Der Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e. V. (VHB) ist ein in Köln eingetragener, gemeinnütziger Verein. Der Verband setzt sich aus rund 3.000 Mitgliedern zusammen, die wissenschaftlich auf dem Gebiet der Betriebswirtschaftslehre (BWL) forschen und lehren. Der VHB versteht sich als Vereinigung der deutschsprachigen BWL-Community. Die meisten Mitglieder stammen aus der Bundesrepublik Deutschland, aus Österreich und der Schweiz. Die Geschäftsstelle des Verbands befindet sich in Göttingen.
Verbandszweck ist gemäß Satzung die Weiterentwicklung und Förderung der Betriebswirtschaftslehre als Universitätsdisziplin.
Organisation Dem VHB gehören vor allem Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, Postdocs, Doktorandinnen und Doktoranden an.
Die wichtigsten Gremien:
Gesamtvorstand bestehend aus dem oder der für zwei Jahre gewählten Vorstandsvorsitzenden und dem Stellvertreter oder der Stellvertreterin als amtierender Vorstand i.S. des § 26 BGB, einem Schatzmeister sowie vier weiteren ordentlichen Vorstandsmitgliedern Wissenschaftliche Kommissionen Bankbetriebslehre und Finanzierung Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Controlling, Rechnungswesen und Prüfung Dienstleistungsmanagement Hochschulmanagement Internationales Management Logistik Marketing Nachhaltigkeitsmanagement Öffentliche Betriebswirtschaftslehre Operations Research Organisation Personal Produktionswirtschaft Strategisches Management Technologie, Innovation und Entrepreneurship Wirtschaftsinformatik Wissenschaftstheorie und Ethik in der WirtschaftswissenschaftWissenschaftliche Kommissionen: Wissenschaftliche Kommissionen
Arbeitsgruppen Angewandte BWL / VWL im Wirtschaftsprüfungsexamen Geschichte des VHB und Ideengeschichte der BWL Nachwuchs Open Science ProDok FacultyArbeitsgruppen
Unterstützt wird die Arbeit der Gremien von der Geschäftsstelle mit Sitz in Göttingen.
Tätigkeitsfelder Der VHB steht für Wissenschafts- und Nachwuchsförderung, setzt sich für mehr betriebswirtschaftliches Wissen in der Öffentlichkeit ein und betreibt eine Open-Access-Zeitschrift, in der sich alle Bereiche der BWL wiederfinden. Die fachliche Arbeit findet hauptsächlich in den insgesamt 19 Wissenschaftlichen Kommissionen statt. Ziel des VHB ist die Weiterentwicklung und Förderung der BWL als gesellschaftlich relevante, international anschlussfähige und zukunftsweisende Wissenschaftsdisziplin. 1921 gegründet ist der VHB heute mit rund 3.000 Mitgliedern die führende wissenschaftliche Vereinigung der Betriebswirtschaftslehre im deutschsprachigen Raum.
Die folgenden Veranstaltungsformate, Aktivitäten und Projekte stehen im Mittelpunkt:
VHB-Tagung Die im Zwei-Jahres-Rhythmus jeweils im März stattfindende VHB Tagung dient dem wissenschaftlichen Dialog, der Diskussion betriebswirtschaftlicher, wissenschafts- und hochschulpolitischer Fragen, sowie der persönlichen Begegnung der Verbandsmitglieder. VHB Tagungen: VHB Tagungen Der wissenschaftliche Teil der VHB Tagung findet jeweils unter einem Generalthema statt. Im offenen Teil finden Diskussionen zu aktuellen Themen mit Bezug zur BWL in fachspezifischen und disziplinübergreifenden Formaten statt.
