Arco (Dialekt: Árko oder nur Árk) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit Einwohnern (Stand ) in der Provinz Trient, Region Trentino-Südtirol. Zusammen mit der Nachbargemeinde Riva del Garda bildet Arco ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet von etwa 35.000 Einwohnern. Die Kleinstadt gehört zur Talgemeinschaft Comunità Alto Garda e Ledro.

Geographie Lage und Beschreibung Die Kleinstadt liegt in Luftlinie etwa 25 km südsüdwestlich der Provinzhauptstadt Trient und etwa fünf Kilometer nördlich des Gardasees am Unterlauf des Flusses Sarca auf einer Höhe von Die höchste Erhebung auf dem etwas mehr als 63 km² großen Gemeindegebiet ist der östlich von Arco gelegene Monte Stivo mit Arco liegt in einem Erdbebengebiet der Klasse 3, d. h. stärkere Erdbeben können vorkommen, sind aber selten.

Zum Gemeindegebiet von Arco gehören die Katastralgemeinden Arco, Oltresarca und Romarzollo sowie die Fraktionen Bolognano, Caneve, Ceole, Chiarano, La Grotta, Linfano, Massone, Moletta, Padaro, Pratosaiano, S. Giorgio, S. Martino, Varignano, Vigne, Vignole.Statuto comunale di Arco. Articolo 1: Territorio e frazioni. (PDF) Die Fraktionen Bolognano, Caneve, La Grotta, Massone, Prato Saiano, San Giorgio, San Martino und Vignone gehörten zur Gemeinde Oltresarca, während Ceole, Chiarano, Padaro, Varignano und Vignole Teil der Gemeinde Romarzollo waren. Beide Gemeinden – Oltresarca und Romarzollo – wurden im Zuge der faschistischen Gemeindereform 1929 nach Arco eingemeindet.

Mit der Fraktion Linfano besitzt Arco auch ein kleines Uferstück am Nordufer des Gardasee, das im Osten vom Monte Brione und im Westen von der Mündung der Sarca in den Gardasee eingegrenzt ist. Auf dem Gemeindegebiet von Arco liegen des Weiteren noch mehrere Weiler wie beispielsweise Braila, Laghel, Monte Velo, Prabi, San Giovanni in Monte oder Troiana.

Auf dem Gemeindegebiet von Arco liegen ganz oder teilweise die Natura 2000 Schutzgebiete Bus del Diaol und Monte Brione.

Arco verfügt über einen historischen Ortskern. Dieser erstreckt sich unterhalb des Burgberges auf der orographisch rechten Flussseite, an der Stelle, an der das Sarcatal in die südlich angrenzende Schwemmebene übergeht, die sich bis zum Nordufer des Gardasees erstreckt.Ottone Brentari: Guida del Trentino. Trentino Occidentale parte prima: Valli del Sarca e del Chiese. S. 77. Mittelpunkt der Altstadt ist die Piazza 3 Novembre mit der Pfarrkirche Santa Maria Assunta, dem Rathaus im Palazzo di Piazza, dem Palazzo Nuovo und dem Mosesbrunnen. Die Altstadt ist verkehrsberuhigt, von vielen alten, gut erhaltenen Gebäuden gesäumt und beherbergt viele Läden, Bars und Restaurants.

Klima Durch seine geschützte Lage, umgeben von Bergen und die Nähe zum Gardasee herrscht in Arco ein Mikroklima. Der Ort profitiert dabei von den besonderen Windverhältnissen am Gardasee: Das Klima wird sowohl vom auflandigen Südwind Ora als auch vom ablandigen Nordwind Sover beeinflusst.Aldo Gorfer: Le valli del Trentino. Trentino occidentale. S. 253. Eine bedeutende Rolle spielen zudem die geomorphologischen Gegebenheiten der Stadt, die im Norden, Westen und Osten von teils hohen Bergen geschützt ist und sich nach Süden zum See hin wie ein römisches Theater öffnet. Gemäß der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden gehört Arco zur Klimazone E, was eine Heizperiode vom 15. Oktober bis 15. April festlegt.

Das Mikroklima begünstigt unter anderem das Wachstum mediterraner Vegetation wie Palmen, die in den zahlreichen Parkanlagen der Stadt zu finden sind. Arco gilt zudem als Luftkurort und wurde bereits im 19. Jahrhundert als Kurort für Atemwegserkrankungen aufgesucht.

