Das Pfund () Sterling (auch als britisches Pfund bezeichnet) ist die Währung des Vereinigten Königreichs sowie der Kanalinseln, der Isle of Man sowie einiger britischer Überseegebiete. Traditionell ist auf den Geldscheinen, wie in anderen Commonwealth Realms auch, der britische Monarch porträtiert.

Das Währungssymbol £ leitet sich von dem lateinischen Wort libra „Pfund“ ab und kann im Deutschen wie alle Währungszeichen dem Geldbetrag wahlweise nach- oder vorangestellt werden. Der Standard ISO-4217-Währungscode lautet GBP (Great Britain Pound).

Geschichtliche Entwicklung Entstehung und Gebrauch des Namens mini|hochkant|Adam Smith nach einem Emaille-Medaillon von James Tassie von 1787 Sterling ist der Name der Währung, Pfund der Name der Einheit, in der diese Währung denominiert wird. Ähnliches ist bei der chinesischen Währung Renminbi zu beobachten, deren Einheit Yuan heißt.

Über die Entstehung des Namens Pfund Sterling gibt es verschiedene Ansichten:

Etymologisch leitet sich das Pfund Sterling unmittelbar vom Sterling als Benennung des englischen Silberpenny ab. Eine Ansicht sieht als Ursprung das griechisch-lateinische stater, den biblischen Namen einer großen Münze. Die Bezeichnung ‚Sterling‘ erscheint dann – vermittelt über verschiedene Formen wie mittellateinisch sterlingus, mittelhochdeutsch stœrlinc, westfränkisch esterling, altfranzösisch esterlin – als Bezeichnung einer ausländischen Münze.Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Aufl., hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin/New York 1967; Neudruck (21. unveränderte Auflage) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 746. Der Name Sterling taucht das erste Mal in einem französischen Dokument im 11. Jahrhundert auf. Er beschreibt eine bestimmte Qualität von Silber. Dies war aus der damaligen Sicht notwendig, damit die Menschen Vertrauen in das Münzgeld und dessen Einheitlichkeit bekamen oder, um es mit Adam Smiths Worten zu sagen: „Die ersten öffentlichen Stempel dieser Art, die auf die umlaufenden Metalle gedrückt wurden, sollten anscheinend in vielen Fällen dasjenige verbürgen, was zu verbürgen am schwierigsten und zugleich am wichtigsten ist, nämlich die Güte oder Feinheit des Metalls; sie mögen wohl der Sterlingmarke ähnlich gewesen sein, die man jetzt [Anm.: Ende des 18. Jahrhunderts] auf Silbergeschirr und Silberbarren prägt, […]“Adam Smith: Wohlstand der Nationen. 1. Auflage. 2006, ISBN 3-89879-140-8, 1. Buch. 4. Kapitel.

Entstehung der Währung Das Pfund ist etwa 1200 Jahre alt und damit die älteste Währung der Welt, die immer noch in Gebrauch ist.„GBP History“ Artikel auf economywatch.com, abgerufen am 24. November 2009

Einführung des Silberpennys mini|Karolingischer Denarius (Denier) Im Königreich Kent wurden seit etwa 765 n. Chr. die leichten Sceattas (Bezeichnung einer frühmittelalterlichen Münzsorte) durch schwerere Silberstücke abgelöst. Um 775 n. Chr. gaben die angelsächsischen Könige zum ersten Mal Silbermünzen nach dem Vorbild des karolingischen Denars (siehe Karolingische Münzordnung) heraus. Eingeführt wurde der Silberpenny von König Offa von Mercia (757–796), dem ersten angelsächsischen König.

Beim Silberpenny orientierte man sich in Gewicht und Feinsilbergehalt an den karolingischen Denaren auf dem Festland, wie sie im Frankenreich seit etwa 755 n. Chr. geschlagen wurden. Aus einem karolingischen Pfund Silber (ca. 406,5 g) wurden genau 240 Silberpennies geprägt. Diese Zahl geht ebenfalls auf die karolingische Münzreform zurück, die das Karlspfund in 20 Solidi (Shilling) zu je 12 Denarii (Pfennigen) einteilte (die bis 1971 gebräuchlichen Abkürzungen „s“ und „d“ für den Shilling bzw. Penny gingen auf diese lateinischen Bezeichnungen zurück). Dies ergibt nominal etwa 1,7 g Feinsilber/Denar. Gewicht und Silbergehalt des einzelnen Penny schwanken herstellungsbedingt; durch Auslese der schwereren Stücke und absichtliche Münzverschlechterung sank der durchschnittliche Silbergehalt im Laufe der Zeit.

Das „Pfund Sterling“ war daher weder eine ausgeprägte Münze noch eine Gewichtseinheit, sondern eine Zähleinheit für 240 silberne Kleinmünzen.