VHB ProDok Das VHB ProDok-Angebot besteht aus jährlich bis zu 40 Kursen, die größtenteils in regelmäßigem Rhythmus angeboten werden. Es beinhaltet sowohl allgemeine Methodenkurse, als auch spezialisierte Module in Accounting, Finance, Management, Marketing, Operations und Business and Information Systems Engineering. Die Formate reichen von Präsenz- über hybride Kurse bis hin zu reinen Digital-Angeboten. Die Kurse sind regelmäßig für 15–20 Teilnehmende konzipiert und entsprechen einem Umfang von sechs LP/ECTS.VHB ProDok: VHB ProDok Die inhaltliche Gestaltung und Qualitätssicherung obliegt der Arbeitsgruppe ProDok-Faculty in Abstimmung mit dem Vorstand. ProDok-Faculty: ProDok-Faculty
VHB Forum Die interdisziplinäre Online-Reihe VHB Forum beleuchtet wichtige Zukunftsfragen: Wie können wirtschaftliche Mechanismen gesellschaftlichen Fortschritt fördern? Welche Rolle spielt BWL für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit oder digitale Transformation? Wie wird das Fach, seiner wirtschaftlichen Bedeutung entsprechend, gesellschaftlich besser wahrgenommen? Mit wechselnden Podiumsgästen aus Wissenschaft, Medien, Politik und Zivilgesellschaft diskutiert der VHB, wo Betriebswirtschaftslehre heute und morgen ansetzen kann, damit ihre Angebote und Expertise gehört werden. Das VHB Forum findet online statt und ist offen für alle Interessierten.
Auf einen Kaffee mit … Die Reihe “Auf einen Kaffee mit …” behandelt Themen aus Forschung, Lehre, Wissenschafts- und Hochschulpolitik. Sie dient in erster Linie dem Austausch innerhalb der Community, interessierte Gäste sind willkommen. Das Format findet online statt. Wechselnde Gastgeberinnen und Gastgeber Gendern: In diesem Eintrag wird gelegentlich das generische Maskulinum verwendet. Gemeint sind alle Geschlechter. Wo immer möglich, werden die weibliche und männliche Form nebeneinander geschrieben. Wikipedia bezeichnet andere inklusive Schreibweisen wie Gendergap, Genderstern, Gender-Doppelpunkt etc. als unerwünscht. aus dem VHB setzen aktuelle Themen auf die Tagesordnung und laden ausgewiesene Expertinnen und Experten zum Gespräch ein.
VHB Nachwuchsbarometer Die VHB-Nachwuchsbefragungen richten sich an Doktorandinnen und Doktoranden und Postdocs, sowie Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren der Betriebswirtschaftslehre im deutschsprachigen Raum. Über die Befragung wird ein breites Stimmungsbild erfasst, das über die Grenzen der Hochschulen und Teildisziplinen hinausgeht. Ziel des VHB ist, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in ihrer Entwicklung bestmöglich zu fördern. Die Ergebnisse der Befragungen helfen dabei, die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses zu erfassen und Zukunftsperspektiven einzuschätzen.
VHB experts Zur Förderung der Öffentlichkeitsarbeit für die wissenschaftliche BWL stellt der VHB seine Expertendatenbank öffentlich bereit. Mehr als 350 Expertinnen und Experten aus den insgesamt 19 Wissenschaftlichen Kommissionen stehen Interessenten aus Medien, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit für konkrete Recherchen, sowie für Austausch und Diskussion zur Verfügung.
SBUR Schmalenbach Journal of Business Research Die gemeinsam mit der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft herausgegebene SBUR (Schmalenbach Journal of Business Research) führt die Tradition der bisherigen Zeitschriften der beiden Gesellschaften, Business Research (BuR) und Schmalenbach Business Review (SBR) fort. Beiträge durchlaufen einen Double Blind Peer Review. Sie decken sämtliche Disziplinen der Betriebswirtschaftslehre ab. SBUR erscheint im Open Access und in englischer Sprache.SBUR Schmalenbach Journal of Business Research: SBUR Schmalenbach Journal of Business Research
VHB Rating 2024 für Publikationsmedien Das VHB Rating 2024, veröffentlicht am 18. April 2024, bietet einen Qualitätsrahmen für Publikationsmedien der Betriebswirtschaftslehre im deutschsprachigen Raum. Es umfasst die Teilratings der 18 Wissenschaftlichen Kommissionen des VHB, die wissenschaftliche Qualität und weitere Kriterien aus ihrer Sicht bewerten.VHB Rating 2024: VHB Rating 2024Alexander Dilger: Gesamtliste zum VHB Rating 2024 Discussion Papers of the Institute for Organisational Economics 8/2025, University of Münster, Institute for Organisational Economics, RePEc https://doi.org/10.17879/62958680279
Der VHB veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen seit dem Jahr 2003 eigene Zeitschriftenratings.
