mini|hochkant|Gottlob Engelhard von Nathusius im Jahr 1871 (Foto im Stadtarchiv Nürnberg). Gottlob Engelhard von NathusiusEr wird auch als Gottlob von Nathusius-Orlowo bezeichnet. (* 7. Mai 1838 in Hundisburg; † 28. April 1899 in Weimar) war ein preußischer Landrat in der Provinz Posen, Polizeidirektor der Stadt Posen und Polizeipräsident.Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preussischen Abgeordnetenhaus. 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6, Droste, Düsseldorf 1994, S. 273.
Leben Herkunft Er war der älteste Sohn des Tierzüchters Hermann von Nathusius und seiner Frau Luise, geb. Bartels und hatte noch vier Geschwister, darunter den späteren Dillenburger Landstallmeister Hans von Nathusius und den Erben des Hundisburger Besitzes, Joachim von Nathusius (1848–1915). Nathusius wuchs auf dem väterlichen Gutsbetrieb Schloss Hundisburg auf.
Familie Am 26. April 1871 heiratete er in Bialokosch, Kreis Birnbaum, Anna, geb. Freiin von und zu Massenbach (1850–1937), eine Tochter des dortigen Rittergutsbesitzers Georg Freiherr von und zu Massenbach und der Sophie, geb. von Gemmingen-Steinegg. Das Paar hatte fünf Kinder, die teilweise früh starben. Die Tochter und spätere Künstlerin Gisela Luise Elisabeth von Nathusius (* 13. Februar 1872 in Orlowo) heiratete am 18. Juli 1906 in Weimar den verwitweten preußischen Oberstleutnant Ernst Wilhelm Ludwig von Sommerfeld (1847–1922), einen Sohn des preußischen Generalleutnant's Wilhelm von Sommerfeld (1801–1871) und Cousin des Generalmajors Ernst von Sommerfeld; sie starb am 5. September 1934 in Weimar.
Werdegang mini|hochkant|Urkunde der Stadt Obornik zum Ehrenbürgerrecht aus dem Jahr 1890. Nathusius besuchte das Evangelisch Stiftische Gymnasium Gütersloh, wo er 1858 auch die Reifeprüfung ablegte.Friedrich Fliedner: 75 Jahre Gütersloher Gymnasium. Verlag F. Tigges, Gütersloh 1926. 3. Festschrift zur Feier des 75jährigen Bestehens des Evangelisch-Stift. Gymnasiums zu Gütersloh und der Grundsteinlegung zum Gymnasialneubau am 16., 17. und 18. August 1926. Gütersloh 1926, S. 52, Nr. 67. Nach einer juristischen Ausbildung verließ er im Mai 1862 den Referendarsdienst.Amtsblatt der königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Stück 24, Mit: Nachweis der im Monat Mai 1862 im Departement des Kammergerichts vorgekommenen Personal-Veränderungen, V. Auscultatoren, Potsdam vom 13. Juni 1862, S. 172 Er wurde Landwirt und kaufte in der damaligen Provinz Posen (heute in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern gelegen) das Gut Orlowo (heute Orłowo) im Kreis Obornik (heute Gemeinde Inowrocław). Er baute dort ein Gutshaus.Ritter: Stich: Architekt Skizzenbuch. Wohnhaus des Herrn von Nathusius auf Ortowo, Jahrgang 1872, Heft V., Blatt 3, Entwurf Gropius & Schmieden, A. W. Schade-Ernst & Korn, Berlin. Am 1. Dezember 1890 wurde ihmin der Ernennungsurkunde wurde er zu dem Zeitpunkt als „früherer Königlicher Landrath und jetziger Polizeidirektor der Stadt Posen“ bezeichnet vom Magistrat und den Stadtverordneten der Stadt Obornik in Anbetracht der um die Stadt erworbenen Verdienste das Ehrenbürgerrecht verliehen.
Nach Verkauf seines Gutes an Bruno Gottschling wurde Nathusius 1880 als Nachfolger des späteren Oberpräsidenten Heinrich Konrad Studt zum Landrat im Kreis Obornik ernannt, nachdem er das Amt bereits vorher als Verweser ausgeübt hatte. In dieser Funktion war er 10 Jahre tätig. Es folgte eine Tätigkeit als PolizeidirektorBei Ozdowscy.net wird ein vom königlichen Polizeidirektor von Nathusius unterzeichnetes Adress- und Geschaefts-Handbuch der Stadt Posen nebst der Vororte Bartholdshof, Berdychowo, Jersitz, St. Lazarus, Pietrowo und Wilda des Jahres 1894 erwähnt. von Posen, die er 1897 aufgrund einer schweren Erkrankung aufgeben musste. Mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst wurde ihm der Titel eines Polizeipräsidenten zugesprochen.Sabine Grabowski: Deutscher und polnischer Nationalismus: Der Deutsche Ostmarken-Verein und die polnische Straz 1894–1914. In: Materialien und Studien zur Ostmitteleuropa-Forschung, Band 3, Selbstverlag Herder-Institut, Marburg/Lahn 1998, S. 139., war er bereits in seiner aktiven Zeit zum Polizeipräsidenten befördert worden. Nach seiner Verabschiedung in Posen siedelte Nathusius mit seiner Frau nach Weimar über, wo er 1899 verstarb.
Einzelnachweise und Anmerkungen
Veröffentlichungen Gottlob von Nathusius-Orlowo (Verf.), Landrathsamts-Verweser: Besetzung der Gewässer mit Zandern, Circul. Deutsch. Fischerei Ver., Nr. 5, 122 f., 1878.
Weblinks
Literatur Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3). Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7. Lilly von Nathusius: Johann Gottlob Nathusius (1760–1835) und seine Nachkommen sowie sein Neffe Moritz Nathusius mit seinen Nachkommen. Detmold 1964, S. 54. Wolfgang Ollrog: Johann Christoph Gatterer, der Begründer der wissenschaftlichen Genealogie. In: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete mit Praktischer Forschungshilfe. 47. Jahrgang, Heft 81/82, Februar 1981, C. A. Starke Verlag, Limburg/Lahn 1981, Nr. 3.4.1.2, S. 53.
Quellen Nachruf, In: Leopold Kayßler: Die Post. Selbstverlag, Berlin vom 4. Mai 1899. ,
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