Néris-les-Bains ist eine französische Kleinstadt im Département Allier in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Arrondissement Montluçon und zum Gemeindeverband Commentry Montmarault Néris Communauté. Der Kurort mit Einwohnern (Stand ) wird vor allem von den drei Kurhäusern und einem zehn Hektar großen Park geprägt.

Lage Die Kleinstadt Néris-les-Bains liegt in einer Höhe von etwa in der fruchtbaren Landschaft der Combrailles im südlichen Bourbonnais am Flüsschen Polier. Die Stadt Montluçon befindet sich etwa acht Kilometer nordwestlich.

Geschichte In vorrömischer Zeit hieß Néris-les-Bains Neriomagus, nach der römischen Eroberung vor 2000 Jahren Aquae Nerii. Die Namensbezeichnungen haben ihren Ursprung im gallischen Lokalgott Nerius und dem keltischen Wort magos = ‚Feld‘ oder ‚Ebene‘. Die Römer fassten hier die Quellen, bauten Thermen, Aquädukte, ein Amphitheater, Tempel und Villen. Damals nahm die Stadt eine 200 Hektar große Fläche ein und war von überregionaler Bedeutung. Der heilige Patroclus bekehrte die Region im 6. Jahrhundert zum Christentum.

Weil Néris-les-Bains 1940 nicht von Deutschen besetzt wurde, wurde es zum Zufluchtsort vieler Flüchtlinge, hauptsächlich Juden, beispielsweise der Familie von Saul Friedländer.S. Friedländer, Wohin die Erinnerung führt. Mein Leben. München 2016, S. 17. In Néris-les-Bains besuchte Saul Friedländer zwei Jahre lang die École communale.S. Friedländer, Wohin die Erinnerung führt. Mein Leben. München 2016, S. 25.

Bevölkerungsentwicklung Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner von etwa 1.100 auf über 2.800 an und blieb seitdem trotz Reblauskrise und Mechanisierung der Landwirtschaft annähernd konstant. Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2019Einwohner Cassini und INSEE 2837 2917 2836 2924 2831 2708 2726 2588 2441

Wirtschaft Jahrhundertelang lebten die Einwohner von Néris-les-Bains als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau gehörte; hinzu kamen regionaler Kleinhandel und Handwerk. Nach der Reblauskrise Ende des 19. Jahrhunderts kam der Weinbau jahrzehntelang völlig zum Erliegen, doch mittlerweile werden wieder Rot-, Rosé und Weißweine produziert, die über die Appellation Val-de-Loire vermarktet werden.

Wichtigster Wirtschaftszweig in Néris-les-Bains ist seit dem 19. Jahrhundert der Kurbetrieb. Die Hyperthermalquellen haben eine Temperatur von 53 °C, sind schwach radioaktiv, stark mineralisch und reich an Spurenelementen. Das Thermalwasser von Néris beeinflusst besonders stark das Kreislaufsystem. Geheilt werden vor allem Nervenleiden, rheumatische Erkrankungen (Morbus Bechterew) und Frauenleiden. Die Kursaison dauert von Mai bis Oktober.

Sehenswürdigkeiten Thermalbad (1826), Monument historique Reste des Amphitheaters, ursprünglich 3000 Personen fassend, Monument historique Camp romain des Chaudes (ancien) (Bad/Thermen, Reste), Monument historique Villa gallo-romaine de Cheberne et ses dépendances (Reste) L’oppidum gaulois Casino, Monument historique Bahnhofsgebäude (1931), Monument historique, Architekt: Louis Brochet Theater im Napoleon III.-Stil Kirche Saint-Georges, romanisch (11./12. Jahrhundert), mit Statuen des 17. Jahrhunderts, Monument historique Kirche Saint-Colomban (18./19. Jahrhundert; rechts vom Chor Kapelle des 15. Jahrhunderts) La Chapelle Notre-Dame de la Brosse (erbaut 1861) Sankt-Josephs-Kapelle (von 1894) mit einer vier Meter großen Statue Viadukte der früheren Bahnstrecke Montluçon–Gouttières Le viaduc de Sainte-Agathe, 165,5 Meter lang und 40 Meter hoch mit sieben Bögen von 16 Meter Breite Le viaduc de Pérassier, 215 Meter lang und 51 Meter hoch mit neun Bögen von 18 Meter Breite Le viaduc de Néris, 113 Meter lang und 23 Meter hoch mit sieben Bögen von 10 Meter Breite La Maison du Patrimoine (Museum der gallorömischen Spuren)Maison du patrimoine (franz.) Château de Cerclier mit Kapelle des 17. JahrhundertsHistoire de Néris-les-Bains (franz.) La nécropole mérovingienne (Sarkophage des 6. Jahrhunderts)

Partnergemeinde Wadersloh in Nordrhein-Westfalen, seit den 1990er Jahren

Persönlichkeiten Lise Bourdin (1925–2025), Schauspielerin und Model Hubert Bastianelli (1929–1991), Radrennfahrer

Literatur

Weblinks

Offizier Internetauftritt der Gemeindeverwaltung Néris-les-Bains (französisch) Notice Communale – EHESS (französisch) Weinbau in der Gemeinde (französisch)

Einzelnachweise

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