträtbüste der Welt. Das Denkmal wurde 1970 zum 100. Geburtstag von Lenin erbaut, die der Bildhauer Georgij Neroda erschaffen hat."Urzeitgiganten und ein Leninkopf in XL", abgerufen am 20. Juni 2019.
In Ulan-Ude finden sich auch mehrere orthodoxe Kirchengebäude, darunter auch die Hodegetria-Kathedrale (Odigitrijewski sobor).
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Ulan-Ude ist ein Verkehrsknotenpunkt an der Verzweigung der Transsibirischen und der Transmongolischen Eisenbahn. Die Stadt ist das Kultur- und Wirtschaftszentrum von Transbaikalien.
Zudem befindet sich hier das Staatliche Flugzeugwerk Nr. 99, das u. a. auch Mil Mi-14, Mil Mi-8 sowie die Suchoi Su-25 produziert. mini|Straßenbahnlinienplan Ende 2021
Verkehr mini|Streckenplan des kommunalen Einheitsunternehmens „Stadtrouten“ Ende 2023 Die Fernstraße R258, die in Tschita ihren Anfang nimmt und einen Teilabschnitt der asiatischen Fernstraße AH6 darstellt, verläuft durch die Stadt. In Ulan-Ude beginnt die Fernstraße föderaler Bedeutung A340. Sie verbindet die Republik Burjatien über 245 Kilometer mit der Grenze zur Mongolei bei Kjachta. Sie ist Teil des Asian Highway AH3. Der Flughafen Baikal ist der größte der Teilrepublik Burjatien und liegt 15 km westlich der Stadt.
Im Stadtgebiet verkehrt die Straßenbahn Ulan-Ude. Zudem gibt es ein Busnetz und einige Marschrutka-Linien.
Weiterführende Bildungseinrichtungen Ulan-Ude ist Sitz mehrerer Universitäten und Hochschulen.
Burjatische Staatliche Universität (Mitglied der Universität der Arktis) Abteilung für Fernausbildung Ulan-Ude der Irkutsker Hochschule des Innenministeriums Russlands Burjatische Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Filiale der Nowosibirsker Staatlichen Akademie für Ökonomie und Recht Filiale der Sibirischen Staatlichen Universität für Telekommunikation und Informatik Ostsibirische Staatliche Akademie für Kultur und Kunst Ostsibirische Staatliche Technologische Universität
Städtepartnerschaften Ulan-Ude listet folgende siebzehn Partnerstädte auf: StadtLandseitAnyang1997Changchun2000Darchan1967Donezk 15px2011Erdenet 15px2002Eren Hot2011Haeju2012Hohhot2000Hulun Buir2015Lanzhou2016Manjur1993Rumoi 15px1972Taipeh 15px Republik China (Taiwan)1996Ulaanbaatar 15px2000Ulanqab2018Yamagata 15px1991Yeongwol2014
Militär In Ulan-Ude ist die 11. Luftsturm-Brigade der russischen Luftlandetruppen stationiert.
In der Zeit vom Februar 1959 bis Juni 1959 wurde in Ulan-Ude der erste streng geheim gehaltene Ausbildungslehrgang für die zukünftigen leitenden und technischen höheren Offiziere der aufzustellenden Flugabwehrraketentruppen (FRT) der NVA durchgeführt, die dem Kommando Luftstreitkräfte und Luftverteidigung unterstellt werden sollten. Die erste einzuführende Technik war der Fla-Raketenkomplex S-75 „Dwina“. Am Lehrgang nahm ebenfalls Personal der Tschechoslowakischen und Polnischen Volksarmee teil.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt
Boris Schumjazki (1886–1938), Filmfunktionär Gennadi Gor (1907–1981), Schriftsteller Danzig Baldajew (1925–2005), Autor Engelsina Tscheschkowa (1928–2004), burjatische Historikerin und Orientalistin Wladimir Safronow (1934–1979), Boxer Matwei Burlakow (1935–2011), Generaloberst Wilikton Barannikow (1938–2007), Boxer Igor Chmelnow (1945–2023), Admiral Alexander Assejew (* 1946), Physiker und Hochschullehrer Juri Skuratow (* 1952), Jurist und Politiker Pawel Pegow (* 1956), Eisschnellläufer Pawel Jakowlew (* 1958), Mittel- und Langstreckenläufer Wladyslaw Trojizky (* 1964), ukrainischer Theaterschauspieler und - regisseur, Dramaturg und Radiomoderator Irina Pantajewa (* 1967), Fotomodel Rustam Temirgalijew (* 1976), Politiker Bator Sambuev (* 1980), russisch-kanadischer Schachspieler Ljubow Wolossowa (* 1982), Ringerin Wladimir Granat (* 1987), Fußballspieler Dmitri Maslejew (* 1988), Pianist, Gewinner des Tschaikowski-Wettbewerbs 2015 Inna Stepanowa (* 1990), Bogenschützin Roman Tugarinow (* 1999), Fußballspieler Alexander Titow (* 2000), russisch-kirgisischer Eishockeyspieler
Persönlichkeiten mit Bezug zur Stadt
Bair Zybekdorschijew (* 1992), Bogenschütze
Quellen
Weblinks
Offizielle Webseite der Stadt Ulan-Ude in der Internetenzyklopädie „Meine Stadt“
Kategorie:Ort in Burjatien Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in Russland Kategorie:Hauptstadt eines Föderationssubjekts Russlands Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1775