Der Schweriner Fernsehturm ist ein 118,5 Meter hoher Sendeturm in Stahlbetonbauweise (vormals 138 Meter) im Stadtteil Neu Zippendorf der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin.
Geschichte mini|links|Blick vom Fernsehturm über den Großen Dreesch zum Schweriner See (1985)
Noch bevor ab 1971 das Plattenbaugebiet Großer Dreesch entstand, begann man 1957 mit dem Aufbau einer Funksendestelle in dem einstigen Waldgebiet des Stadtteils Zippendorf. Zweck dieser Einrichtung und weiterer in dieser Zeit entstandener Sendetürme in der DDR war der Aufbau eines Richtfunknetzes und ab 1969 die Abstrahlung des zweiten Fernsehprogramms des DDR-Fernsehens. Neben dem 1964 eröffneten, von Günther Kollmann (VEB IPRO Berlin) geplanten Fernsehturm entstanden der 273 Meter hohe Sendemast, über welchen ab dem 15. August 1957 der Deutsche Fernsehfunk und ab dem 1. Januar 1958 UKW-Programme ausgestrahlt wurden, die Technik und die Verwaltungsgebäude. Seit dem 1. Juli 1964 waren die Aussichtsplattform und das Turmcafé der Öffentlichkeit zugänglich. Die Sendetechnik war in den Etagen unter dem Café untergebracht.
Am 3. August 1973 wurde der Stahlgittermast an der Spitze des Turmes durch einen Zylinder aus Glasfaserpolyester (GFP) ersetzt. Nach der Wende ging der Funkbetrieb von der Deutschen Post der DDR an die Deutsche Bundespost über. Zu dieser Zeit wurden umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten am Bauwerk und der Technik notwendig, die Vorrang vor der gastronomischen Nutzung hatten, weswegen auch das Turmcafé von 1991 bis zum 28. November 1999 geschlossen war. Danach wurde ein besonderes Restaurant mit guter Aussicht auf die Schweriner Seenlandschaft durch die Melzer-Schwestern bis zum 25. November 2017 betrieben. Seit 2017 ist der Turm für die Öffentlichkeit geschlossen.
Heutiger Betreiber ist die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH. Die Funkdienste werden von den verschieden (Kommunikations) Firmen selbst verantwortet. Diese mieten sich in das Objekt ein.
Bauwerk und technische Daten Der im Gleitschalverfahren errichtete Schweriner Fernsehturm hat im Unterschied zu den meisten anderen Fernsehtürmen keinen kreisrunden, sondern einen Querschnitt in der Form eines Reuleaux-Dreiecks. Auch sein Turmkorb, in dem sich unter anderem das Restaurant befand, hat keine kreisrunde Form, sondern übernimmt die Form des Schaftes. Der Turm besteht aus Stahlbeton, der Aufsetzmast besteht aus einem 11,04 m langen Stahlmast und darauf einem 20 m langen Zylinderaufsatz aus glasfaserverstärktem Polyester. Im August 2025 wurde der GFK-Aufsatz demontiert. Die Höhe des Turmes wurde amtlich mit 118,5 m festgestellt, damit ist der Schweriner Fernsehturm weiterhin das höchste Bauwerk der Stadt. Die Turmkanzel ist mit Aluminium verkleidet. Die Umgebung des Fernsehturms liegt 72,4 Meter über dem Meeresspiegel. Das Fundament hat bis in eine Tiefe von 1,6 Metern einen Durchmesser von 12,6 Metern, bis 4,9 Metern Tiefe einen Durchmesser von 26 Metern und bis zu sechs Metern unter der Erde wieder einen Durchmesser von 12,6 Metern.
Auf dem Turm gibt es sechs Techniketagen in 75 bis 93,75 Metern Höhe und fünf Antennenplattformen in 60, 78,5, 82,5, 90 und 93,75 Metern. Der Aussichtsumgang befindet sich 97,5 Meter, das Café 100,8 Meter und die Maschinenräume 104,5 Meter über dem Boden. Die Wandstärke des Schafts beträgt bis in 20 Meter Höhe 33 Zentimeter und bis in 106,7 Meter 23 Zentimeter, der Schaftdurchmesser misst 12,6 Meter.
Neben der Verwendung für den Richtfunk nutzen auch Funkamateure den Turm für eine ATV-Relaisstation im 23-Zentimeter-Band.Website des VFDB-Ortsverbandes Schwerin (Z87)
Sender Schwerin-Zippendorf In unmittelbarer Nähe des Fernsehturms befindet sich ein zweiter Antennenträger (Stahlrohrmast) der Deutsche Funkturm GmbH, ein 273 Meter hoher, abgespannter und geerdeter Sendemast (). Nur von diesem Mast werden derzeit DAB+ sowie UKW-Hörfunk- und DVB-T2 HD Fernsehprogramme abgestrahlt. Dieser wird auch als Sender Schwerin-Zippendorf bezeichnet. Zu Zeiten der Deutschen Bundespost und Telekom intern wird die Sendestelle als Schwerin 4/41 bezeichnet.
