Selbstheilung bezieht sich auf den Prozess beim Menschen, bei dem individuelle innere Ressourcen aktiviert werden, um Genesung und Wohlbefinden bei der Person herbeizuführen. Bei der Psychotherapie werden Selbstheilungskräfte gemäß den Prinzipien verschiedener therapeutischer Ansätze aktiviert und gefördert. Im Kontrast zur Selbstheilung stehen die Spontanheilung und Spontanremission, bei denen keinerlei externe therapeutische Interventionen zum Einsatz kommen. Selbstheilung kann sich auch auf die selbstheilenden Materialeigenschaften von Werkstoffen beziehen.
Materialwissenschaft Der Begriff der Selbstheilung wird auch verwendet, wenn Materialien in der Lage sind bei Schaden oder Alterung, durch in ihnen selbst angelegte Mechanismen, diese Prozesse aufzuhalten oder (teilweise) Rückgängig zu machen. Beispielhaft ist die Selbstabdichtung von Rissen in WU-Beton durch abgeschiedenen KalkBetonbauwerke im Untergrund – Infrastruktur für die Zukunft. S. 82 () oder die Selbstheilung von Elektrolytkondensatoren.
Biomaterialien Biokompatible selbstheilende Materialien, die für Implantate verwendet werden könnten, befinden sich im Jahr 2023 in der Erforschung.
Herkömmliche Verbundwerkstoffe, die das Materialversagen lediglich verzögern, können als „selbstheilende Materialien der nullten Generation“ angesehen werden. Selbstheilende Materialien der ersten Generation sind Ansätze, die Schäden „aufhalten“ und „auffüllen“, während selbstheilende Materialien der zweiten Generation eine „vollständige Wiederherstellung“ der vor dem Versagen vorhandenen Materialstruktur anstreben.A. B. Brochu, S. L. Craig, W. M. Reichert: Self-healing biomaterials. In: Journal of biomedical materials research. Part A. Band 96, Nummer 2, Februar 2011, S. 492–506, , PMID 21171168, (Review).
Literatur Hans-Harald Sedlacek: Selbstheilungskräfte und Arzneimittelwirkungen. Synergien und Grenzen. De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-044607-4. Brigitte Lohff: Selbstheilungskraft (Heilkraft der Natur). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1317 f.
Einzelnachweise
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