mini|Safety Label

Die Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA, ; deutsch etwa „Internationale Union der Alpinismusvereinigungen“) ist eine Internationale Vereinigung verschiedener Alpinistenverbände. Die UIAA hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, strenge Sicherheitsnormen für Bergsportausrüstung wie Seile, Klettergurte, Karabinerhaken und sonstige Ausrüstungsgegenstände zu definieren. Die UIAA unterstützt außerdem junge Bergsteiger, beispielsweise durch gemeinsame Auslandsfahrten, setzt sich für den Naturschutz ein und war bis 2005 Veranstalter der Sportkletterweltcups und Kletterweltmeisterschaften.

Geschichte Nach jahrzehntelangen Bemühungen für eine internationale Vereinigung wurde das Vorhaben und die Vorbereitungen zur Gründung eines solchen Dachverbands an den zwei Kongressen, die der Gründung vorausgingen, entwickelt und konsolidiert, nämlich 1930 in Zakopane in Polen und 1931 in Budapest in Ungarn.

Am 27. August 1932 beschlossen die Delegierten beim 3. Internationalen Alpinen Kongress in Chamonix in Frankreich die Gründung der UIAA. Die 19 Repräsentanten nationaler Bergsteigerverbände der Gründungsversammlung vertraten Verbände aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Jugoslawien, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei, Ungarn und den Vereinigten Staaten. Die Alpinistinnen waren mit einer Delegation aus Großbritannien (Ladies’ Alpine Club und Scottish Ladies Alpine Club) und der Schweiz (Schweizerischer Frauen-Alpen-Club) vertreten.

Es wurde ein „Executive Committee“ gewählt und die Delegierten vereinbarten, dass der Schweizer Alpen-Club einen Präsidenten ernennen sollte. Am 4. Oktober schlug der Vorstand des Schweizer Alpen-Clubs für die Präsidentschaft der UIAA den Grafen Charles Egmond d’Arcis aus Genf vor, dessen Nominierung am 24. November 1932 von der Generalversammlung des Schweizer Alpen-Clubs angenommen wurde. Damit wurde der Schweizer Charles Egmond d’Arcis erster Vorsitzender und Genf Hauptsitz des internationalen Dachverbands.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs fand im Sommer 1939 in Zermatt in der Schweiz der letzte Kongress statt, bis kriegsbedingt der Kontakt und der Austausch der Mitgliederorganisationen untereinander nur noch per Post erfolgte.

1947 fand der erste UIAA-Kongress der Nachkriegszeit statt, wiederum in Chamonix in Frankreich. Dort wurde die letztmals von Wilhelm „Willo“ Welzenbach revidierte Skala, die über den Schwierigkeitsgrad beim Klettern im Gebirge Auskunft gibt, weiterentwickelt; aus ihr sollte später die allgemein anerkannte UIAA-Skala hervorgehen. 1950 repräsentierte die UIAA bereits eine halbe Million Alpinisten, eine Zahl, die in den folgenden Jahrzehnten auf über zweieinhalb Millionen anwuchs.

1968 wählten die Delegierten in London in England den Schweizer Albert Eggler als Nachfolger des Genfers Edouard Wyss-Dunant zum neuen Präsidenten und brachten damit dem Willen zum Ausdruck, den Sitz der UIAA in der Schweiz zu belassen. Da Eggler Berner war, wurde der UIAA-Hauptsitz nach Bern in der Schweiz verlegt, wo er seit 1999 eine Bürogemeinschaft mit dem Hauptsitz (Zentralvorstand) des Schweizer Alpen-Clubs hat.

Im Jahre 2008 traten der Deutsche Alpenverein (DAV), der Österreichische Alpenverein (ÖAV) und der Verband Alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) aus der UIAA aus. Dadurch verlor die UIAA die Hälfte der von ihr repräsentierten Alpinisten. Der Grund dafür war, dass die drei Vereine damit begannen, Sportklettern als olympische Sportart zu etablieren und deshalb eine Anerkennung als Sportverbände benötigten. Die UIAA lehnte es ab, selbst Sportverband zu werden, während sich das IOC weigerte, die UIAA oder die einzelnen Alpinen Vereine in der bisherigen Organisationsform anzuerkennen.

2013 konnten die Konflikte zwischen UIAA und IOC gelöst werden. Seitdem sind DAV, ÖAV und VAVÖ wieder Mitglieder der UIAA.

Im Jahr 2018 vereinbarten der UIAA und die EUMA eine Zusammenarbeit.

Die UIAA erkennt als Dachorganisation mit Zuständigkeit für den jeweiligen Kontinent an:

Kontinent Dachorganisation Kürzel Asien Union of Asian Alpine Associations UAAA Europa European Union of Mountaineering Associations EUMA Lateinamerika Pan-American Union of Mountaineering and Climbing UPAME

UIAA-Skala

Nach der Organisation wurde auch eine Schwierigkeitsskala, die UIAA-Skala benannt. Sie ermöglicht den Vergleich verschiedener Kletterrouten im Fels anhand ihrer Schwierigkeit. Die UIAA-Skala wird in römischen oder arabischen Ziffern angegeben. Sie beginnt mit 1, wobei die Schwierigkeit mit dem Grad wächst. Die Skala ist nach oben hin offen. Darüber hinaus sind Feinabstufungen mit Plus- oder Minuszeichen (zum Beispiel 7− für eine leichte Route im 7. Grad oder 5+ für einen schwierigen 5er) gebräuchlich.

