Die Ybbs () ist ein rechter Nebenfluss der Donau in Niederösterreich.
Name Im Jahr 837 („iuxta Ipusa flumen“) wurde die Ybbs erstmals urkundlich erwähnt. Der Name könnte sich vom keltischen *iṷo- „Eibe“ mit der Bedeutung „Bach mit Eiben“ ableiten.
Lauf und Landschaft
mini|links|Einzugsgebiet der Ybbs Die Quelle befindet sich in der Nähe von Mariazell an der niederösterreichisch-steirischen Grenze am Fuße des in den Ybbstaler Voralpen gelegenen Großen Zellerhutes. Der Fluss trägt anfangs den Namen Weiße Ois, nach etwa 5 km Fließstrecke heißt er dann Ois und zuletzt Ybbs, ungefähr ab Lunz am See bis zur Mündung in die Donau unterhalb des erhöht liegenden Stadtzentrums von Ybbs an der Donau.
Die Ybbs hat einen stark gewundenen Flussverlauf und fließt auf einer Länge von zirka 130 km von Süden in Richtung Norden durch das Ybbstal. Entlang des Flusses sind hauptsächlich metall- und holzverarbeitende Betriebe angesiedelt. Im Alpenvorland angelangt, ändert sie die Richtung und fließt nordöstlich zur Donau.
Die Ybbs hat ein Einzugsgebiet von 1290,7 Quadratkilometern.
Orte Die wichtigsten Orte entlang der Ybbs sind Lunz am See, Göstling an der Ybbs, St. Georgen am Reith, Hollenstein an der Ybbs, Opponitz, Ybbsitz, Waidhofen an der Ybbs, Sonntagberg, Kematen an der Ybbs, Amstetten und Ybbs an der Donau.
Nebenbäche Die wichtigsten Nebenbäche der Ybbs sind (Einzugsgebiet in Klammer) mit Mündungsort:
Wirtschaftliche Bedeutung Bis zu den 1980er Jahren war die Ybbs im Unterlauf eines der am stärksten verschmutzten Gewässer Österreichs. Durch Kläranlagen in den angrenzenden Städten (insbesondere Waidhofen und Amstetten) sowie hauptsächlich durch die Abwasserreinigung der Papierfabrik in Ulmerfeld-Hausmening und der Zellstoffproduktion in Kematen wurde die Verschmutzung drastisch reduziert.
Der Fluss wird auch zur Erzeugung von elektrischem Strom genutzt. Ein Teil des Stromes für Amstetten wird in einem Wasserkraftwerk der Ybbs produziert. In Kemmelbach knapp vor der Einmündung in die Donau wurde ein modernes Wasserkraftwerk errichtet, das Strom für die Stadt Ybbs und deren Umgebung produziert. Kraftwerke befinden sich auch in Opponitz (Wien Strom) sowie in Ybbsitz (Kraftwerk Gaissulz). Letzteres läuft seit 1937 und dient bis heute der Emaille- und Kochgeschirrfabrik Riess Kelomat zur Eigenversorgung. Voestalpine precision Strip GmbH in Böhlerwerk deckt mit ihren drei Kleinkraftwerken ca. 58 % des benötigten Strombedarfs ab.
Bei Amstetten betreibt Wien Energie seit 2016 das Wasserkraftwerk Hausmening mit einem jährlichen Regelarbeitsvermögen von 13.000 Megawattstunden.Wien Energie kaufte Ybbs-Wasserkraftwerk auf ORF Niederösterreich vom 24. Jänner 2016, abgerufen am 26. Jänner 2016. Früher wurde in Kemmelbach ein Werkskanal abgeleitet, mit dem ab den 1890er Jahren in Ybbs elektrischer Strom erzeugt wurde. Dadurch litt der Unterlauf der Ybbs besonders im Sommer an Wassermangel. Der Werkskanal wurde mittlerweile stillgelegt und samt Kraftwerk zugeschüttet.
Kraftwerke Die Kleinkraftwerke am Fluss haben eine Gesamtleistung von ca. 39 MW. Das mit Abstand leistungsstärkste Laufkraftwerk befindet sich in Opponitz.
+YbbskraftwerkeKraftwerkGemeindeBaujahrEngpassleistung [MW]Jahresarbeitsvermögen [GWh]MaschinensätzeEigentümerLunzLunz19060,552,55E-Werk Schweighofer GmbHWehr GöstlingGöstling1924,1995,20130,2190,71Wien EnergieOpponitz-MirenauOpponitz1924,1995,201412.3865,63Wien EnergieGaissulzYbbsitz1935,20161,9069,12RiessSchüttYbbsitz1904,20111,9809,42EVNSchwellödWaidhofen1923,1938,19981,587,4242EVNJubiläumswerkWaidhofen1900,19971,79,282EVNWinterwehrWaidhofen -1,385,351Stadt WaidhofenZentrale ISonntagberg -0,775,112voestalpineZentrale IISonntagberg -0,955,0581voestalpineZentrale VSonntagberg -0,764,822voestalpineBöhler ProfilSonntagberg -0,433,372voestalpine Böhler ProfilOismühleBiberbach1870,20071,56,852Oismühle WasserkraftKematenKematen -0,442,64MondiDorfmühleAllhartsberg1891,20032,67610,652EVNHausmeningAmstetten1924,20142,83132Wien EnergieWehr GreinsfruthAmstetten20100,51,31Stadtwerke AmstettenAmstettenAmstetten19013,49152Stadtwerke AmstettenKemmelbachNeumarkt an der Ybbs1898,20053142Wüsterstrom
Literatur Roman Josef Hödl: Die epigenetischen Täler im Unterlaufe der Flüsse Ybbs, Erlauf, Melk und Mank. In: LIV. Jahresbericht über das k. k. Staatsgymnasium im VIII. Bezirke Wiens für das Schuljahr 1903/1904. Wien 1904 (). Heinz Wiesbauer: Die Ybbs: Ein Fluss macht Geschichte. (Hrsg.: Amt d. NÖ Landesreg./Abt. Wasserbau, BMLFUW), Wien 2015, Neuausg. Verl. Bibliothek d. Provinz, Wien 2019, ISBN 978-3-99028-880-1. Franz X. Bogner: Die Ybbs von Oben. Im Luftbild: Vom Dürrenstein durch das Mostviertel zur Donau. Edition Winkler-Hermaden, Schleinbach 2023, ISBN 978-3-9505166-6-1.
Weblinks
Pegel bei Opponitz Pegel bei Amstetten-Greimpersdorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ybbstaler Alpen Kategorie:Gewässer im Bezirk Scheibbs Kategorie:Gewässer im Bezirk Amstetten Kategorie:Geographie (Waidhofen an der Ybbs) Kategorie:Gewässer im Bezirk Melk