Der BSC Preussen war ein Berliner Eishockeyverein, dessen Ursprünge auf das Jahr 1981 zurückgehen. Der Klub erreichte von 1991 bis 1996 sechsmal in Folge und 2000 das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. 1994 war der Verein ein Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey Liga. Ihre Heimspiele trugen die Mannschaften des BSC Preussen zunächst bis zum Ende der Saison 2000/01 in der Eissporthalle an der Jafféstraße und ab der Spielzeit 2001/02 in der im Berliner Stadtteil Westend gelegenen Deutschlandhalle aus.

Geschichte Gründung (1981 bis 1983) Im Jahr 1981 wurde die Eishockeyabteilung des deutschen Rekordeishockeymeisters Berliner Schlittschuhclub in den Berliner Schlittschuhclub Eishockey e. V. ausgegliedert. Bereits 1982 musste der Klub aus finanziellen Gründen aufgeben und zog sich zum Ende der Saison 1981/82 aus der Eishockey-Bundesliga zurück. In seiner letzten Saison konnte der Verein nach der Hauptrunde den siebten Platz belegen und sich für die Play-offs qualifizieren. In der ersten Runde, dem Play-off-Viertelfinale, verloren die Berliner mit 0:2 Niederlagen gegen den Kölner EC. Der KEC konnte dabei mit 12:5 und 5:0 zweimal hoch gewinnen. Zur Saison 1982/83 wechselten einige Spieler in die Oberliga zum BFC Preussen, der zum höchstklassigsten Eishockeyverein in West-Berlin wurde. Es gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga in der Saison 1982/83.

Am 29. April 1983 wurde schließlich der Berliner Schlittschuh-Club Preussen e. V. (BSC Preussen) gegründet durch die Ausgliederung der Eishockeyabteilung aus dem BFC Preussen. Bestimmende Personen waren der Präsident Hermann Windler und Sportwart Heinz Klopstech.

Die Zeit in der 2. Bundesliga (1983 bis 1987) Platzierungen Saison Vorrunde Endrunde 1983/84 1. Platz 1. Platz 1984/85 1. Platz 3. Platz 1985/86 1. Platz 4. Platz 1986/87 1. Platz 1. Platz ↑ Die Saison 1983/84 war das erste Spieljahr der neu gegründeten BSC Preussen. Mit einer Investitionssumme von 750.000 D-Mark gelang es dem BSC, sich nach der Hauptrunde und nach der Endrunde auf dem ersten Rang zu platzieren. Rick Hindmarch, der 50 Tore und weitere 45 Assists erzielte, wurde hinter Kenneth Brown zum zweiterfolgreichsten Scorer der Liga. Der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelang letztendlich nicht, da in der Qualifikationsrunde nur der fünfte Platz erreicht wurde. Wirtschaftlich verliefen die Vorbereitungen der Premierensaison zunächst erfolgreich, jedoch forderte der BSchC für die Übertragung der Lizenz und den Spielern eine halbe Million D-Mark, wovon der BSC schließlich 300.000 DM bezahlte.Karas: 100 Jahre Eishockey in Berlin, Faszination durch Tradition. 2008, S. 348

In der folgenden Spielzeit konnten die Preussen den Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen und den ersten Platz der Hauptrunde belegen. Insgesamt verlor der Verein in 42 Spielen nur neun Partien und wies mit einem Ergebnis von 61:28 die meisten Punkte auf. Die Relegationsrunde zur Bundesliga beendete der Ligaprimus mit dem dritten Rang. Somit wurde der Aufstieg in die damals höchste deutsche Eishockeyliga zum zweiten Mal verpasst. Es besuchten dabei knapp 130.000 Zuschauer die Heimspiele des BSC Preussen, deutschlandweit konnten nur Mannheim und Düsseldorf höhere Zuschauerzahlen verbuchen.

Auch im dritten Jahr in der 2. Bundesliga belegte die Mannschaft den ersten Platz nach der Hauptrunde und verpasste den Aufstieg in der anschließenden Relegationsrunde. Hinter der Eintracht Frankfurt, dem SC Riessersee und dem Augsburger EV erreichte der Klub den vierten Tabellenrang. Damit schnitt der BSC schlechter als im Vorjahr ab. Die Saison 1986/87 war schließlich die letzte des Berliner Klubs in der 2. Bundesliga. So erreichte der Verein mit einem ersten Platz und 67:13 Punkte mit deutlichen Vorsprung vor der ESG Kassel die Relegationsrunde. Dort reichte es diesmal ebenfalls zum ersten Rang und die BSC Preussen stiegen folglich in die Bundesliga auf. Der teamintern beste Scorer war Uli Egen, der 119 Mal punkten konnte.