Münzreform Unter Heinrich II. (1133–1189) gab es eine Münzreform, sodass trotz Herrscherwechsels Gewicht (1,3–1,45 g) und Feingehalt (925/1000) der Silbermünze Bestand hatten. Damit wurde der Short-Cross-Penny eingeführt; er zeigte auf der Vorderseite das zeptertragende Brustbild des Herrschers und ein kurzes Zwillingsfadenkreuz auf der Rückseite und wurde von 1180 bis 1247 geprägt. Abgelöst wurde der Short-Cross-Penny vom Long-Cross-Penny; dieser wies auf der Rückseite ein bis zum Münzrand reichendes Langkreuz auf und wurde von 1247 bis 1279 von einer weltlichen und drei geistlichen Münzanstalten geprägt.

Die Beständigkeit des Penny machte ihn zu einer der bedeutendsten Handelsmünzen. Er war auch in Schottland, den Niederlanden, Skandinavien und im Rheinland weit verbreitet. Durch die Champagne-Messen konnte er sogar bis nach Italien und an das östliche Mittelmeer vordringen. Der Name Sterlingsilber begann sich im Laufe des 13. Jahrhunderts als Standard-Feinsilbergehaltsangabe (925/1000) zu etablieren. Von Italien ausgehend verbreitete sich der Name im Laufe der Jahre in ganz Westeuropa. Unter Eduard I. (1239–1307) wurde das Pfund Sterling nach dem Tower-Gewicht bemessen, welches etwas geringer war als das des Troyes-Pfundes (französische Variante des Karlspfundes).

Einführung des Troyes-Pfundes Heinrich VIII. (1491–1547) führte das Troyes-Pfund ein. Ab diesem Zeitpunkt wurde ein Pfund Sterling nach diesem Gewicht bemessen.

Die Bank of England und die Einführung des Papiergeldes Als König William und Königin Mary 1688 den Thron bestiegen, befand sich die Finanzlage Englands in einem beklagenswerten Zustand. Großbritannien stand im Krieg mit Frankreich und benötigte neue Geldquellen zur Bezahlung seiner Truppen und der Kriegsflotte. Um das zerrüttete Geld- und Kreditsystem wieder aufzubauen, wurde eine Nationalbank benötigt. Diese sollte nationale Reserven mobilisieren. William Paterson, ein schottischer Kaufmann, bot der Regierung 1694 einen Kredit in Höhe von 1,2 Millionen Pfund zu einem Zinssatz von acht Prozent an. Er schlug die Bildung einer Gläubigergemeinschaft vor und verlangte als Gegenleistung die Einsetzung der Geldgeber als Direktoren der neuen Gesellschaft Bank of England. Außerdem verlangte Paterson das Recht, Banknoten in Höhe des Darlehens auszugeben und Bankgeschäfte zu betreiben. Im Jahr 1694 begann die Bank of England erstmals handgeschriebene Banknoten auszugeben. Erst später wurden sie durch gedruckte Noten ersetzt. Sie waren nummeriert und mit dem Namen der Bank und der Aufschrift I promise to pay the bearer on demand the sum of … pounds („Ich gelobe, dem Inhaber auf Verlangen einen Betrag in Höhe von … Pfund auszuzahlen“) versehen. Geldfälscher bereiteten der Bank of England große Probleme; da die handgeschriebenen Noten leicht zu fälschen waren, wurde 1697 ein Wasserzeichen eingeführt, das durch das Papier hindurchschimmerte. Diese Wasserzeichen zeigten eine Schriftrolle und eine Tafel mit der Aufschrift Bank of England. Bis 1928 wurden die Noten der Bank of England ausschließlich einfarbig in schwarz auf weißem Papier gedruckt. Die Rückseite der Noten blieb unbedruckt. 1928 wurden zusätzlich zur existierenden Black & White Serie (5 Pfund bis 1000 Pfund) neue, farbige, beidseitig bedruckte 10-Shilling- und 1-Pfund-Noten herausgegeben. Die letzten Noten der Black & White Serie wurden 1956 gefertigt. Seit 1957 sind alle Noten der Bank of England mehrfarbig und beidseitig bedruckt. moneymuseum.com. Abgerufen am 24. November 2009. Während ihrer ersten 150 Jahre hatte sich die Bank of England bei der Kreditvergabe an den englischen Staat zudem gegenüber anderen privaten Konkurrenten zu behaupten, was ihr aber gelang. Sie war die erste Zentralbank mit strengen Regeln für die Golddeckung der umlaufenden Banknoten.

