Der Kia Venga ist ein Kleinwagen des südkoreanischen Automobilherstellers Kia Motors. Es handelt sich dabei um den ersten Minivan der Marke, dessen Serienmodell auf der IAA 2009 in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Am 29. Januar 2010 kam der Venga mit zwei Benzin- und zwei Dieselmotorisierungen und vier Ausstattungslinien auf den deutschen Markt. Das Fahrzeug wurde wie der Kia cee’d in Europa entwickelt. Es basiert auf der Plattform des Kia Soul und ist im Modellprogramm des Herstellers oberhalb des Kia Rio positioniert. Produziert wurde der Venga neben dem Hyundai i30 und dem technisch baugleichen Hyundai ix20 von September 2009 bis Mai 2011 von der Hyundai Motor Manufacturing Czech in Nošovice. Danach verlegte man die Produktion in das Werk der Kia Motors Slovakia nach Žilina, wo auch der cee’d und der Sportage gebaut werden. Im Sommer 2019 wurde die Produktion des Kia Venga ersatzlos eingestellt.
Entwicklung mini|links|Erlkönig des Kia Venga Sonstige Messwerte CO2-Emission (kombiniert): 117–164 g/km Kraftstoffverbrauch (kombiniert): 4,5–7,0 l/100 km Sterne im Euro NCAP-Crashtest zentriert|105px Unter dem internen Kürzel YN wurde der Venga im Kia-Forschungszentrum in Rüsselsheim entwickelt und das Design in der Kia-Europazentrale in Frankfurt am Main entworfen. Im Erlkönigstadium wurde der Minivan von den Medien noch als cee’d Plus bezeichnet, bis schließlich der aus dem Spanischen stammende Name Venga (dt.: Los! oder Komm!) bekannt gegeben wurde.
Einen Ausblick auf die Serienversion lieferte das im März 2009 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellte, seriennahe Konzeptfahrzeug namens Kia N° 3.
Die Produktion des Serienmodells begann schließlich im September 2009 im Hyundai-Werk im tschechischen Nošovice. Dieses neue Gemeinschaftswerk der Hyundai Kia Automotive Group nahm 2008 die Massenproduktion auf und soll in Maximalauslastung 300.000 Fahrzeuge jährlich herstellen und ca. 3500 Arbeiter beschäftigen.
Technik Der Kia Venga basiert auf einer Bodengruppe, die auch für Kia Soul und Hyundai i20 genutzt wird, deren Radstand aber für den Venga auf 2,62 Meter verlängert wurde. Die selbsttragende Karosserie ist aus Stahlblech gefertigt und erreicht einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,31.
Serienmäßig haben allen Versionen eine elektrisch unterstützte Zahnstangen-Servolenkung. Bei 2,77 Lenkradumdrehungen hat der Venga einen Wendekreis von 10,4 Metern.
Beim Fahrwerk kommen vorne und hinten Schraubenfedern, Gasdruckstoßdämpfer und Stabilisatoren zum Einsatz. Vorn gibt es eine Einzelradaufhängung mit Hilfsrahmen und MacPherson-Federbeinen und hinten eine Verbundlenkerachse.
Die servounterstützte Zweikreisbremsanlage arbeitet vorne mit belüfteten Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von 280 mm und hinten mit 258-mm-Bremsscheiben. Das Bremssystem umfasst serienmäßig ein Vierkanal-ABS mit EBD, BAS und ESC.
Motoren mini|Heckansicht des Kia Venga Zur Auswahl stehen für das Modell vier quer eingebaute Frontmotoren in Reihen-Bauart mit vier Zylindern, 16 Ventilen und Vorderradantrieb. Die 1,4- bis 1,6 Liter-Motoren leisten je nach Land zwischen 55 und 94 kW (75 bis 128 PS). Alle Motoren besitzen zwei obenliegende und per Steuerkette angetriebene Nockenwellen, erfüllen die Abgasnorm Euro 6 und können optional mit dem Start-Stopp-System ISG ausgerüstet werden. Dann werden diese mit dem EcoDynamics-Label versehen und verfügen zusätzlich über Leichtlaufreifen, eine Schaltpunktanzeige und eine intelligente Lichtmaschinensteuerung.
Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe mit Einscheiben-Trockenkupplung (Benziner und 1,4 CRDi 75) Sechsgang-Schaltgetriebe mit Einscheiben-Trockenkupplung (Diesel ab 1.4 CRDi 90) Vierstufen-Automatikgetriebe mit Wandlerüberbrückungskupplung (optional für 1,6 CVVT)
Ottomotoren Die beiden Ottomotoren der „Gamma“-Baureihe mit 1,4 und 1,6 Litern Hubraum werden in Kombination mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe angeboten. Für den größeren Motor steht auch eine Vierstufen-Automatik zur Verfügung. Die Zusatzbezeichnung CVVT steht für continuous variable valve timing, also eine variable Ventilsteuerung. Weiterhin sind die CVVT-Motoren mit einer Saugrohreinspritzung und einer kontaktlosen Zündanlage ausgerüstet. Die Abgasreinigung erfolgt über einen geregelten Drei-Wege-Katalysator.
