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Brück () ist eine Stadt im Zentrum des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg und Sitz des Amtes Brück.
Geografie Die Stadt Brück liegt zwischen den Städten Beelitz und Bad Belzig. Eingebettet zwischen Zauche und Hohem Fläming gehört Brück zu dem dünn besiedelten, vornehmlich landwirtschaftlich geprägten Gebiet, das sich am Ausgang des Baruther Urstromtals in den Belziger Landschaftswiesen fortsetzt. Die Ortsteile Gömnigk und Trebitz liegen am Fluss Plane, der Ortsteil Baitz am Baitzer Bach. Nördlich von Brück liegt der Truppenübungsplatz Lehnin der Bundeswehr.
Stadtgliederung Zur Stadt Brück gehören: Ortsteile Baitz Neuendorf
Bewohnte Gemeindeteile Brück-Schlossbusch Gömnigk Stromtal Trebitz
Wohnplatz Wiesenau
Das ehemalige Dorf Rottstock, dessen Eingemeindung gemeinsam mit dem Siedlungsteil Neu-Rottstock 1950 erfolgte,Matthias Helle: Nachkriegsjahre in der Provinz – Der brandenburgische Landkreis Zauch-Belzig 1945 bis 1952. Dissertation, FU Berlin, 2008. ist als südwestlicher Vorort vollständig in Brück aufgegangen.
Geschichte mini|hochkant|links|Gregor Brück 1533 nach einem Gemälde von Lucas Cranach d. Ä. im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
Brück Die Herkunft des Stadtnamens wird – nicht ganz gesichert – zumeist der Stadt Brügge zugeordnet und stammt somit aus der Zeit des Landesausbaus durch die ersten askanischen Markgrafen, die im Zuge ihrer geschickten Siedlungspolitik während der deutschen Ostsiedlung insbesondere Flamen in das Land riefen. Nach den Flamen wiederum und ihren Dörfern, den Vlämlingen, erhielt der gesamte Landstrich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Namen Fläming. Brück erhielt trotz seiner geringen Größe bereits zwischen 1360 und 1374 das Stadtrecht. Die Stadt wurde seit dem Mittelalter von zwei Toren begrenzt, dem Berliner und dem Belziger Tor. Heute stehen nur noch Reste des Berliner Tores. Im 13. Jahrhundert entstand die heute noch erkennbare Zwei-Straßen-Anger-Siedlung mit der Sankt-Lambertus-Kirche.
mini|hochkant|links|Kursächsische Postmeilensäule
Brück blieb nicht lange unter brandenburgischer Hoheit, denn der Ort liegt in einem über Jahrhunderte umstrittenen Gebiet, dessen Besitz zwischen der Markgrafschaft Meißen, der Markgrafschaft Brandenburg und dem Erzbistum Magdeburg wechselte. Erst mit dem Wiener Kongress 1815 fiel Brück endgültig an Preußen. Bis zu diesem Zeitpunkt bildeten die Belziger Landschaftswiesen die Grenze zwischen dem Königreich Sachsen und der Mark Brandenburg. Brück war die nordöstliche Grenzstadt Sachsens. Eine kursächsische Postdistanzsäule steht noch heute als steinernes Zeugnis der sächsischen Vergangenheit in Brück. Die strategische Bedeutung Brücks ergab sich aus der Enge im sumpfigen Urstromtal, die schon früh als Übergang vom Belziger Vorfläming zur Zauche genutzt wurde. Handelswege und eine Heerstraße, die eine nicht mehr vorhandene Burg sicherte, führten hier entlang.
Die örtliche Postmeilensäule ist die nördlichste der sächsischen überhaupt. Sie wurde im Jahr 1730 vor dem Belziger Tor aufgestellt. Nach einigen Umsetzungen und Restaurationen steht sie heute in der historischen Altstadt in der Mittelreihe.
Der sächsische Kanzler der Reformationszeit und Weggefährte Martin Luthers, Gregor Brück, wurde um 1483 in Brück geboren.
Am 18. Februar 1912 fand beim Flug von Bork nach Brück mit einem Flugzeug von Hans Grade die erste Luftpostbeförderung durch den Piloten Hermann Pentz statt.