Galerie
Frequenzen und Programme Analoger Hörfunk (UKW) Frequenz(MHz) Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP(kW) Antennen-diagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V) 89,2 NDR Kultur NDR_Kult D383 – 30 D (50–310°) H 90,1 0,8 D (310–330°) H 92,8 NDR 1 Radio MV NDR1_SN,NDR_1_MV D471 (regional),D371 Schwerin 30 D (50–310°) H 95,3 Deutschlandfunk Kultur Dlf_Kult D220 – 100 D (60–300°) H 98,5 NDR 2 _NDR_2__ D382 Mecklenburg-Vorpommern 100 ND H 99,5 N-Joy _N-JOY__ D385 – 2 D (310–180°, 210–280°) H 101,3 Schlager Radio (Deutschland) Schlager 1378 Mecklenburg-Vorpommern 100 D (210–180°) H 102,9 Radio Teddy _Radio__/_Teddy__ 1B2E Mecklenburg-Vorpommern 0,16 D (310–30°, 70–260°) H 103,9 Radio Paradiso PARADISO DA7A – 0,2 D (310–330°) H 105,3 NDR Info NDR_Info D384 Mecklenburg-Vorpommern 100 D (50–300°) H 106,3 Deutschlandfunk Dlf___ D210 – 2 D (310–180°, 210–260°) H 107,3 Ostseewelle _OSTSEE_ D379 West 100 D (50–270°) H
Digitales Radio (DAB / DAB+) Digitaler Hörfunk im DAB+-Standard wird seit dem 22. November 2011 ausgestrahlt. Die Verbreitung erfolgt in vertikaler Polarisation im Gleichwellennetz (Single Frequency Network) mit anderen Sendern. Ergänzend zum Programmangebot des Norddeutschen Rundfunks ist der erste bundesweite Multiplex am 16. Dezember 2011 und der von Antenne Deutschland betriebene zweite Multiplex am 18. Mai 2021 hinzugekommen. Seit diesem Zeitpunkt ist auch eine neue DAB+ Sendeantenne in ca. 250 m Höhe aktiv.
Block Programme(Datendienste) ERP(kW) Antennen-diagrammrund (ND)/gerichtet (D) Gleichwellennetz (SFN) 5CDR Deutschland(D__00188) DAB+ Block der Media Broadcast: 8 D (20–320°) 5DAntenne DE(D__00364) 8 D (20–320°) 12BNDR MV SN(D__00277) DAB+ Block des Norddeutschen Rundfunks 10 D (20–320°)
Digitales Fernsehen (DVB-T2) Die DVB-T2-Ausstrahlungen sind im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Standorten. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind frei empfangbar, die Privatsender werden, größtenteils verschlüsselt, über die DVB-T2 Plattform freenet TV ausgestrahlt.
Kanal Frequenz(MHz) Multiplex Programme im Multiplex ERP(kW) Antennendiagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H) /vertikal (V) Modulationsverfahren FEC Guardintervall Bitrate(MBit/s) Gleichwellennetz (SFN) 24 498 freenet TV ProSieben HD Sat.1 HD kabel eins HD ProSieben Maxx HD Sat.1 Gold HD sixx HD sport1 HD 50 ND H 64-QAM (32-k-Modus) 2/3 1/16 27,6 Schwerin-Zippendorf, Rostock-Toitenwinkel 26 514freenet TV WELT HD DMAX HD Eurosport1 HD Disney Channel HD nick HD / CC +1 HD VOXup HD bibel.TV (FTA) QVC (FTA) QVC 2 (FTA) HSE24 (FTA) 123.live (FTA) Shop LC (FTA) 50 ND H 64-QAM (32-k-Modus) 2/3 1/16 27,6 Schwerin-Zippendorf, Rostock-Toitenwinkel 36 594 ARD Digital Das Erste HD phoenix HD arte HD tagesschau24 HD one HD Radio: NDR Blue NDR Info Spezial NDR Kultur NDR Schlager 32 ND H 64-QAM (16-k-Modus) 1/2 19/128 18,2 Schwerin-Zippendorf, Rostock-Toitenwinkel, Garz(Rügen), Heringsdorf(Usedom) 44 658 freenet TV RTL HD RTL II HD Super RTL HD VOX HD n-tv HD RTL Nitro HD Tele 5 HD 50 ND H 64-QAM (32-k-Modus) 2/3 1/16 27,6 