mini|hochkant=1.2|Schillingen, Luftaufnahme (2016) mini|Flonterbach-Weiher mini|Baumstamm-Labyrinth mini|Fatima-Kapelle mini|hochkant|Wegekreuz am Ortseingang

Schillingen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell an.

Geographie Der Ort liegt im Naturpark Saar-Hunsrück.

Zu Schillingen gehören auch die Wohnplätze Büdelter Hof, Hof Burg Heid, Burg Heider Mühle, Lindenhof, Schillinger Mühle, Tannenhof, Vierherrenhof, Hellberghof und Freizeitzentrum Schillingen.

Geschichte Bis Ende des 18. Jahrhunderts bildete Schillingen zusammen mit Waldweiler und dem halben Dorf Heddert eine eigene reichsunmittelbare Herrschaft unter der Landeshoheit des Trierer Domkapitels.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, Die Karte von 1789 (2. Band), Bonn 1898. S. 168, 491 Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer von französischen Revolutionstruppen eingenommen. Von 1798 bis 1814 gehörte Schillingen zum Kanton Hermeskeil im Saardepartement. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam die Region zum Königreich Preußen. Die Gemeinde war der Bürgermeisterei Kell im 1816 errichteten Landkreis Trier zugeordnet und gehörte von 1822 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zur Rheinprovinz. Seit 1946 ist Schillingen Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schillingen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 379 1835 716 1871 736 1905 785 1939 833 1950 902 Jahr Einwohner 1961 1.100 1970 1.263 1987 1.288 2005 1.310 2011 1.222 2017 1.203

Religion Schillingen ist Sitz der katholischen Pfarrei Herz Jesu im Hochwald, die aus der Pfarreiengemeinschaft Schillingen im Pastoralen Raum Hermeskeil (ehem. Dekanat Hermeskeil-Waldrach) im Bistum Trier hervorgegangen ist.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Schillingen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU Gesamt 2024 7 9 16 Sitze 2019 9 7 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 7 9 16 Sitze 2009 9 7 16 Sitze 2004 9 7 16 Sitze 1999 10 6 16 Sitze

Bürgermeister Markus Franzen (CDU) wurde 2009 Ortsbürgermeister von Schillingen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 72,48 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 69,9 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Franzens Vorgänger Ludwig Bohr (SPD) hatte das Amt von 1989 bis 2009 ausgeübt.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die Pfarrkirche St. Albanus mit ihrem frühgotischen Turm ist das markanteste Gebäude des Ortes. Im Sommer 2017 wurde mit dem sechs Meter hohen Aussichtsturm 7-Köpfe-Blick eine Aussichtsplattform geschaffen, die einen Panoramablick über die Höhenzüge des Schwarzwälder und des Osburger Hochwaldes verschafft: Heidkopf (Schillingen) (530 m), Rösterkopf (708 m), Erbeskopf (816 m), Sandkopf (757 m), Teufelskopf (695 m), Schimmelkopf (695 m) und Raukopf (Mandern) (524 m) bilden dabei von Nordwesten aus im Uhrzeigersinn das Panorama.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Schillingen

Sportanlagen Die Sport- und Mehrzweckhalle befindet sich neben der Grundschule am Ortsrand. Die Sportanlagen, zwei Fußballplätze sowie drei Tennisplätze, befinden sich außerhalb der Ortslage zwischen Schillingen und Heddert.

Stausee Flonterbach Zwischen Schillingen und Heddert befindet sich ein kleiner Stausee am Flonterbach mit der Spießbratenhalle, einem Waldspielplatz, einem Baumstammlabyrinth, einem Waldlehrpfad, einem Barfußpfad sowie der Fátimakapelle.

Vereine In Schillingen tätige Vereine sind der Angel- und Naturschutzverein Schillingen-Heddert, der Free Voices Gospelchor, die Freiwillige Feuerwehr Schillingen, der Kirchenchor "Cäcilia" Schillingen, der Karnevalsverein „Flontaboach“ Schillingen-Heddert, der Motorradclub Demons Eyes, der Musikverein "Cäcilia" Schillingen, die Pfarrjugend, der Spiridon Hochwald 1997, der Tennisverein Schillingen-Heddert, der Turn- und Sportverein Schillingen 1928 sowie der VdK Schillingen.Vereinsverzeichnis

Wirtschaft und Infrastruktur Die Wirtschaft vor Ort ist neben kleinerem Gewerbe vor allem vom Tourismus und der Landwirtschaft geprägt. Arbeitsplätze finden sich vor allem zum einen im nahen Bilsteinwerk, zum anderen in Trier. An der Bahnhofstraße zwischen Waldweiler und Schillingen gibt es im Ortsgebiet von Schillingen einen Supermarkt, eine über 140 Jahre alte Gaststätte und einen taiwanesischen Teeladen. Teilweise auf der Gemarkung von Schillingen liegt das von der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell betriebene Freibad Hochwald mit Campingplatz.

Nahe dem Bilsteinwerk in Niederkell befand sich der Bahnhof Schillingen der Ruwertalbahn, auf deren Trasse später der Ruwer-Hochwald-Radweg entstand. Der ehemalige Bahnhof Lampaden nahe der Burg Heid lag auf Schillinger Gemarkung.

Der Schillinger Panoramaweg ist eine Traumschleife am Saar-Hunsrück-Steig.

Schillingen ist Sitz der Grundschule Schillingen-Kell am See. Die Realschule plus (Hauptschule mit zehnter Klasse) befindet sich in Kell am See.

Alle öffentlichen Gebäude sowie einige Privathaushalte und Bürogebäude im Ort werden seit 2013 über Nahwärme durch eine privat betriebene Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk versorgt.

Persönlichkeiten Carl-Friedrich Geyer (* 1949 in Schillingen), Hochschullehrer für Philosophie

Literatur Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 351–353.

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Schillingen Ortsgemeinde Schillingen auf den Seiten der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Trier-Saarburg Kategorie:Ort an der Ruwer Kategorie:Ort im Hunsrück