Die 34. kanadische Unterhauswahl (engl. 34th Canadian General Election, frz. 34e élection fédérale canadienne) fand am 21. November 1988 statt. Gewählt wurden 295 Abgeordnete des kanadischen Unterhauses (engl. House of Commons, frz. Chambre des Communes). Die regierende Progressiv-konservative Partei von Brian Mulroney büßte zwar sieben Prozent Wähleranteil ein, erreichte aber trotzdem eine komfortable absolute Mehrheit. Der Liberalen Partei gelang es, sich von der schweren Wahlniederlage vor vier Jahren zu erholen und ihre Sitzzahl mehr als zu verdoppeln.
Die Wahl Das Freihandelsabkommen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten beherrschte den Wahlkampf. Premierminister Brian Mulroney hatte es im Oktober 1988 unterzeichnet, es war aber noch nicht vom Parlament ratifiziert worden. Die von John Turner angeführte Liberale Partei sprach sich gegen das Abkommen aus, ebenso die Neue Demokratische Partei von Ed Broadbent. Nach einigen Skandalen schien die Progressiv-konservative Partei geschwächt und die Liberalen machten sich berechtigte Hoffnungen, nach vier Jahren Unterbrechung wieder an die Macht zu gelangen.
Die Meinungsumfragen zeigten ein uneinheitliches Bild, Regierung und Opposition lagen abwechselnd in Führung. Die Progressiv-Konservativen führten zunächst einen eher unauffälligen Wahlkampf, gingen dann aber dazu über, Turners Glaubwürdigkeit anzugreifen. Damit verbunden war eine teure Werbekampagne für das Freihandelsabkommen. Der Regierung gelang es dadurch, sich entscheidend abzusetzen.
Zwar büßten die Progressiv-Konservativen sieben Prozent Wähleranteil an, doch blieben sie weiterhin die klar stärkste Kraft und konnten ihre absolute Mehrheit verteidigen. Den Liberalen gelang es, die Zahl ihrer Mandate mehr als zu verdoppeln und somit die Verluste von 1984 etwas auszugleichen; für den Wahlsieg reichte es aber bei weitem nicht. Die Neuen Demokraten erzielten das bis dahin beste Ergebnis überhaupt, in den Provinzen British Columbia und Saskatchewan wurden sie sogar stärkste Kraft.
Die Wahlbeteiligung betrug 75,3 %.
Ergebnisse
Gesamtergebnis mini|hochkant=1.2|Übersicht der Provinzen und Territorien mini|hochkant=0.6|Brian Mulroney mini|hochkant=0.6|Ed Broadbent Partei Vorsitzender Kandi-daten Sitze1984 bei Auf-lösung Sitze1988 +/− Stimmen Wähler-anteil +/− Progressiv-konservative Partei Brian Mulroney 295 211 203 169 − 42 5.667.543 43,03 % − 7,00 % Liberale Partei John Turner 294 40 38 83 + 43 4.205.072 31,92 % + 3,90 % Neue Demokratische Partei Ed Broadbent 295 30 32 43 + 13 2.685.263 20,38 % + 1,57 % Reformpartei Preston Manning 72 275.767 2,09 % + 2,09 % Partei des christlichen Erbes Ed Vanwoudenberg 63 102.533 0,78 % + 0,78 % Parti Rhinocéros Cornelius I. 74 52.173 0,40 % − 0,39 % Grüne Partei Seymour Trieger 68 47.228 0,36 % + 0,15 % Confederation of Regions Elmer Knutson 51 41.342 0,31 % − 0,21 % Libertarian Party Dennis Corrigan 88 33.135 0,25 % + 0,06 % Nicht parteigebunden 100 1 4 − 1 24.516 0,19 % − 0,12 % Unabhängige 55 22.982 0,17 % − 0,01 % Commonwealth Party Gilles Gervais 58 7.467 0,06 % Kommunistische Partei George Hewison 51 7.066 0,05 % − 0,01 % Social Credit Party Harvey Lainson 9 3.407 0,03 % − 0,10 % vakant 5 Gesamt 1.573 282 282 295 + 13 13.175.494 100,0 %
Ergebnis nach Provinzen und Territorien Partei BC AB SK MB ON QC NB NS PE NL NW YK Gesamt Progressiv-konservative Partei Sitze 12 25 4 7 46 63 5 5 2 169 Anteil in % 35,3 51.8 36,4 36,9 38,2 52,7 40,4 40,9 41,5 42,2 26,4 35,3 43,0 Liberale Partei Sitze 1 5 43 12 5 6 4 5 2 83 Anteil in % 20,4 13,7 18,2 36,5 38,9 30,3 45,5 46,5 49,9 45,0 41,4 11,3 31,9 Neue Demokratische Partei Sitze 19 1 10 2 10 1 43 Anteil in % 37,0 17,4 44,2 21,3 20,1 14,4 9,3 11,4 7,5 12,4 28,3 51,4 20,4 Reformpartei Anteil in % 4,8 15,4 3,3 2,1 Christian Heritage Anteil in % 1,1 3,3 1,4 2,0 0,8 Parti Rhinocéros Anteil in % 1,2 0,4 Confederation of Regions Anteil in % 4,3 0,3 Commonwealth Party Anteil in % 0,2 0,1 Sitze total 32 26 14 14 99 75 10 11 4 7 2 1 295
Weblinks Elections Canada (Wahlbehörde)
Einzelnachweise
Siehe auch Wahlen in Kanada
#1988 Kategorie:Parlamentswahl 1988 Unterhauswahl 1988