Nischnekamsk (; ) ist eine Großstadt in Russland mit 241.000 Einwohnern (Stand: 2025) in der Republik Tatarstan.
Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2010 zählt Nischnekamsk zu den lebenswertesten Städten Russlands.regnum.ru
Geografie Nischnekamsk liegt am linken Ufer des Flusses Kama an dessen Unterlauf, in der Nähe der Mündung der Wjatka in die Kama, knapp 240 Kilometer östlich der Republikhauptstadt Kasan. Die nächstgelegenen Städte, jeweils etwa 25 km von Nischnekamsk entfernt, sind Jelabuga und Mamadysch.
Geschichte Nischnekamsk – wörtlich „Ort an der Unteren Kama“ – entstand ab 1961 als Siedlung beim Aufbau eines großen erdölverarbeitenden und chemischen Kombinats. Bis 1966 hieß der Ort „Arbeitersiedlung Nischnekamski“, danach erhielt er den Stadtstatus; das Kombinat wurde im Jahre 1967 endgültig fertiggestellt. Bereits Mitte der 1970er-Jahre überstieg die Einwohnerzahl von Nischnekamsk die Marke von 100.000.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1970 48.988 1979 134.199 1989 190.793 2002 225.399 2010 234.044 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Im Jahr 1989 hatte ethnische Zusammensetzung der Stadt Nischnekamsk folgendes Aussehen: 46,5 % Tataren, 46,1 % Russen, 3,0 % Tschuwaschen, 1,0 % Ukrainer, 1,0 % Baschkiren, 2,4 % Sonstige. Auch gibt es in der Stadt eine bedeutende Gemeinde der Krjaschen (christliche Tataren).
Sehenswürdigkeiten Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die heilige Quelle; der Platz der Stadtfeste (Maydan); der Mussa Dschalil Park; die Eishockeyhalle Neftechimik; sowie das Stadtmuseum.
Wirtschaft und Verkehr Heute gilt Nischnekamsk neben der Hauptstadt Kasan als die zweitwichtigste Industriestadt der Republik und wichtiges Zentrum der russischen Ölverarbeitung. Hauptarbeitgeber der Stadt sind das Öl- und Chemiekombinat OAO Nischnekamskneftechim, mehrere Raffinerien, ein Autoreifenwerk, zwei Heizkraftwerke und eine Reihe weiterer Industriebetriebe.
Die Stadt besitzt einen Binnenhafen an der Kama, einen Eisenbahnanschluss sowie einen regionalen Flughafen. Der innerstädtische Nahverkehr wird unter anderem mit einem eigenen Straßenbahnnetz betrieben. Der Brotikombinat gehört zur Essenindustrie der Stadt.
Bildung Die Bildungslandschaft der Stadt besteht aus 23 allgemeinbildenden Schulen, fünf Gymnasien und zwei Lyzeen. Auch gibt es die Sportschulen, die Musikschulen und die Kunstschule. Die universitäre Bildung wird durch zwei Hochschulinstitute, drei Hochschulfilialen sowie einer eigenständigen Hochschule gewährleistet.
Seit 2008 sind alle höheren Bildungsinstitutionen flächendeckend mit drahtloser Internetanbindung ausgestattet.
Sport Zu den bekanntesten Sportvereinen der Stadt gehört der 1968 gegründete Eishockey-Club HK Neftechimik Nischnekamsk, der am Spielbetrieb der Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) teilnimmt. Seine Heimspielstätte ist die 2005 fertiggestellte Mehrzweckhalle SKK Neftechimik, die knapp für 5500 Zuschauer Plätze bietet und außer für Eishockeyspiele auch für Konzerte genutzt wird.
Im Fußball ist die Stadt durch den Verein FK Neftechimik Nischnekamsk vertreten, der zwischen dem zweitklassigen Perwenstwo FNL und dem eine Etage tiefer angesiedelten Perwenstwo PFL pendelt. Auch dieser Verein besitzt mit dem bis zu 3200 Zuschauer fassenden Neftechimik-Stadion eine eigene Spielstätte.
Söhne und Töchter der Stadt
Ilsur Metschin (* 1969), Politiker Sergej Waßmiller (* 1970), deutsch-russischer Eishockeyspieler und -trainer Irina Wostrikowa (* 1970), Siebenkämpferin Marat Sakirow (* 1973), WasserballspielerMarat Zakirov in der Datenbank von Sports-Reference (englisch) Sergei Budylin (* 1979), FußballspielerБудылин Сергей Владимирович, footballfacts.ru (russisch) Rewas Tsomaia (* 1980), georgischer Eishockeyspieler Alija Iksanowa (* 1984), Skilangläuferin Ilschat Bilalow (* 1985), Eishockeyspieler Szjapan Haratscheuskich (* 1985), belarussischer Eishockeytorwart Aljaksej Uharau (* 1985), belarussischer Eishockeyspieler Andrei Plechanow (* 1986), Eishockeyspieler Radik Sakijew (* 1986), Eishockeyspieler Pawel Walentenko (* 1987), Eishockeyspieler Pjotr Chochrjakow (* 1990), Eishockeyspieler Jewgeni Jerjomenko (* 1990), Eishockeyspieler Emil Galimow (* 1992), Eishockeyspieler Pawel Kulikow (* 1992), Eishockeyspieler Alina Jakimkina (1993–2015), Biathletin Nail Jakupow (* 1993), Eishockeyspieler Bogdan Jakimow (* 1994), Eishockeyspieler Rinat Walijew (* 1995), Eishockeyspieler Damir Scharipsjanow (* 1996), Eishockeyspieler Roman Jeschow (* 1997), Fußballspieler Michail Sergatschow (* 1998), Eishockeyspieler
Einzelnachweise
Weblinks
Inoffizielles Portal (russisch) Nischnekamsk auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in Tatarstan
Kategorie:Ort an der Kama Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1966 Kategorie:Gemeindegründung 1961