Franz Karl Graf von Coudenhove (* 19. Februar 1825 in Wien; † 16. Juni 1893 in Ottensheim, Österreich ob der EnnsPfarre Ottensheim, Sterbefälle – Duplikate 1893 | 306/1893, S. 10., abgerufen am 19. Oktober 2025.) war ein österreichischer Diplomat, Großgrundbesitzer und Politiker. Er war ab 1881 Mitglied des Herrenhauses auf Lebenszeit.
Biografie mini|hochkant|Grab von Franz Karl Graf von Coudenhove auf dem Hietzinger Friedhof Franz Karl Graf von Coudenhove entstammte einem ursprünglich brabantischen Adelsgeschlecht, das jedoch seit dem 18. Jahrhundert in Kurmainz ansässig war und 1790 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Sein Vater Franz Ludwig Graf von Coudenhove (1783–1851) war Feldmarschallleutnant in österreichischen Diensten, Adjutant von Erzherzog Franz Karl sowie Oberhofmeister von Erzherzog Ludwig. Seine Mutter war die baltische Baronesse Auguste von Löwenstern (1788–1860).William D. Godsey, Jr.: Nobles and Nation in Central Europe. Free Imperial Knights in the Age of Revolution, 1750–1850. Cambridge University Press, Cambridge/New York 2004, S. 186, 201.
Coudenhove besuchte ab 1834 das Akademische Gymnasium in Wien und von 1839 bis 1841 das Theresianum. Von ca. 1848 bis 1857 diente er als Offizier, zuletzt im Rang eines Hauptmanns. Bereits 1849 wechselte er in den diplomatischen Dienst, wurde zunächst in der Internuntiatur in Konstantinopel (Istanbul) eingesetzt, 1853 bei der Gesandtschaft in Dresden. Er erreichte 1857 den Rang eines Legationssekretärs und wurde im Jahr darauf nach Rom versetzt, 1859 nach Brüssel. 1862 verließ er den diplomatischen Dienst.
Franz Karl von Coudenhove heiratete 1857 in Paris die polnische Adlige Marie von Kalergi (1840–1877), Tochter der Pianistin Maria Kalergis, er ist somit der Stammvater der Familie Coudenhove-Kalergi. Er erwarb 1863 das Gut Ottensheim (Bezirk Urfahr) im oberösterreichischen Mühlviertel sowie 1864 die Güter Ronsperg/Ronšperk (heute Poběžovice) und Stockau/Pivoň, beide im westböhmischen Bezirk Bischofteinitz. 1871 gehörte er kurzzeitig als Vertreter der Katholisch-Konservativen dem oberösterreichischen Landtag an. 1881 wurde er auf Lebenszeit in das Herrenhaus, das Oberhaus des österreichischen Reichsrates, berufen. Dort wurde er der „Mittelpartei“ zugerechnet.
Coudenhove hatte sechs Kinder. Kurz vor seinem Tod 1893 setzte er seinen noch ungeborenen Enkel Johann Graf Coudenhove-Kalergi, den ältesten Sohn seines ältesten Sohnes Heinrich von Coudenhove-Kalergi, zum Alleinerben ein.Barbara Coudenhove-Kalergi. Zuhause ist überall, 2015. Frankfurt: Fischer. Nach seinem Ableben wurde Franz Karl von Coudenhove in der Familiengruft auf dem Hietzinger Friedhof in Wien bestattet.
Vorfahren und Kinder von Franz Karl Coudenhove
Weblinks
Einzelnachweise Franz Ludwig Graf von Coudenhove bei gw.geneanet.org. Abgerufen am 5. Dezember 2020. Georg Louis Baron de Coudenhove bei gw.geneanet.org. Abgerufen am 5. Dezember 2020. Familie Coudenhove bei paneuropa.org. Abgerufen am 5. Dezember 2020. bei parlament.gv.at. Abgerufen am 5. Dezember 2020.
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