mini|hochkant=1.0|Margarete Taudte als Luise Miller mit Lothar Blumhagen als Ferdinand in Kabale und Liebe beim Gastspiel des Deutschen Theaters in Paris, 1956 Margarete Anna Helene Taudte (* 12. November 1920Zu Lebzeiten von Margarete Taudte wurde regelmäßig das Geburtsjahr 1926 angegeben, so in: Kürschners biographisches Theater-Handbuch, S. 737. in Jena; † 20. September 2009 in Weimar) war eine deutsche Film- und Theaterschauspielerin.
Leben Taudte nahm in Weimar privaten Schauspielunterricht bei Otto Roland. Ihr Debüt als Bühnendarstellerin gab sie als 1. Rosenmädchen in Penthesilea bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel. Ein Theater-Engagement hatte sie noch während des Zweiten Weltkrieges in der Spielzeit 1943/44 am Deutschen Theater in Lille. Nach 1945 waren das Stadttheater Jena (1945–1946), das Stadttheater Nordhausen (bis 1947), das Rheinische Theater der Jugend in Boppard, die Städtischen Bühnen Gladbach-Rheydt, die Städtischen Bühnen Gelsenkirchen (1949–1953) und das Staatstheater Schwerin weitere Stationen in ihrer Bühnenlaufbahn. Vita bei DEFA Sternstunden Während ihrer Theaterkarriere trat Taudte auch als Soubrette in Operetten auf.
Zu den wichtigen Bühnenrollen ihrer Anfangszeiten am Theater gehörten: Annchen in dem Schauspiel Jugend, Gretchen in Faust, Viola in Was ihr wollt, Rienecke in einer Bühnenfassung des Romans Der Flachsacker von Stijn Streuvels, Melitta in Sappho (alle Stadttheater Jena, Spielzeit 1945/46), Luise Miller in Kabale und Liebe (1946, Stadttheater Nordhausen), Julia in Zwei Herren aus Verona (Städtische Bühnen Gladbach-Rheydt), Ophelia in Hamlet, die Titelrolle in Katharina Knie und Diddo Geiss in Des Teufels General (alle Städtische Bühnen Gelsenkirchen), Fanny in dem Schauspiel Zum goldenen Anker von Marcel Pagnol, Cordelia in König Lear, Amalia in Die Räuber sowie die Titelrollen in Die Jungfrau von Orleans und Die heilige Johanna (alle am Staatstheater Schwerin).
1954 wurde Taudte an das Deutsche Theater in Berlin verpflichtet, dessen Ensemblemitglied sie bis 1998 war. Zu Taudtes wichtigsten Theaterrollen dort gehörten wieder das Gretchen (1954) und die Luise Miller (1955). In Heiner Müllers Hamlet-Inszenierung spielte sie ebenfalls mit. Zum letzten Mal stand sie 1998 in Thomas Bernhards Theaterstück Der Weltverbesserer als Partnerin von Jürgen Holtz auf der Bühne.
Neben ihren Theaterrollen gehörte Taudte auch zum Schauspieler-Ensemble beim Fernsehen der DDR. Ihr Debüt gab sie im Fernsehen der DDR mit der weiblichen Hauptrolle der Ottilie von Gersen in dem aufwendig inszenierten biografischen DEFA-Film Thomas Müntzer – Ein Film deutscher Geschichte. Später war sie vor allem in Fernsehinszenierungen zu sehen. Nach der Wende spielte Taudte noch kleinere Rollen in einigen Fernsehserien und Fernsehfilmen. Ihre letzte Fernsehrolle spielte sie 1992 in dem Fernsehfilm Das Trio.
Für das Fernsehen der DDR arbeitete sie auch als Synchronsprecherin und lieh unter anderem Jeanne Moreau, Antonella Lualdi und Birgitte Federspiel ihre Stimme.
Taudte war zeitweilig mit ihrem Schauspiellehrer, dem Schauspieler und Regisseur Otto Roland (eigtl. Otto Lechle), verheiratet. Ihr bürgerlicher Name lautete daher Lechle. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Christine Lechle und Katja Merlin, die ebenfalls als Schauspielerinnen arbeiteten, ebenso Enkelin Anja Lechle. Taudte starb im Alter von 88 Jahren im Marie-Seebach-Stift für Bühnenkünstler in Weimar.Margarete Taudte ist tot. Nachruf in der Berliner Zeitung vom 22. September 2009
Filmographie 1956: Thomas Müntzer – Ein Film deutscher Geschichte – Regie: Martin Hellberg 1961: Der Fall Gleiwitz – Regie: Gerhard Klein 1962: Geboren unter schwarzen Himmeln (TV) – Regie: Achim Hübner 1971: Salut Germain (TV) – Regie: Helmut Krätzig 1972: Aller Liebe Anfang (TV) – Regie: Helmut Krätzig 1973/90: Die Taube auf dem Dach – Regie: Iris Gusner 1976: Auf der Suche nach Gatt (TV) – Regie: Helmut Schiemann 1978: Scharnhorst (TV) – Regie: Wolf-Dieter Panse 1978–1979: Rentner haben niemals Zeit (TV) – Regie: Horst Zaeske 1981: Kippenberg (Fernsehfilm) – Regie: Christian Steinke 1986: Leute sind auch Menschen (TV) – Regie: Günter Stahnke 1988: Die Glucke (TV) – Regie: Günter Stahnke 1991: Agentur Herz: Der Besuch (TV) – Regie: Klaus Grabowsky 1991: Aerolina (TV) – Regie: Günter Stahnke 1992: Das Trio (TV) – Regie: Wolfgang Hübner
Hörspiele 1957: Lion Feuchtwanger: „Wahn“ oder „Der Teufel in Boston“ (Hanna) – Regie: Wolfgang Heinz (Rundfunk der DDR) 1958: Günther Weisenborn: Yang-Tse-Kiang (Li) – Regie: Werner Stewe (Rundfunk der DDR) 1968: Giles Cooper: Die unverdauliche Auster – Regie: Wolfgang Brunecker (Hörspielkomödie – Rundfunk der DDR) 1968: Ion Druze: Wenn der Hahn kräht (Marinka) – Regie: Helmut Molegg (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1971: Heinrich Mann: Die Jugend des Königs Henri Quatre – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1974: Hans-Ulrich Lüdemann: Blümlein ist gegangen (Frau Behaim) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1982: Peter Hacks: Das Turmverlies – Geschichten von Henriette und Onkel Titus (Fräulein Sawatzki) – Regie: Fritz Göhler (Kinderhörspiel – Litera) 1987: Brüder Grimm: Drosselbart – Regie: Maritta Hübner (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR)
Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 737.
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