Albshausen ist ein Ortsteil der Stadt Rauschenberg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt am Rande des Burgwaldes. Etwa 500 m südlich verläuft die Bundesstraße 3.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Albshausen erfolgte unter dem Namen Aleboldeshusen und wird in die Zeit von 1200 bis 1220 datiert.
Die evangelische Kirche, die mit einem dreiseitigen spätgotischen Chor schließt. Die im Kern spätgotische Saalkirche wurde von 1711 bis 1714 neu gebaut. Das Dachwerk von 1576 wurde dabei wieder verwendet. Der mit einer Haube bekrönte Dachreiter stammt von 1681. Im Innenraum ruht ein flachbogiges Rippengewölbe auf Konsolen. An drei Seiten stehen Emporen, die steinerne Kanzel am Triumphbogen ist eine Arbeit des Meisters Müller. Die neugotische Orgel baute Johann Peter Dickel im Jahr 1882 ein.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen genehmigte die Landesregierung mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Rauschenberg und der Gemeinden Albshausen, Bracht, Ernsthausen, Josbach, Schwabendorf und Wolfskaute im damaligen Landkreis Marburg zu einer Stadt mit dem Namen Rauschenberg. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Albshausen angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Rauschenberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt RauschenbergDie Zugehörigkeit des Amtes Rauschenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Rauschenberg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Rauschenberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Rauschenberg ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Rauschenberg ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis KirchhainVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74Trennung von Justiz (Justizamt Rauschenberg) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain ab 1866: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Stadt RauschenbergAm 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Rauschenberg. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Rauschenberg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Rauschenberg
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Albshausen 273 Einwohner. Darunter waren 9 (3,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 48 Einwohner unter 18 Jahren, 117 zwischen 18 und 49, 63 zwischen 50 und 64 und 48 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 30 Singlehaushalte, 27 Paare ohne Kinder und 42 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 81 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • um 1530: 14 Männer • 1577: 20 Hausgesesse • 1629: 24 Dienste, 21 Einläuftige • 1681: 14 hausgesessene Mannschaften • 1744: 36 Hausgesesse • 1838: Familien: 26 nutzungsberechtigte, 12 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 18 Beisassen
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherische • 1885: 279 evangelische (= 99,65 %), ein jüdischer (= 0,36 %) Einwohner • 1961: 279 evangelische (= 84,29 %), 52 katholische (= 15,71 %) Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1744: Erwerbspersonen: 10 Leineweber, 1 Wagner (jeweils nur Eigenbedarf), 2 Tagelöhner • 1838: Familien: 36 Ackerbau, 7 Gewerbe • 1961: Erwerbspersonen: 107 Land- und Forstwirtschaft, 43 Produzierendes Gewerbe, 12 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen und Sonstiges
Politik Für Albshausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat für den Ortsbezirk Albshausen besteht aus fünf Mitgliedern. Die Wahlbeteiligung zur Wahl des Ortsbeirats bei der Kommunalwahl 2021 54,98 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Bürger für Albshausen“ an. Der Ortsbeirat wählte Uwe Hartmann zum Ortsvorsteher.
Kultur und Infrastruktur In Albshausen gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus.
Das kulturelle Ortsleben prägen folgende Vereine: Freiwillige Feuerwehr Freizeitclub Heimatverein Jugendclub Schützenverein
Literatur Georg Dehio, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen 1, Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, 2008, ISBN 978-3-422-03092-3
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Geographie (Rauschenberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971