Pusher II ist ein dänisches Drogendrama von 2004 mit dem Untertitel Respect. Regie führte Nicolas Winding Refn. Er ist die Fortsetzung des Films Pusher, der acht Jahre vorher erschien. Mads Mikkelsen übernahm diesmal die Hauptrolle, wieder als Tonny. Zlatko Burić übernahm eine Nebenrolle.
Handlung Kleinganove Tonny ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und versucht, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Vor allem aber will er den Respekt seines Vaters, einem stadtbekannten Gangster und Autoschieber, gewinnen. Doch zunächst muss er 3.000 Kronen Schutzgeld an einen Mithäftling zurückzahlen, was vom Vater, genannt „Der Schmied“, nicht gut aufgefasst wird. Er findet jedoch zeitweise Anstellung in der Autowerkstatt seines Vaters. Der Schmied hat aus seiner zweiten Ehe einen zweiten Sohn, den kleinen Waldemar, welchen er offen Tonny vorzieht.
Am Abend nach seiner Entlassung besucht Tonny ein Bordell, um sich dort mit gleich zwei Frauen zu vergnügen, kriegt jedoch, trotz längeren Versuchens, keine Erektion, worüber sich die beiden Frauen sehr amüsieren. Als er frustriert das Bordell verlässt, sieht er draußen auf der Straße einen Ferrari, aus dem gerade ein streitendes Paar aussteigt. Tonny nutzt die Gelegenheit, stiehlt den Wagen und fährt ihn zur Werkstatt. Er will damit seinen Vater beeindrucken, doch der Schmied weist ihn nur wieder ab und fordert ihn auf, den Wagen sofort wieder zurückzubringen, da dieser nicht bestellt ist.
Tonny „bewährt“ sich jedoch anschließend, als er mit anderen aus Schmieds Bande erfolgreich mehrere BMWs aus einem Autohaus stiehlt.
Zudem muss Tonny feststellen, dass er mit der drogensüchtigen Charlotte, mit welcher er vor seinem Gefängnisaufenthalt einmal Sex hatte, einen Sohn hat. Tonny nimmt den Säugling zwar als sein Kind an, streitet sich aber weiter mit Charlotte um den Unterhalt und wer auf das Kind aufpasst.
Wenig später taucht Tonnys Freund Kurt „die Möse“ in der Werkstatt auf und bittet Tonny, ihn bei einem Kokain-Deal zu unterstützen. Tonny willigt ein und der Deal findet in einem Hotelzimmer statt. Es erscheint Milo (bekannt aus dem ersten Film), der – statt Kokain – jedoch nur Heroin dabei hat. Nach einem Streit willigt Kurt ein, das Heroin abzunehmen, und verschwindet damit auf der Toilette. Es klopft an der Tür und Kurt denkt, die Polizei wäre da. Panisch spült er das Heroin die Toilette herunter. Ohne Geld und ohne Heroin steht Kurt vor einem weiteren Problem: Er hatte Tonny nicht erzählt, dass er das Geld von Tonnys Vater geborgt hatte und dass Tonny für ihn bürgt. Kurt gesteht ihm das und sie überlegen, was zu tun ist. Sie beschließen, herumzuerzählen, dass Kurt in seiner Wohnung überfallen worden sei. Um die Geschichte anschaulicher zu gestalten, besorgt Tonny eine Pistole und Kurt lässt sich in den Arm schießen.
Als Tonny seine Mutter besuchen will, erfährt er, dass diese während seiner Inhaftierung verstorben ist.
Auf der Hochzeitsfeier von Tonnys Arbeitskollegen Ø erniedrigt Tonnys Vater ihn, indem er eine Rede hält, in welcher er unterschwellig klarmacht, dass Ø alles sei, was man sich in einem Sohn wünschen könne und alles was Tonny nicht ist. Die Festivitäten sind schon seit einiger Zeit im Gange und Tonny begibt sich, unter Kokaineinfluss stehend, in die Küche des Restaurants. Dort trifft er Charlotte zusammen mit Gry, Øs Braut, an, während sie gerade Kokain schnupfen. Er fordert Charlotte mehrmals auf, das mittlerweile weinende Baby nach Hause zu bringen, aber diese weist ihn ab. Tonny wird wütend und versucht, Charlotte zu erwürgen. Er kann nach einiger Zeit von Ø und anderen Männern überwältigt werden.