1,4 l CVVT Reihenvierzylinder mit 1396 cm³ Hubraum und 66 kW (90 PS) 1,6 l CVVT Reihenvierzylinder mit 1591 cm³ Hubraum und 92 kW (125 PS)
Dieselmotoren Zwei neue Common-Rail-Einspritzung-Dieselmotoren der Baureihe „U2“ werden im Venga eingesetzt. Diese wurden im Kia-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim konzipiert und werden im Kia-Werk im slowakischen Žilina hergestellt. Während der 1,6-Liter-CRDi bereits im 2009er Modell des Kia cee’d angeboten wird, wird der 1,4-Liter-Diesel zum ersten Mal genutzt. Gemein sind beiden Dieseln eine Bosch-Common-Rail-Einspritzung und ein Turbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG). Die Kraftübertragung erfolgt über Sechsgang-Schaltgetriebe, nur die in einigen Ländern angebotene und auf 55 kW leistungsreduzierte 1,4-Liter-Version greift auf eine Fünfgangschaltung zurück. Die Abgase der Selbstzünder werden von einem Dieselrußpartikelfilter gereinigt.
1,4 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1396 cm³ Hubraum und 55 kW (75 PS) (nicht für Deutschland) 1,4 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1396 cm³ Hubraum und 66 kW (90 PS) 1,6 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1582 cm³ Hubraum und 85 kW (115 PS) (nicht für Deutschland) 1,6 l CRDi Reihenvierzylinder mit 1582 cm³ Hubraum und 94 kW (128 PS)
Auf der Pariser Mondial de l’Automobile im Oktober 2010 wurde der sogenannte Eco Venga mit dem 75-PS-Diesel und speziellen Spritsparmaßnahmen aus Kias EcoDynamics-Paket vorgestellt. Dies umfasst in dem Fall unter anderem das Start-Stopp-System ISG, ein modifiziertes Schaltgetriebe sowie Spritspar-Reifen und Leichtlauföle. Durch diese Veränderungen am Fahrzeug konnte der durchschnittliche CO2-Ausstoß auf 114 g/km gesenkt werden.
Elektromotor Auf dem Genfer Auto-Salon im März 2010 stellte Kia den Venga EV vor, ein seriennahes Konzeptfahrzeug mit einem 80 kW (109 PS) starken Elektromotor. Das maximale Drehmoment liegt bei 280 Nm und die Energie wird in einem Lithium-Ionen-Polymer-Batteriepaket gespeichert. Der Elektromotor treibt die Vorderräder an und befindet sich im Motorraum während die Batterie mit einer Kapazität von 24 kWh im Kofferraum untergebracht ist. Innerhalb von 20 Minuten kann die Batterie per Schnellladung zu 80 Prozent aufgeladen werden. Bei einem normalen Ladevorgang ist der Akkumulator nach acht Stunden komplett befüllt. Der Venga EV beschleunigt in 11,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 140 km/h. Die Reichweite des Batteriesystems beträgt etwa 180 Kilometer. Das optisch auffälligste Merkmal gegenüber dem Serienmodell ist der geschlossene Kühlergrill.
Technische Daten im Detail Technische Daten 1.4 CVVT 1.6 CVVT 1.4 CRDi 1.6 CRDi Bauzeitraum: 01/2010–08/2018 seit 01/2010 01/2010–08/2018 Motortyp: Vierzylinder-Ottomotor in Reihenbauart, Saugrohreinspritzung, vier Ventile pro Zylinder Vierzylinder-Dieselmotor in Reihenbauart, Common-Rail-Einspritzung, Turbolader, vier Ventile pro Zylinder Hubraum: 1396 cm³ 1591 cm³ 1396 cm³ 1582 cm³ max. Leistung bei min−1: 66 kW (90 PS)/6300 92 kW (125 PS)/6300 66 kW (90 PS)/4000 94 kW (128 PS)/4000 max. Drehmoment bei min−1: 137 Nm/4000 156 Nm/4200 220 Nm/1750–2750 260 Nm/1900–2750 Getriebeart, serienmäßig: Fünfgang-Schaltgetriebe Sechsgang-Schaltgetriebe Getriebeart, optional: — Viergang-Automatikgetriebe — Leergewicht: 1253–1343 kg 1255–1374 kg 1345–1445 kg 1356–1455 kg maximale Zuladung: 457 kg 455–479 kg 455 kg 454 kg Anhängelast, gebremst: 1100–1300 kg 1300 kg Beschleunigung, 0–100 km/h: 12,8 s 10,8–12,2 s 14,5 s 11,1 s Höchstgeschwindigkeit: 169 km/h 180–185 km/h 167 km/h 185 km/h Kraftstoffverbrauchauf 100 km (kombiniert): 5,9–6,2 l Super 6,5–7,0 l Super 4,5–4,7 l Diesel 4,5–4,9 l Diesel CO2-Emission, kombiniert: 136–147 g/km 144–164 g/km 117–124 g/km 119–129 g/km Abgasnorm nach EU-Klassifikation: Euro 5/Euro 6 Euro 5/Euro 6/Euro 6d-TEMP Euro 5/Euro 6
Ausstattungen und Preise mini|Cockpit des Kia Venga Für den Venga stehen vier verschiedene Ausstattungslinien bereit. Das Basismodell stellt der nur für die 1,4-Liter-Motoren vorhandene Attract dar, darüber befindet sich die Version Vision und die nochmals umfangreichere Spirit-Ausstattung. Das Topmodell wird als Mind bezeichnet und ist nur mit den 1,6-Liter-Motoren erhältlich. In Österreich heißen die Ausstattungslinien Cool, Motion, Active und Active Pro.