Geschichte Ortsname Arco wurde erstmals 771 als Arqno urkundlich erwähnt. 1124 erscheint nach Franz Huter ein Archo auf. Das deutsche nicht mehr gebräuchliche Exonym lautet Arch. Die Etymologie des Ortsnamens ist nicht sicher geklärt. Möglicherweise leitet er sich aus dem lateinischen arcus (deutsch: Bogen) ab, auch wenn nicht mehr bekannt ist, worauf Bezug genommen wurde. Möglicherweise auf die Form der Siedlung, den Verlauf einer Straße oder eines Wasserlaufes. Laut anderen Erklärungen stammt der Name vom lat. arx (deutsch: Burg), der sich auf die Burgruine von Arco bezieht. Der topographische Name Arco bezieht sich auch auf das Gebiet der ehemalige Pieve und Grafschaft. Unterschiede zwischen den beiden Bedeutungen sind aus der Adjektivierung des Namens zu erkennen. So bezieht sich das Adjektiv archese auf den Ort Arco, während mit arcense auch die übrige ehemalige Grafschaft gemeint ist.Giulia Mastrelli Anzilotti: Toponomastica trentina: i nomi delle località abitate. S. 125.

Entwicklung mini|Pfarrkirche und Piazza di Ema, um 1880 In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlangte Arco in ganz Österreich-Ungarn aufgrund seines milden mediterranen Klimas und der guten Luft einen ausgezeichneten Ruf als Kurort und Heilbad. Besonders bei den Habsburgern und dem mitteleuropäischen Adel war Arco als Winteraufenthalt beliebt. Erzherzog Albrecht von Habsburg ließ sich eine große Villa mit eigenem Park errichten, der Park ist bis heute erhalten. In der Folge kamen weitere Adelige und Vertreter des Großbürgertums, die zahlreiche Jugendstilvillen errichten ließen. Das bauliche Gesamtbild jener Zeit ist auch heute noch weitgehend erhalten.

Das milde Klima war zudem ideal für die Behandlung von Tuberkulose, weshalb zahlreiche Sanatorien entstanden, in denen Kranke oft über lange Zeit behandelt wurden. Es wurden viele Kureinrichtungen gebaut, die sowohl zur Erholung als auch zur Unterhaltung der Kurgäste dienten. Einige dieser Einrichtungen, wie das Casino Municipale mit seiner Veranda und dem Festsaal, sind bis heute erhalten. Das Casino wird aktuell für Kongresse und Veranstaltungen genutzt.

Ende des 19. Jahrhunderts hielt sich auch Rainer Maria Rilke mehrfach in Arco auf. Hier fand er Inspiration für einige seiner Werke und schuf Gedichte über Arco und einige Orte der Umgebung. Heute erinnert der Rilke-Panoramweg an ihn; er führt zu den Orten, die Rilke in seinem Briefwechsel mit Nora Goudstikker erwähnte.

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Arco und war Teil des Bezirks Riva.

Bevölkerungsentwicklung

In den letzten 100 Jahren ist die Bevölkerung von Arco auf über das Doppelte gestiegen und die Stadt ist gewachsen. Nebenstehende Grafik verdeutlicht das Wachstum. Alle 10 Jahre findet eine Volkszählung statt, um die genauen Daten erheben zu können. Aufgrund der politischen Situation wurden Daten 1936, dann aber erst 1951 erhoben. Die letzten Volkszählungen fanden 2011 und 2021 statt (Stand 2024). In den Jahren 2001 bis 2022 wurden die Daten von der Stadt aufgrund von Zu- und Wegzügen sowie von Geburten und Todesfällen erhoben.

Im Jahr 2022 lebten in Arco 17.759 Einwohner, verteilt auf 7.844 Familien. Bis 2015 verzeichnete die Stadt ein natürliches Bevölkerungswachstum, da es mehr Geburten als Todesfälle gab. Seit 2015 hat sich der Trend jedoch umgekehrt: Es gibt nun mehr Todesfälle als Geburten. So wurden im Jahr 2022 beispielsweise 129 Kinder geboren, während 181 Menschen starben. Das Bevölkerungswachstum resultiert daher hauptsächlich aus Zuzügen – im Jahr 2022 zogen 124 Personen neu nach Arco, davon 73 aus dem Ausland.

Die Zahl der nicht italienischen Einwohner stieg zwischen 2003 und 2011 an und ist seither relativ stabil. Am 1. Januar 2023 lebten 1.525 Menschen aus dem Ausland in Arco, was 8,6 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Von diesen stammen 65,4 % aus Europa, 14,6 % aus Afrika, 12,7 % aus Asien und 7 % aus Amerika.

Politik Bürgermeister Im Jahr 1993 wurde per Gesetz die Direktwahl des Bürgermeisters eingeführt. Folgende Bürgermeister wurden seitdem gewählt:

1995: Eugenio Mantovani (Mitte-links Bündnis) 1999: Renato Veronesi (Mitte-links Bündnis) 2002: Renato Veronesi (Bürgerliste) 2010: Paulo Mattei (Mitte-rechts Bündnis) 2013: Alessandro Betta (PD) 2020: Alessandro Betta (Mitte-links Bündnis) 2025: Arianna Fiorio (Links Bündnis) Mit der Anwältin Arianna Fiorio steht seit 2025 erstmals eine Frau an der Spitze der Kommune.