Die Nationale Volksarmee hatte bis 1990 das Flugabwehrraketenregiment 1 Anton Fischer und die Raketentechnische Basis 2 Robert Neddermeyer in Brück stationiert. Ab 1991 war das Panzerbataillon 423 dort stationiert, bis es 2002 aufgelöst wurde. In Brück befindet sich die Leitung des Truppenübungsplatzes Lehnin.
mini|hochkant|links|Brück und Umgebung im Jahr 1903
Baitz mini|Landwirtschaftlicher Betrieb in Baitz
Baitz, in alten Schreibweisen auch Boghetiz, Boycz oder Batz, wurde 1313 erstmals urkundlich unter dem Namen Boghetiz erwähnt. Es ist ein Straßendorf mit etwa 200 Einwohnern. In Baitz befindet sich die Naturschutzstation des rund 4500 Hektar umfassenden Schongebietes Belziger Landschaftswiesen. Die Station ist gleichzeitig Außenstelle der Staatlichen Vogelschutzwarte des Landes Brandenburg in Buckow und hat sich insbesondere dem Schutz der stark gefährdeten Großtrappe (Otis tarda) verschrieben. Die naturräumliche Einbindung des Ortes und die Erfordernisse des Naturschutzes bestimmen heute zu einem großen Teil das Wirtschaftsleben des Dorfes.
Gömnigk mini|Ehemaliges Büdnergut Nr. 27 in Gömnigk
Während Brück bereits außerhalb des Naturparks Hoher Fläming liegt, befindet sich das Straßendorf Gömnigk noch innerhalb des Großschutzgebietes kurz vor dem südöstlichen Rand des Naturschutzgebietes Belziger Landschaftswiesen am Fläminghauptfließ Plane. Der Fluss trieb in dem landwirtschaftlich geprägten Dorf zwei Wassermühlen an. Da einige mittelalterliche Geschichtsabschnitte Gömnigks, das 1251 erstmals erwähnt wurde, mit umfangreichem Quellenmaterial gut dokumentiert sind, lassen sich am Beispiel des Dorfes ländliche Entwicklungslinien in der Mark Brandenburg nachzeichnen. Dazu gehören Veränderungen in der ländlichen Sozialstruktur, die Auswirkung von Bränden auf die Fortschritte im Haus- und Hofbau und die Mühlengeschichte. Die Geschichte der Dorfschule enthält bewahrenswerte Aspekte zur Pädagogik im 19. und 20. Jahrhundert und zur finanziellen Ausstattung der Lehrer in dieser Zeit. Zudem verfügt Gömnigk über eine mittelalterliche Feldsteinkirche mit einem Fachwerk-Giebelturm.
Neuendorf mini|Weg ins Baruther Urstromtal bei Neuendorf
Das Straßendorf Neuendorf liegt an der Bundesstraße 246 und hat etwa 280 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1337. Er wurde 1375 als Nyendorf prope Brugge erwähnt. Der Grund für die Namensgebung ist nicht bekannt. Das Dorf war bis 1582 im Besitz der Ritterfamilie von Ziegesar. Ab 1582 war es Besitz derer von Seelen, von 1599 bis 1690 derer von Bernewitz, dann bis 1726 im Besitz des Berliner Bürger Barth. Von 1726 bis 1733 waren die Eigentümer Girschner, zwischen 1733 und 1737 ein Ludwig aus Magdeburg, danach die Familie Schmidt. Von 1830 bis 1836 war es die Familie Kaehne, in deren Besitz es bis 1872 blieb. Bis 1815 war Neuendorf für Preußen von großer Bedeutung, da der Ort der letzte Posten in der Märkischen Zauche in Richtung Sachsen war. Sehenswert ist die verputzte Feldsteinkirche, die als Baudenkmal geschützt ist. In der Kirche befindet sich eine Glocke, die aus dem Jahr 1690 stammen soll. Der Turm wurde 1839 aufgesetzt, 1890 erfolgte eine Renovierung.
Trebitz mini|Torhaus in Trebitz
Das Dorf Trebitz mit etwa 250 Einwohnern gehört wie Baitz und Gömnigk zum Naturpark Hoher Fläming und liegt am südöstlichen Rand des Naturschutzgebietes Belziger Landschaftswiesen am Baruther Urstromtal. Der Kern des landwirtschaftlich geprägten Dorfes verläuft parallel zum Fläminghauptfließ Plane. Die älteste überlieferte schriftliche Erwähnung als villam trebegoz stammt aus dem Jahr 1251. Der Ortsname bedeutet Ort des Trebegost und ist nach einem slawischen Personennamen gebildet worden
Verwaltungsgeschichte Die heutigen Ortsteile der Stadt gehörten seit 1817 zum Kreis Zauch-Belzig in der preußischen Provinz Brandenburg und von 1952 an zum Kreis Belzig im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark.