UIAA-Normen mini|300px|UIAA-Kennzeichnung der Zugfestigkeit von Karabinern in kg bzw. Kilonewton

Die UIAA hat Normen für verschiedene Ausrüstungsgegenstände erarbeitet. Diese Normen sollen gewährleisten, dass die Ausrüstungsgegenstände den Anforderungen entsprechend ihre Aufgabe erfüllen können und den dabei auftretenden Belastungen standhalten.

Das zuständige Komitee der UIAA arbeitet mit dem Europäischen Komitee für Normung (CEN) bei der Harmonisierung von Normen zusammen.

Die UIAA-Normen sind stark angelehnt an die Standards der EU (CE beziehungsweise EN oder CEN), weichen aber manchmal geringfügig von diesen ab.

Folgende Normen wurden von der UIAA erstellt: Nr. Hilfsmittel 101 Dynamische-Kletterseile 102 Reepschnüre 103 Bandmaterial 104 Bandschlingen 105 Klettergurte 106 Kletterhelme Nr. Hilfsmittel 107 Statikseile 108 Standplatzschlingen 121 Karabinerhaken 122 Felshaken 123 Bohrhaken 124 Klemmkeile Nr. Hilfsmittel 125 Klemmgeräte 126 Steigklemmen 127 Seilrollen 128 Klettersteigsets 129 Sicherungsgeräte 151 Eisschrauben Nr. Hilfsmittel 152 Eisgeräte / Eispickel 153 Steigeisen 154 Firnanker 155 Snow Picket 156 Lawinenschaufel 157 Bouldermatten / Crash Pad

UIAA-Gipfeldefinition Für die Definition der Viertausender-Gipfel der Alpen hat eine Kommission die Erhebungen bestimmt, welche als Gipfel gelten.

Für Erhebungen unter 4000 Meter gibt es keine vergleichbare Festlegung.

UIAA-Organisationen Zeitraum Organisation Kürzel 1991 bis 1999 Comité International du Ski-Alpinisme de Compétition CISAC 1999 bis 2008 International Council for Ski Mountaineering Competitions ISCM Seit 2008 International Ski Mountaineering Federation ISFM 1997 bis 2007 International Council for Competition Climbing ICC Seit 2007 International Federation of Sport Climbing IFSC

UIAA-Präsidenten mini|UIAA Generalversammlung in Genf 1936: 1. Kalbermatten SAC, 2. D’Arcis Präs. UIAA, 3. Dosio CAI, 4. Siogren Schweden, 5. Lory CAF, 6-8 Goetel, Klemensiewicz, Szatkowski Polen Eine chronologische Übersicht über alle Präsidenten seit Gründung: Amtszeit Nationalität Präsident Verband 1932–1964 Charles Egmond d’Arcis SAC 1964–1968 Edouard Wyss-Dunant SAC 1968–1972 Albert Eggler SAC 1972–1976 Jean Juge SAC 1976–1984 Pierre Bossus SAC 1984–1989 Carlo Sganzini SAC 1990–1995 Pietro Segantini SAC 1995–2004 Ian McNaught-Davis BMC 2004–2005 Alan Blackshaw BMC 2005–2006 Pierre Humblet  CMBEL 2006–2011 Mike Mortimer ACC 2011–2012 Jordi Colomer  FEDME 2012–2020 Frits Vrijlandt NKBV seit 2020 Peter Muir ACC

UIAA-Ehrenmitglieder mini|Medaille UIAA Ehrenmitglied

Eine chronologische Übersicht über alle Ehrenmitglieder: Seit Nationalität Ehrenmitglied Verband 1964 Charles Egmond d’Arcis SAC 1968 Edouard Wyss-Dunant SAC 1969 Hans von Bomhard DAV 1975 Ugo di Vallepiana CAI 1980 Guido Tonella CAI 1983 Franz Hiess VAVÖ 1987 Fritz Wiessner AAC 1990 Jaromír Wolf ČHS 1992 Sir Edmund Hillary NZAC 1995 Walter Bonatti CAI 1995 Pietro Segantini SAC 2000 Robbert Leopold NKBV 2001 Carlo Sganzini SAC 2002 Georges Moissidis EOOA 2002 William Lowell Putnam AAC 2003 Fritz März DAV 2003 Nassos Tzartzanos EOOA 2007 Jordi Pons Sanjines FEDME 2008 Pit Schubert DAV 2010 Kazuo Saitō JMA 2012 Ang Tshering NMA 2013 Claude Eckhardt FFCAM 2014 Tamotsu Nakamura JAC 2016 Reinhold Messner AVS 2019 Injeong Lee KAF 2020 Doug Scott BMC 2023 Frits Vrijlandt NKBV

UIAA-Mitgliedsorganisationen 2020 vertrat die UIAA rund 90 Mitgliedsorganisationen in 69 Ländern auf sechs Kontinenten. 52 – Europa 24 – Asien 6 – Nordamerika 5 – Südamerika 2 – Afrika 1 – Ozeanien 3 – internationale Organisationen