Partnerschaften Die Stadt Arco ist folgende Städtepartnerschaften eingegangen:

Bogen, (Bayern) Maybole, (South Ayrshire) Roccella Ionica, (Kalabrien) Schotten, (Hessen)

Sehenswürdigkeiten Die Stadt und die Umgebung kann mit vielen Sehenswürdigkeiten aufwarten. Besonders zu erwähnen sind die im Folgenden genannten.

Burgruine Arco

mini|Burgruine von Arco Auf dem Burgfelsen über der Altstadt gelegene Burgruine ist die Stammburg derer von Arco. Sie wurde erstmals 1144 urkundlich erwähnt.Michele Dalba: Castello di Arco. In: E. Possenti, G. Gentilini, W. Landi, M. Cunaccia (Hrsg.): Castra, castelli e domus murate. Corpus dei siti fortificati trentini tra tardoantico e basso medioevo. Apsat 4. SAP Società Archeologica s.r.l., Mantua 2013, ISBN 978-88-87115-77-2, S. 390. Die Burg war in verschiedenen Jahrhunderten der Mittelpunkt von Streitigkeiten zwischen Parteien aus Verona, Tirol, Frankreich, Bayern und Mailand, sie galt über Jahrhunderte als uneinnehmbar, wurde aber 1703 während des Spanischen Erbfolgekrieges von französischen Truppen des Maréchal de camp Vendôme zerstört. 1495 erstellte Albrecht Dürer ein Gemälde der Stadt mitsamt noch intakter Burg. Auch Rainer Maria Rilke besuchte Arco Ende des 19. Jahrhunderts und war von der Burg so beeindruckt, dass er ihr ein Gedicht widmete. Der Felsen, auf dem die Burgruine liegt, fällt zum Flusstal hin steil ab und bildet eine hohe Felswand, während die Süd- und Westflanke sanft abfallen. Über diese Flanke gibt es einen Weg von der Altstadt zur Burg, die über diesen in etwa 20 Minuten erreichbar ist. Es gibt einen Kreuzweg, der in Arco beginnt, über die Burg zur Kapelle „S. Maria di Laghel“ führt.

La Collegiata Santa Maria Assunta mini|Pfarrkirche La Collegiata Die Pfarrkirche Santa Maria Assunta, meist nur als La Collegiata bezeichnet, liegt mitten in der Altstadt an der Piazza III Novembre.Alessandro Campetti et al.: La Pieve e la Collegiata di Santa Maria Assunta di Arco. Manfrini, Calliano 1991, ISBN 88-7024-463-6, S. 15–25. Sie wurde 1144 erstmals erwähnt, wurde aber 1613 abgerissen und nach Plänen von Giovanni Maria Filippi da Dasindo bis 1630 neu erbaut. Eingeweiht wurde sie erst 1671, da durch die 1630 ausgebrochene Pestepidemie die Arbeiten für Jahrzehnte nicht fortgesetzt wurden. Sie ist Mariä Himmelfahrt gewidmet.

Sie ist eines der größten Bauwerke der Trentiner Spätrenaissance (1613–1671), eine monumentale Stiftskirche, die im romanisch-gotischen Stil erbaut wurde. Diese zeigt eine strenge Fassade und eine hölzerne, schön geschnitzte Kassettentür. Die Kirche verfügt über vierzehn Strebepfeiler, die die Aula und den Glockenturm tragen. Der Glockenturm ist 61 m hoch. Das Kirchenschiff verfügt im Inneren über einen Hauptaltar und acht Seitenaltäre. Einige der Seitenaltäre sind mit Ölgemälden der Brescianischen Schule ausgestattet, dahinter befinden sich halbkreisförmige Buntglasfenster. Über dem Hauptaltar befindet sich ein Altarbild mit Madonna und Jesuskind, diese werden gesäumt von Erzengel Michael und zwei Engeln, ein Werk von Felice Brusasorzi (1539–1605). Der Chor ist aus Holz und wurde von Giacomo Benedetti erstellt. In einem Glaskasten am zweiten Altar werden die sterblichen Überreste einer Märtyrerin verwahrt, die Papst Innozenz XI. dem Grafen von Arco einst schenkte, deswegen wird sie „Innocenza“ genannt.

Trinitatiskirche

mini|Trinitätskirche Die Trinitatiskirche war die erste protestantische Kirche im italienischsprachigen Teil Tirols und ist bis heute eine der wenigen evangelischen Kirchen im Trentino. Sie liegt an der Via Roma, etwas außerhalb der Altstadt. Mit ihrem steil aufgerichteten Dach mit bunten Dachziegeln, einem schlanken Turm und der Steinästhetik ist sie ein architektonisches Kleinod.