Goldstandard mini|Zwei Guineen aus der Zeit König Georgs II. Ab 1663 kam in England die Guinee, eine wertvolle Goldmünze, in allgemeinen Gebrauch. Das Wertverhältnis zwischen Guinee und den offiziell weiter geltenden Silbermünzen schwankte je nach den Marktpreisen für Gold und Silber. 1717 begann der Weg in den Goldstandard. Der heute noch wegen seiner Naturforschungen bekannte Isaac Newton war damals englischer Münzmeister. Er setzte damals fest, dass eine Guinee einen Wert von 21 silbernen Shillings haben sollte. Newton hatte damit einen offiziellen Bimetallismus eingeführt.

Im Vergleich zu den Weltmarktpreisen war Gold jetzt in England überbewertet. Es lohnte sich daher, Gold nach Großbritannien einzuführen, dort in Silber einzutauschen und dieses dann wieder zu exportieren. Die Konsequenz daraus war, dass in England vollhaltige Silbermünzen allmählich aus dem Zahlungsverkehr verschwanden. Es folgte ein Kleingeldmangel, der die Ausbringung privater kupferner Penny- und Farthing-Token beförderte. Goldmünzen wurden daraus folgend zum dominierenden Zahlungsmittel, mit der weiteren Konsequenz, dass nicht Silber, sondern Gold zum Standard aufstieg. Viele Staaten, zunächst in Europa und dann weltweit, übernahmen den in England 1816 offiziell eingeführten Goldstandard. Die Anpassung erfolgte insbesondere aufgrund der zunehmenden Dominanz Englands in den internationalen Finanz-, Wirtschafts- und Handelsbeziehungen.Barry Eichengreen: Vom Goldstandard zum Euro. Berlin 2000, ISBN 3-8031-3603-2, S. 24 ff.

Entstehung des Wechselkurses Das Papiergeld, also die Banknoten, waren verbriefte Gold-Forderungen. Das heißt, sie konnten jederzeit bei der Zentralbank zu einem festgelegten Tauschverhältnis in die entsprechende Menge Gold eingetauscht werden. Ende des 19. Jahrhunderts entstand zum ersten Mal mit Ausbreitung des Goldstandards ein internationales System fester Wechselkurse. Jedoch beruhte dieses System nicht auf offiziellen internationalen Regelungen und Vereinbarungen.Peter Czada: Internationale Währungsprobleme. Leske + Budrich, 1988, ISBN 3-8100-0737-4, S. 54 ff.

Krise der „Bank of England“ mini|£2-Banknote der Aberystwith and Tregaron Bank von 1814 Die Kriege gegen Napoleon (1793–1815) stellten für die britische Finanzwirtschaft eine große Belastung dar. Diese und eine Konkurswelle nötigten die Bank of England dazu, 1793 die erste 5-Pfund-Note herauszugeben. Am 22. Februar 1797 löste die Landung französischer Truppen in Wales eine Panikwelle unter der Bevölkerung aus.1.400 auf vier Kriegsschiffen angelangte französische Soldaten labten sich aber an erbeutetem Alkohol und wurden dadurch kampfunfähig.

Die Öffentlichkeit verlangte Goldmünzen statt des als wertlos erachteten Papiergeldes. In kürzester Zeit schrumpften die Goldreserven der Bank. Sie stellte alle Zahlungen von Goldmünzen gegen Banknoten ein und gab 1- und 2-Pfund-Noten heraus.Phillipp Hersel, Daniel Craffonara: (PDF; 807 kB). auf: blue21.de

„Sovereign“ mini|Sovereign, 1558

Der Nachfolger der Guinee wurde der moderne Sovereign im Wert von 20 Shilling, d. h. einem Pfund Sterling. Er wurde im 19. Jahrhundert zur Hauptgoldmünze Großbritanniens. Die Münze wiegt 7,98805 g, hat einen Feingehalt von 916/1000 und damit am heutigen Goldpreis gemessen einen Wert von  Euro. Der Sovereign wurde kurze Zeit später dem Goldwert angepasst und entsprach bis zur Dezimal-Pence-Einführung folgenden Münznominalen:

1 Sovereign = 4 Crown = 8 Half Crown = 10 Florin = 20 Shilling = 60 Groat = 240 Penny = 960 Farthing = 1 Pfund Sterling.

Der Sovereign wurde ab 1855 in Australien, ab 1908 auch in Kanada (Ottawa), Südafrika und Indien geprägt. 1917 wurde in Großbritannien die Prägung eingestellt, da der Goldwert den Nennwert von einem Pfund Sterling überstieg. 1925 und 1937 wurden in London nochmals geringe Auflagen geprägt. 1932 beendete auch Südafrika als letzter Staat des Commonwealth mit der Abschaffung der Golddeckung die Prägung als Umlaufmünze.

„Guinea“