Bundesliga (1987 bis 1994) Platzierungen Saison Vorrunde Endrunde 1987/88 9. Platz 1. Platz1 1988/89 6. Platz Viertelfinale 1989/90 4. Platz Viertelfinale 1990/91 4. Platz 4. Platz 1991/92 4. Platz Halbfinale 1992/93 6. Platz Halbfinale 1993/94 6. Platz Halbfinale 1- Relegationsrunde Nach dem Aufstieg in die deutsche Bundesliga belegten die Preussen zunächst den neunten und damit letzten Tabellenplatz. Da der ECD Iserlohn den Spielbetrieb während der laufenden Saison einstellen musste, trat der BSC folglich als einziger Bundesligist in der Relegationsrunde an. Dort gelang den Berlinern der erste Platz und somit der Klassenerhalt im ersten Bundesligajahr. In den folgenden zwei Spielzeiten qualifizierte sich der Verein jeweils für die Play-offs. Im Jahr 1989 verlor der Klub allerdings mit 1:3 Niederlagen gegen den Mannheimer ERC und 1990 ebenfalls im Viertelfinale mit 2:3 Spielen gegen den Schwenninger ERC.

Am 21. September 1990 kam es zum ersten Derby mit dem EHC Dynamo Berlin. Der BSC Preussen, der sich mittlerweile in der Bundesliga etabliert hatte, siegte gegen den Neuaufsteiger mit 12:0. Bis zum letzten Derby, das die Berlin Capitals am 3. März 2002 in der Deutschlandhalle gegen die Eisbären Berlin mit 5:3 gewannen, gab es insgesamt 48 Derbys. Dabei gab es 28 Siege, 18 Niederlagen und zwei Unentschieden. Die Saison 1990/91 war die bis dahin erfolgreichste in der Vereinsgeschichte des BSC. Nachdem die Hauptrunde mit dem vierten Rang abgeschlossen werden konnte, besiegte der Klub im Play-off-Viertelfinale den Mannheimer ERC mit 3:0 Spielen. Das Halbfinale verloren die Preussen allerdings in einer engen Serie nach dem Modus „Best of Five“ mit 2:3 gegen den späteren Vize-Meister, den Kölner EC. Dieser Erfolg konnte in den folgenden drei Jahren wiederholt werden. Gründung der DEL (1994 bis 2002)

Als die Deutsche Eishockey Liga im Jahr 1994 als neue höchste deutsche Eishockeyliga gegründet wurde, waren die Preussen eines der 18 Gründungsmitglieder, obwohl ihnen bei der ersten Prüfung die Lizenz verweigert wurde. In der Premierensaison belegten die Berliner den ersten Platz nach der Hauptrunde und gewannen das anschließende Play-off-Achtelfinale mit 4:0 Siegen gegen die Ratinger Löwen. Nach einem weiteren Sieg in der Viertelfinal-Serie gegen die Schwenninger Wild Wings verlor der Klub das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft mit 1:3 Niederlagen gegen die Kölner Haie.

Platzierungen Saison Vorrunde Endrunde 1994/95 1. Platz Halbfinale 1995/96 2. Platz Halbfinale 1996/97 3. Platz Viertelfinale 1997/98 10. Platz – 1998/99 13. Platz – 1999/00 6. Platz Halbfinale 2000/01 8. Platz Viertelfinale 2001/02 15. Platz Abstieg In der Folge gab es Meldungen über finanzielle Probleme des Klubs, der Schulden in Höhe von mehr als drei Millionen D-Mark hatte. Da eine Sanierung als unwahrscheinlich angesehen wurde, wurde die Preussen Devils GmbH gegründet, die den Spielbetrieb des BSC Preussen in der DEL fortsetzte. Die Spieler der Preussen wurden von den Devils übernommen. In: Berliner Zeitung, 27. Mai 1995 In der Saison 1995/96 erreichten die Preussen Devils erneut das Play-off-Halbfinale, welches gegen die Düsseldorfer EG verloren ging. Die DEG sicherte sich anschließend die deutsche Meisterschaft. Mit Klaus Merk und Tom O’Regan hatten die Devils den besten Torwart beziehungsweise den punktbesten Verteidiger in ihrem Team. Kurze Zeit später wurde der Verein erneut umbenannt. Ab dem 16. Juli 1996 hieß die Organisation Berlin Capitals. mini|links|150px|Logo der Berlin Capitals Als Hauptrundenzweiter in der Spielzeit 1995/96 qualifizierten sich die Capitals für die European Hockey League. Dort trafen die Berliner in ihrer Gruppe auf den damaligen finnischen Vizemeister TPS Turku, den schwedischen Meister Luleå HF und den britischen Klub Manchester Storm. Insgesamt hatten die Capitals zum Abschluss der Gruppenphase eine ausgeglichene Punktebilanz von 6:6 und belegten damit den dritten Rang, der das Ausscheiden bedeutete.