Schwerin-Zippendorf, Rostock-Toitenwinkel 46 674 Gemischter Multiplex von ZDF und freenet TV ZDF HD 3sat HD KiKa HD ZDFneo HD ZDFinfo HD freenet TV connect (HbbTV-Dienst mit mehreren Streams) 50 ND H 64-QAM (16-k-Modus) 3/5 19/128 22 Schwerin-Zippendorf, Rostock-Toitenwinkel, Garz(Rügen), Heringsdorf(Usedom) 29 538 ARD regional (NDR) NDR Fernsehen HD (Mecklenburg-Vorpommern) WDR Fernsehen (Köln) HD / NDR HD (Niedersachsen)(zeitw.) rbb Fernsehen Brandenburg HD MDR Fernsehen (Sachsen-Anhalt) HD / NDR HD (Schleswig-Holstein)(zeitw.) BR Fernsehen Süd HD / NDR HD (HH)(zeitw.) Radio: N-Joy NDR 1 MV SN NDR 2 NDR Info 32 ND H 64-QAM (16-k-Modus) 1/2 19/128 18,2 Schwerin-Zippendorf, Rostock-Toitenwinkel, Garz(Rügen), Heringsdorf(Usedom) Bis zum 25. April 2017 war folgender DVB-T-Nachlauf zu empfangen: Kanal Frequenz (MHz) Multiplex Programme im Multiplex ERP (kW) Antennendiagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H) /vertikal (V) Modulationsverfahren FEC Guardintervall Bitrate (MBit/s) Gleichwellennetz (SFN) 53 730 NDR (DVB-T alt) Das Erste NDR FS MVP NDR FS NDS ZDF 20 ND H 16-QAM (8-k-Modus) 2/3 1/4 13,27 Schwerin-Zippendorf
Digitales Fernsehen (DVB-T) Bis zum 28. März 2017 wurden folgende DVB-T-Pakete ausgestrahlt: Kanal Frequenz (in MHz) Multiplex Programme im Multiplex ERP (in kW) Antennen-diagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V) FernsehnormDVB-T/DVB-T2 Modulations-verfahren Video-kompression FEC Guard-intervall Bitrate [MBit/s] SFN mit 26 514 ARD Digital (NDR-Bouquet) Das Erste NDR Fernsehen Mecklenburg-Vorpommern rbb Fernsehen Brandenburg MDR Fernsehen Sachsen-Anhalt 50 ND H DVB-T 16-QAM MPEG-2 2/3 1/4 13,27 Schwerin-Zippendorf, Rostock-Toitenwinkel 53 730 ZDFmobil ZDF 3sat ZDFinfo KiKA (06–21 Uhr) / ZDFneo (21–06 Uhr) 50 ND H DVB-T 16-QAM MPEG-2 2/3 1/4 13,27 Schwerin-Zippendorf
Vom 31. Mai 2016 bis zum 28. März 2017 wurde ein (DVB-T2)-Multiplex-Kanal abgestrahlt. Die öffentlich-rechtlichen Sender waren frei empfangbar, die Privatsender wurden verschlüsselt über die DVB-T2 Plattform freenet TV ausgestrahlt. Kanal Frequenz (in MHz) Multiplex Programme im Multiplex ERP (in kW) Antennen-diagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V) FernsehnormDVB-T/DVB-T2 Modulations-verfahren Video-kompression FEC Guard-intervall Bitrate [MBit/s] SFN mit 55 746 DVB-T2 Pilotmux Das Erste HD ZDF HD RTL HD VOX HD SAT 1 HD PRO 7 HD 50 ND H DVB-T2 64-QAM HEVC 2/3 1/1627,60 Schwerin-Zippendorf, Rostock-Toitenwinkel
Analoges Fernsehen Bis zur Umstellung auf DVB-T am 6. Dezember 2005 wurden folgende Programme in der Fernsehnorm B/G PAL gesendet: Kanal Frequenz (MHz) Programm ERP(kW) Sendediagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V) 11 217,25 Das Erste (NDR) 90 ND H 29 535,25 NDR Fernsehen (Mecklenburg-Vorpommern) 450 ND H 54 735,25 ZDF 100 ND H
Siehe auch Liste der höchsten Gebäude der Welt Liste der Fernsehtürme und Sendeanlagen der Deutschen Telekom Liste bekannter Sendeanlagen Liste der DAB-Sender in Deutschland Liste von Aussichtstürmen in Mecklenburg-Vorpommern
Weblinks
Einzelnachweise
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