miniatur|hochkant|Mozes en Aäronkerk miniatur|Inneres Die Mozes en Aäronkerk (Mose-und-Aaron-Kirche; offiziell St.-Antonius-Kirche) ist eine römisch-katholische Kirche am Waterlooplein in Amsterdam, die heute überwiegend als Veranstaltungszentrum genutzt wird.
Geschichte In den ersten Jahrhunderten nach der Reformation war öffentlicher römisch-katholischer Gottesdienst in Amsterdam verboten. Seit 1649 hielten Franziskaner (OFM) in einem zur Hauskirche umgebauten Bürgerhaus die hl. Messe; bald wurde auch das Nachbarhaus einbezogen. Dieses Häuserpaar hieß nach dem alttestamentlichen Brüderpaar Moyses en Aäron; der Name ging auf die Hauskirche und ihre Nachfolgebauten über und verdrängte im Volksmund das Antonius-Patrozinium.
Die Hauskirche wurde im 17. und 18. Jahrhundert erweitert und architektonisch aufgewertet, blieb aber turmlos und hinter den beiden Häusergiebeln versteckt. Erst als um die Wende zum 19. Jahrhundert die Beschränkungen des katholischen Kultus aufgehoben wurden, planten die Franziskaner einen repräsentativen Neubau an gleicher Stelle, der von 1837 bis 1841 als Waterstaatskirche nach einem Entwurf von Tieleman Franciscus Suys verwirklicht werden konnte.
Bauwerk Die Kirche ist eine klassizistische, dreischiffige Hallenkirche mit eingezogenem rechteckigen Chor. Dem Backsteinbau ist eine Portalfront aus hellem Werkstein nach dem Vorbild eines antiken Tempels vorgesetzt, deren First eine Statue des segnenden Christus trägt; zu beiden Seiten stehen zwei zweigeschossige Laternentürme. Auch der Chor ist außen mit einem antikisierenden hellen Giebel verkleidet.
Ausstattung Das ganz in weiß gehaltene Innere wird von einem großen Barockaltar beherrscht, der noch aus dem Vorgängerbau stammt.
Orgel Die Orgel wurde 1871 von den Gebrüdern Adema (Leeuwarden) im Jahre 1871 erbaut. Einige Pfeifen wurden dabei von der Orgelbaufirma Cavaillé Coll geliefert. Das Instrument wurde zuletzt in den Jahren 1993 und 1994 durch die Orgelbaufirma Flentrop restauriert. Das Instrument hat 48 Register auf drei Manualen und Pedal. Jedes einzelne Werk ist unterteilt in Grundstimmen und Kombinationsregister.Nähere Informationen zur
I Hauptwerk C–g3 1. Principal 16′ 2. Gedeckt 16′ 3. Principal 8′ 4. Portunal 8′ 5. Gedeckt 8′ 6. Quinte ′ 7. Principal 4′ 8. Principal 2′ Kombinationsregister 9. Diapason 8′ 10. Diapason 4′ 11. Mixtur IV-VII 12. Kornet III-V 13. Ripieno II 14. Bariton 16′ 15. Trompet 8′ 16. Trompet 4′ II Schwellwerk C–g3 17. Quintatön 16′ 18. Violoncello 8′ 19. Vox coelestis 8′ 20. Fluit 8′ 21. Dwarsfluit 4′ Kombinationsregister 22. Quintflöte ′ 23. Piccolo 2′ 24. Terz ′ 25. Trompet 8′ 26. Vox Humana 8′ Tremulant III Schwell-Positiv C–g3 27. Violon 16′ 28. Salicional 8′ 29. Violon 8′ 30. Gedeckt 8′ 31. Violon 4′ 32. Gedeckt 4′ Kombinationsregister 33. Kwint-Viool 3′ 34. Viool 2′ 35. Mixtuur II-VI 36. Fagot 16′ 37. Fagot-Hobo 8′ Pedal C–f1 38. Subbass 32′ 39. Openbass 16′ 40. Contrabass 16′ 41. Gedeckt 16′ 42. Openbass 8′ 43. Violoncello 8′ 44. Quintbass ′ Kombinationsregister 45. Offenbass 4′ 46. Bazuin 16′ 47. Trompet 8′ 48. Trompet 4′
Chronogramm Auf dem Architrav des Portalgiebels steht ein lateinisches Chronogramm auf die Jahreszahl 1839: QUAE FUIT A SAECLIS SUB SIGNO MOYSIS ET AARON STAT SALVATORI RENOVATA ILLUSTRIOR AEDES.
„Das Gebäude, das seit Jahrhunderten unter dem Zeichen Moses’ und Aarons war, steht, für den Heiland erneuert, glanzvoller da.“
Einzelnachweise
Weblinks
Geschichte der Kirche (niederländisch)
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