Am 1. Juli 1950 wurde Rottstock eingemeindet.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Am 1. Februar 1974 kamen Gömnigk und Trebitz hinzu. Baitz und Neuendorf gehören seit dem 31. Januar 2002 dazu.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 395 1890 1 445 1910 1 547 1925 1 584 1933 1 681 1939 1 746 Jahr Einwohner 1946 2 583 1950 3 780 1964 3 204 1971 3 345 1981 3 731 1985 3 915 Jahr Einwohner 1990 3 689 1995 3 727 2000 3 530 2005 3 855 2010 3 623 2015 4 095 Jahr Einwohner 2020 3 945 2021 4 076 2022 4 170 2023 4 206 2024 4 258 2025 4 222
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Brück besteht aus 16 Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil 2024 Sitze 2024 Stimmenanteil 2019 Sitze 2019 Pro Brück 50,7 % 9 44,0 % 7 Engagierte Bürger für Brück 16,5 % 2–– AfD 14,2 % 2 – – CDU 11,0 % 2 17,7 % 3 Unabhängige Wählergemeinschaft 7,7 % 1–– SPD – – 21,6 % 3 Einzelbewerber Frank Schulze – – 6,0 % 1 Einzelbewerber Daniel Strübing–– 4,1 % 1 Gewerbe- und Wirtschaftsförderverein Brück – – 2,9 % 1 FDP – – 2,5 % – Einzelbewerber Roland Hinze – – 1,1 % –
Bürgermeister 12.11.1951 – ??? Rudolf Scheerbarth 1970–1989: Rudi Thietke 1989–1990: Gottfried Hoffmann 1990–1992: Hartmut Schemel 1994–2016: Karl-Heinz Borgmann seit 2017: Matthias Schimanowski In: Märkische Allgemeine, 5. Mai 2017
Schimanowski wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 82,0 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.
Wappen
Historisches Wappen
Flagge Die Flagge ist Rot – Gelb – Rot – Gelb – Rot (1:2:7:2:1) gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.
Städtepartnerschaften Spišská Belá (Slowakei), seit 2007 In: Märkische Allgemeine, 9. Oktober 2015 Tarnów Opolski (Polen)
Sehenswürdigkeiten und Kultur Bauwerke und Einrichtungen (Auswahl) mini|hochkant|Feldsteinkirche Gömnigk, 2006
In der Liste der Baudenkmale in Brück und in der Liste der Bodendenkmale in Brück stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.
Stadtkirche St. Lambertus von 1776, durch Umbau einer spätgotischen Anlage entstanden Kursächsische Postmeilensäule von 1730 am ehemaligen Belziger Tor Historische Angerbebauung Ältestes Fachwerkhaus von Brück, erbaut 1652 Dorfkirche Baitz, entstand in den Jahren 1912/1913 unter Einbezug mindestens eines Vorgängerbaus. Die Kirchenausstattung ist bauzeitlich. alternativtext=Feldsteinkirche in Rottstock. Foto Januar 2025|mini|Rottstock, evangelische Dorfkirche, 2025
Dorfkirche Rottstock Feldsteinkirche in Gömnigk, wahrscheinlich im 14. Jahrhundert erbaut Staatliche Vogelwarte in Baitz für die Trappen- und Wiesenbrüterschutzgebiete der Belziger Landschaftswiesen Hölzerne Skulptur Baum der Einheit vor dem Amt Brück, 2018 eingeweiht, Werk des Hobby-Schnitzers Hermann Strübung aus dem Jahr 2016. Das Amt gibt auf einer Informationstafel an, dass der Künstler des fünf Meter hohen Werkes durch den Ausspruch Willy Brandts „Es wächst zusammen, was zusammengehört“ inspiriert wurde. Auf den Hauptästen sind der Berliner Funkturm sowie der Berliner Fernsehturm als Symbol für die BRD und DDR zu sehen.Informationstafel zum Kunstwerk, aufgestellt vor dem Amt Brück, Mai 2020.
Regelmäßige Veranstaltungen Karneval Osterfeuer Kaltblutpferderennen „Titanen der Rennbahn“ im Juni Schützenfest Erntefest Weihnachtsmarkt Brücker Weihnachtskalender
Wirtschaft und Infrastruktur Überblick