Serienmäßig besitzt der Venga in allen Modellen sechs Airbags, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, ESC mit Traktionskontrolle, einen Bremsassistent und aktive Kopfstützen für die vorderen Sitzplätze. Die Serienausstattung umfasst weiterhin eine Berganfahrhilfe, elektrische Fensterheber vorn und eine Zentralverriegelung. In den höherwertigen Ausstattungen kommen beispielsweise ein CD-Radio mit USB-Anschluss, Klimaanlage oder -automatik, ein Bordcomputer, Regen-/Lichtsensor, Leichtmetallräder, Teilledersitze mit Sitzheizung, Einparksensoren, Nebelscheinwerfer, ein Tempomat, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung oder eine Rückfahrkamera hinzu.
Auf Wunsch sind eine Metalliclackierung, ein Panorama-Glasschiebedach (ab Vision), das Start-Stopp-System (Vision und Spirit) und ein Vierstufen-Automatikgetriebe für den 1,6-Liter-Ottomotor erhältlich (ab Vision). Alle anderen Sonderausstattungen werden je nach Serienumfang der gewählten Ausstattung in verschiedenen Paketen zusammengefasst. Darunter befindet sich auch das Color-Paket Beat in dem dunklere Sitzbezüge mit grauen Kontrastnähten (bei Spirit) oder hellgrüne Dekoreinlagen und gleichfarbige Sitzkedern (bei Mind) enthalten sind.
Zum Verkaufsstart im Januar 2010 begannen die Grundpreise bei 13.990 Euro für den 1.4 CVVT Attract, teuerstes Modell ist der 1.6 CRDi Mind für 20.430 Euro. Im August 2010 fand eine Preiserhöhung um 435 Euro statt. Anfang 2011 bot Kia den Venga als Sun Edition auf Basis der Ausstattung Vision mit dem kleinsten Benziner und einem zusätzlichen Smart-Key-System für 13.490 Euro an. Im Laufe des Jahres wurde der Preis der Sun Edition auf 12.990 Euro gesenkt.
Sondermodelle Im Oktober 2010 wurden die beiden Venga-Sondermodelle Black- und Titanium Collection aufgelegt. Diese basieren auf der Ausstattungsvariante Spirit und verfügen zusätzlich über ein Panorama-Glasschiebedach, getönte Scheiben im Fond wie auch 17-Zoll-Leichtmetallräder. Mögliche Motorisierungen sind die beiden Ottomotoren; als Außenlackierung kommt beim Black Collection Steinschwarz Metallic und beim Titanium Collection Stahlgrau Metallic zum Einsatz. Der Preisvorteil gegenüber einem gleich ausgestatteten Serienmodell beträgt 1430 Euro.
2011: Edition 7 2012: Dream Team 2012: Business Line
Außenlackierungen Neben zwei aufpreisfreien Unilackierungen gibt es eine Reihe verschiedener, optionaler Metalliclackierungen. Außerhalb Deutschlands werden die einzelnen Lacktöne meist anders bezeichnet.
UniSolidweiß(seit 01/2010) UniShine Rot(01/2010–07/2010) MetallicGlutrot(seit 07/2010) MetallicContinentalsilber(seit 01/2010) MetallicChampagnersilber(seit 01/2010) MetallicCaramelgold(seit 01/2010) MetallicKaschmirbraun(seit 07/2010) MetallicStahlgrau(seit 01/2010) MetallicMokkabraun(01/2010–07/2010) PerleffektSteinschwarz(seit 01/2010) MetallicByteblau(seit 01/2010) MetallicIndigoblau(seit 01/2010)
Innenraum