In den folgenden Jahren gelang es dem Klub nicht, die Erfolge zu wiederholen. Identifikationsfiguren wie John Chabot, Tony Tanti oder Tom O’Regan wurden entlassen und neben finanziellen Schwierigkeiten scheiterte der Verein einmal im Viertelfinale, einmal in der ersten Runde der Play-off-Qualifikation und in der Spielzeit 1998/99 wurde die Endrunde mit einem 13. Tabellenrang komplett verpasst. Zu einem der schwärzesten Tage der Vereinsgeschichte zählt der 6. Oktober 1998. An diesem Tag brach der kanadische Stürmer Stéphane Morin bei einem DEL-Spiel zwischen den Revierlöwen Oberhausen und den Berlin Capitals (Stand 0:3) während des zweiten Drittels auf der Bank zusammen und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Morin war erst vor der Saison aus Nordamerika nach Berlin gewechselt.

Im Sommer 1999 erhielt der Verein wieder den Zusatz Die Preussen. Mit dem Mäzen Egon Banghard und dem Finnen Harry Harkimo wurden Pläne entwickelt, eine Großveranstaltungsarena in Spandau oder Charlottenburg zu errichten, welche jedoch 2001 wieder ad acta gelegt wurden.Der Hallenzweikampf ist entschieden: Anschutz baut – Harkiomo schaut zu. In: Eishockey NEWS, 11. Dezember 2001 Darüber hinaus wurde mit Roger Wittmann ein neuer Manager eingestellt und in der Saison 1999/00 gelang es den Capitals an frühere Erfolge anzuknüpfen. So platzierten sich die Berliner auf dem sechsten Platz und besiegten in der ersten Runde der Play-offs die Krefeld Pinguine, die zuvor den dritten Rang in der DEL-Hauptrunde belegten. Im Halbfinale scheiterten die Capitals an den Kölner Haien, gegen die das Team bereits in früheren Jahren häufig in den Play-offs ausschied.

mini|150px|Lokalderby zwischen den Berlin Capitals und den Eisbären Berlin Vor Beginn der Saison 2001/02 gab es abermals Probleme mit der Lizenzvergabe. Schließlich stellte Dietmar Hopp den Capitals elf Millionen D-Mark zur Verfügung, womit der Verein vorerst gerettet war, jedoch aufgrund der Lizenzprobleme mit sechs Minuspunkten in die Saison starten musste.Karas: 100 Jahre Eishockey in Berlin, Faszination durch Tradition. 2008, S. 363f. Darüber hinaus spielte der Verein nach dem Abriss der Eissporthalle Jafféstraße erstmals in der Deutschlandhalle, welche von den Fans nicht angenommen wurde. Nach der Hauptrunde belegte die Mannschaft lediglich den vorletzten Platz und musste somit in den Play-downs um den Klassenerhalt spielen. Vor dem Punktspiel am 3. März 2002 veranstalteten insgesamt 1.300 Fans der Eisbären Berlin einen Gedenkmarsch, der sich vom S-Bahnhof Westkreuz bis hin zur Heimspielstätte der Berlin Capitals erstreckte. Dabei wollten die Eisbären-Anhänger die Derbys beider Vereine symbolisch zu Grabe tragen. Särge, Kreuze und Spruchbänder brachten diese Intention zum Ausdruck. Hintergrund war die schlechte sportliche und finanzielle Lage der Capitals und die damit im Zusammenhang stehende Tatsache, dass dies das letzte Derby beider Klubs in der DEL war.,