Hassenhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Fronhausen im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt östlich von Fronhausen an der Zwester Ohm.

Geschichte mini|Kirche

Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Hassenhausen erfolgte unter dem Namen Hozzehusun um das Jahr 1130.

Seit 1840 gibt es im Ort eine Kirchengemeinde der Baptisten.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen erfolge zum 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz der Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Bellnhausen, Erbenhausen, Fronhausen mit Sichertshausen, Hassenhausen, Holzhausen und Oberwalgern zur neuen Großgemeinde Fronhausen. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Fronhausen wurden Ortsbezirke gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hassenhausen angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Ebsdorf (Gericht Ebsdorf bestand aus den Orten: Ebsdorf, Leidenhofen, Hachborn, Erbenhausen, Hassenhausen, Ilschhausen, Roßberg, Dreihausen, Möln und Heskem) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Marburg, Gericht EbsdorfDie Zugehörigkeit des Amtes Amt Treis an der Lumbde anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Marburg, Gericht Ebsdorf ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg, Gericht Ebsdorf ab 1786: Heiliges Römisches Reich (bis 1806), Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Treis an der Lumbde, Gericht Ebsdorf ab 1803 ist das Staatsoberhaupt Kurfürst (Kurfürstentum Hessen) ab 1806: Kurfürstentum Hessen, Amt Treis an der Lumbde, Gericht Ebsdorf 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton EbsdorfDeutsches Reich, ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Treis an der Lumbde, Gericht Ebsdorf ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis MarburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 223–224Trennung zwischen Justiz (Assistenzamt Treis) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde FronhausenAm 1. Juli 1974 als Ortsbezirk zur Gemeinde Fronhausen. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Fronhausen

Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Kreisen übernommen. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Hassenhausen zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter. Mit dem Gesetz über die Neugliederung von Untergerichtsbezirken vom 13. Juli 1833KurhessGesSamml. 1833, S. 129 (online) wurde Hassenhausen dem Justizamt Treis an der Lumda zugewiesen.

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde durch einen Gebietstausch Treis an das Großherzogtum Hessen abgetreten, Hassenhausen wurde dem Justizamt Marburg zugeschlagen das jetzt zum königlich Preußischen Amtsgericht Marburg wurde. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094) Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte ()

Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hassenhausen 348 Einwohner. Darunter waren 12 (3,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 384 Einwohner unter 18 Jahren, 939 zwischen 18 und 49, 480 zwischen 50 und 64 und 456 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 150 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 45 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 33 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 129 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1577: 28 Hausgesesse • 1630: 21 Hausgesessene (1 dreispännige, 6 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute, 11 Einläuftige) • 1681: 15 hausgesessene Mannschaften • 1747: 36 Haushalte • 1838: Familien: 33 nutzungsberechtigte, 4 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 8 Beisassen

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 243 evangelisch-lutherische Einwohner, 6 Mitglieder abweichender Sekten • 1885: 245 evangelische (= 88,45 %), kein katholischer, 32 andere Christen (= 11,55 %) • 1961: 281 evangelische (= 90,94 %), 28 katholische (= 9,06 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1774: Erwerbspersonen: ein Schmied, ein Zimmermann, 3 Schneider, 9 Leineweber, 4 Tagelöhner/innen • 1838: Familien: 33 Ackerbau, 11 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 83 Land- und Forstwirtschaft, 59 Produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 12 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik Für Hassenhausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hassenhausen. Der Ortsbeirat Hassenhausen besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 51,18 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Gemeinsam für Hassenhausen“ an.

Kultur 2001 war Hassenhausen Originalschauplatz des Filmes Storno von Elke Weber-Moore, der ab 13. Juni 2002 im Kino zu sehen war und in den folgenden Jahren öfter im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Verkehr Westlich von Hassenhausen verläuft die Bundesstraße 3a, die Landesstraße 3048 durchquert das Dorf.

Mit der Buslinie MR-35 der ALV Marburg besteht über den Bahnhof Fronhausen eine Anbindung an die Main-Weser-Bahn.

Windpark mini|hochkant=1.5|Blick von unterhalb des Sportplatzes, am Fuß der Lahnberge, auf Hassenhausen und den Windpark; links der gut 5 km entfernte Leidenhöfer Kopf, mit 393 m die zweithöchste Erhebung des Vorderen Vogelsbergs Südöstlich des Dorfes, an den Hängen des Vorderen Vogelsbergs, wurde 2017 der Windpark Hassenhausen mit 7 Rotoren errichtet, siehe Liste von Windkraftanlagen in Hessen.

Literatur

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Fronhausen

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsbezirk von Fronhausen Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974