mini|Kordel von oben gesehen mini|Kordel vom Norden aus gesehen mini|hochkant|Kordel um 1957

Kordel, amtliche Schreibweise bis 15. Mai 1936: Cordel,Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939, S. 268. ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Trier-Land an. Kordel ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Kordel liegt in der Eifel am Fluss Kyll und an der Bundesstraße 422 zwischen Trier-Ehrang und Welschbillig sowie an der Landesstraße 43 zwischen Butzweiler und Daufenbach (Zemmer).

Die größeren Zuflüsse der Kyll bei Kordel sind der Welschbilligerbach, der Kimmlinger Bach, der Butzerbach, der Lohrbach und der Kutbach.

Zur Ortsgemeinde Kordel gehören die Gemeindeteile Burg Ramstein, Gaststätte, nahe der Burg Ramstein Hochmark Kimmerbach Kimmlingen Kimmlingerhof Ramsteinerbrücke Reitzenmühle Kylltalbad 1

Fotos

Geschichte Eine erste urkundliche Notiz des Ortes ist auf das Jahr 1023 zurückzuführen. Zur Entstehung des Namens hat, laut herrschender Meinung der Heimatforscher, ein erzbischöfliches Gut beigetragen, das den Namen cordula bzw. cortellum führte. Dieses bischöfliche Gut lag nach historischer Manifestierung in der Nähe der Burg Ramstein. Erste urkundliche Erwähnungen dieses Gutes stammen aus dem Jahre 1138.

Nach 1139 entstand an der Mündung des Winterbachs bzw. Riedbachs in die Kyll ein Hof, der im 20. Jahrhundert wüst fiel. Die heutige Wüstung etwa 500 Meter südlich der Deimlinger Mühle bestand aus den Hofgebäuden und einer nördlich gelegenen Kapelle. Die Mauerreste der aus rotem Sandstein errichteten Kapelle waren 1931 noch sichtbar. Heute deuten noch Unebenheiten im Boden auf Fundamente der Siedlung, die bei Hochwasser freigespült werden können. Einige Fundamentreste deuten auf ein Anwesen in römischer Zeit.Ehemaliger Hof Winterbach – Winterbach, Gemeinde Kordel, Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier

Der Ort Kordel gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum kurtrierischen Amt Pfalzel. Nach der Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen gehörte der Ort von 1798 bis 1814 zum Kanton Pfalzel im Saardepartement und kam 1815 aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen. Im Jahr 1816 wurde die Gemeinde dem Landkreis Trier zugeordnet und gehörte von 1822 an zur Rheinprovinz.

Der Ort Kordel erstreckte sich auf der Preußischen Kartenaufnahme (1843–1873) auf Gebiete rechts der Kyll und links des Cordellbachs.

Im Juli 2021 wurde der Ort bei einem extremen Hochwasser in Europa sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Die amerikanische Tageszeitung New York Times berichtete darüber mit einem Foto eines in den Fluten stehenden Zuges in Kordel auf der Titelseite.

Die Feierlichkeiten 1000 Jahre Kordel fanden im August 2023 unter dem Motto zusammen stehn – nach vorne sehn statt.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Kordel bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 410 1835 544 1871 656 1905 1.112 1939 1.642 1950 1.824 Jahr Einwohner 1961 2.168 1970 2.296 1987 2.291 1997 2.288 2005 2.174

Politik Gemeinderat Der Ortsgemeinderat in Kordel besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat: Wahl SPD CDU FWG* Gesamt 2024 5 – 11 16 SitzeKordel, Gemeinde- / Stadtratswahl 09.06.2024 2019 3 3 10 16 SitzeLandeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 3 3 10 16 Sitze 2009 3 3 10 16 Sitze 2004 4 3 9 16 Sitze 1999 6 5 5 16 Sitze * FWG = Freie Wählergruppe Kordel e. V.

Ortsbürgermeister Medard Roth ist seit 1999 Ortsbürgermeister von Kordel. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er mit einem Stimmenanteil von 59,7 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Der Vorgänger war von 1989 bis 1999 Alfred Roth.

Kommunalpartnerschaft Stadt St. Goar am Rhein, seit 2021

Sehenswürdigkeiten mini|Reste der latenezeitlichen Ringwallanlage Burgberg nordöstlich des Ortes Bei Kordel befinden sich die Burg Ramstein und die Genovevahöhle. Vor dieser Höhle wurden Feuersteinsplitter und Schaber aus der älteren Steinzeit sowie Steinbeile und Speerspitzen aus der jüngeren Steinzeit gefunden.

Im Übrigen lassen sich Teile der römischen Langmauer auf der Gemarkung der Ortsgemeinde nachweisen.

Nahe der Burg befinden sich die Butzerbachfälle, eine Folge von Wasserfällen über Buntsandsteinbänke, die durch einen Pfad mit einer 30 Meter langen Netzbrücke erschlossen ist.

Unweit des südöstlichen Ortseingangs befindet sich oberhalb des Ramsteiner Wegs die Mariengrotte, mit der sog. „Madonna von Kordel“. Die etwa 1,60 m hohe, farbig gestaltete Steinskulptur befand sich bis Ende der 1950er Jahre am Eingang der Sakristei der Kordeler St.-Amandus-Kirche, bevor man sie in der Mariengrotte allgemein sichtbarer platzierte. 2020 wurde sie erstmals gründlich restauriert.

mini|Bahnhof Kordel an der Eifelbahn

Öffentlicher Personennahverkehr Der Bahnhof Kordel liegt an der Eifelbahn Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier. Unter dem Markennamen VAREO verkehren die Züge des Schienenpersonennahverkehrs der RB 22 ()

Linie Verlauf Takt

Zum Einsatz kommen Fahrzeuge der Baureihen 620 und 622. Es gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT).

Aufgrund der guten Eisenbahnanbindung und der relativ umständlichen Erreichbarkeit auf der Straße wird Kordel überhaupt nicht von Linienbussen angefahren.

Literatur Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 74–77.

Weblinks

Website der Gemeinde Kordel

Einzelnachweise

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