Draußen vor der Türe sitzend trifft er Kurt an. Dieser sagt ihm, Tonny solle jetzt nicht zu seinem Vater gehen, weil dieser gerade sehr wütend sei. Kurt bittet Tonny, ihm dabei zu helfen, seine Wohnung zu verwüsten, um die Geschichte mit dem Überfall glaubwürdig zu gestalten. Tonny willigt ein und sie zerschlagen ein paar Sachen in Kurts Wohnung. Kurts Freundin taucht auf und Kurt verpasst ihr einen Schlag auf den Hinterkopf, um das Ganze noch realistischer zu gestalten. Tonny will mit Mord nichts zu tun haben und flieht zurück zur Hochzeitsfeier. Die Gesellschaft hat sich mittlerweile aufgelöst und er trifft seinen Vater und einige Männer an. Sein Vater fragt, wo Kurt sei. Tonny sagt, er wisse es nicht und sie fahren mit dem Auto los, um ihn zu finden.
Als sie Kurt nicht seiner Wohnung antreffen, eröffnet der Schmied Tonny, dass Kurt sich das Geld für den geplatzten Deal bei ihm geliehen habe und dass Kurts Schulden nun Tonnys Schulden seien. Da Tonny kein Geld hat, bittet er seinen Vater, die Schulden anderweitig zu begleichen. Der Schmied bietet ihm daraufhin an, dass er Jeanette, seine zweite Ex-Frau, die Mutter des kleinen Waldemars, ermorden solle, da er befürchtet, dass sie ihm das Sorgerecht für den Jungen wegnehmen könnte.
Tonny bricht zu dem Etablissement auf, wo Jeanette als Prostituierte arbeitet. Er trifft Jeannette an und gibt sich als Freier aus, bringt es aber nicht über sich, sie umzubringen. Als er zu seinem Vater in die Werkstatt fährt und ihm dies beichtet, wird dieser wütend. Der Schmied ohrfeigt Tonny mehrmals, bespuckt ihn und verstößt ihn. In Wut und Trauer über diese Ablehnung ersticht Tonny seinen Vater mit einem Schraubenzieher.
Tonny bricht zur Wohnung von Ø auf, trifft aber nur Charlotte, Gry und das Kind an. Nach einiger Zeit verlässt Charlotte die Wohnung und Gry verschwindet im Bad. Tonny klaut daraufhin eine geringe Summe Geld aus Grys Handtasche und will die Wohnung auch verlassen, nimmt aber nach kurzer Überlegung seinen Sohn mit. Er setzt sich mit dem Säugling und nichts weiter als den wenigen gestohlenen Kronen in der Tasche, in einen Bus und flieht aus der Stadt. Die letzte Einstellung zeigt den Schriftzug „Respect“, welcher auf Tonnys Hinterkopf tätowiert ist.
Kritiken
Auszeichnungen 2005: Bodil, Bester Hauptdarsteller für Mads Mikkelsen 2005: Robert, Bester Hauptdarsteller für Mads Mikkelsen
Hintergrund Regisseur Refn besetzte viele Nebenrollen mit Laiendarstellern, die er durch ein sogenanntes „Streetcasting“ rekrutierte.DVD-Extras "Streetcasting"
Deutsche Synchronfassung Die deutsche Synchronbearbeitung entstand bei der Galileo Medien AG in Berlin. Frank Schaff führte Dialogregie.
Darsteller Deutscher Sprecher Rolle Mads Mikkelsen Lutz Schnell Tonny Leif Sylvester Axel Lutter der Schmied Anne Sørensen Bianca Krahl Charlotte Kurt Nielsen Michael Iwannek Mösen-Kurt Karsten Schrøder Jan-David Rönfeldt Røde Zlatko Burić Adrian Kostré Milo Øyvind Hagen-Traberg Jan-David Rönfeldt Ø
Fortsetzung Aufgrund des Erfolges wurde noch Pusher 3 gedreht, der 2005 erschien. Zlatko Burić war der Hauptdarsteller.
Weblinks
Pusher II bei Netzkino
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2004 Kategorie:Dänischer Film Kategorie:Nicolas Winding Refn