Geschichte
Kurzfassung Die Gründung des Verbands erfolgte in einer Phase der institutionellen Etablierung der Betriebswirtschaftslehre als eigenständige Hochschuldisziplin. Zu den Initiatoren gehörten unter anderem Heinrich Nicklisch, Ernst Pape und Fritz Schmidt. Auch Eugen Schmalenbach gehörte früh zu den prägenden Persönlichkeiten des Verbands. Die erste Entwicklungsphase von 1921 bis 1930 war eng mit der Konsolidierung der BWL an deutschen Hochschulen verbunden. Zwischen 1933 und 1948 ruhte die Verbandstätigkeit weitgehend. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verband 1948 zunächst informell und 1949 offiziell als „Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft“ wiedererrichtet. Seit 1950 fanden regelmäßige Jahrestagungen statt, die im Jahr 2022 in einen zweijährigen Rhythmus überführt und vom ursprünglichen Termin um Pfingsten in den März verlegt wurden.
Ausführliche Fassung Der Verband wurde am 26. November 1921 als Verband der Dozenten für Betriebswirtschaftslehre an deutschen Hochschulen mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Die erste Tagung der Dozenten für Betriebswirtschaftslehre fand zu Pfingsten 1914 in Leipzig statt. Die Geschichte des Verbandes kann in fünf Abschnitte eingeteilt werden. Die Initiative zur Gründung ging von Heinrich Nicklisch, Ernst Pape und Fritz Schmidt aus. Bald wurde Josef Hellauer Mitglied des Verbandes, und nachdem Eugen Schmalenbach dazu kam, blieb der Vorstand mit Nicklisch, Schmalenbach und Schmidt bis 1933 unverändert. Mit dem Aufbau des Dozentenverbandes war die Konsolidierung der Betriebswirtschaftslehre als Hochschuldisziplin aufs Engste verbunden. Nicklisch, Schmalenbach und Schmidt bildeten gemeinsam in der ersten Entwicklungsphase von 1921 bis 1933 für ungefähr ein Jahrzehnt nicht nur den Vorstand des Verbandes, sie festigten auch zusammen mit einer Reihe weiterer Hochschullehrer der Betriebswirtschaftslehre die Position dieser Disziplin im Fächerkanon der Wissenschaften.
Der zweite Abschnitt in der Verbandsgeschichte ist von 1933 bis 1948 zu datieren. Während man bislang davon ausging, dass die Verbandsarbeit in dieser Periode vollständig ruhte, fand man nun auf der Grundlage neu entdeckter Dokumente heraus, dass es sehr wohl einige Aktivitäten in dieser Zeit gab, z. B. sogar eine Pfingsttagung im Jahr 1938. (Verweis auf Publikation?) Die dritte Phase dauerte von der Wiedererrichtung des Verbandes bis ungefähr 1970. Am 22. und 23. Oktober 1948 fand auf Anregung von Rudolf Seyffert in den Trümmern der Universität Frankfurt am Main das erste Treffen nach dem Zweiten Weltkrieg statt; daran nahmen 35 Verbandsmitglieder teil. Die Versammlung entschied sich für die Wiedererrichtung des Verbandes der Dozenten für Betriebswirtschaftslehre in vorläufig loser Form eines Trefftages. Bei der nächsten Zusammenkunft am 10. August 1949 wurde beschlossen, den Verband zunächst in Form eines nicht eingetragenen Vereins unter dem Namen Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre fortzuführen. Auf dieser Tagung wurden Eugen Schmalenbach und Fritz Schmidt zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ab 1950 wurden die Jahrestagungen des Verbands – einer alten Tradition folgend – wieder in der ersten Woche nach den Pfingstfeiertagen durchgeführt. Auf der Tagung 1950 wurde beschlossen, die Satzung des Verbandes aus seinen Gründerjahren mit einigen den Namen und die Mitgliedschaft betreffenden Ergänzungen wieder in Kraft zu setzen. Seit 1952 wurden die Kontakte zu Fachwissenschaftlern des Auslandes wieder aufgenommen. Die Mitglieder der Vereinigung schweizerischer Betriebswirtschaftler, soweit sie Hochschullehrer waren, traten anlässlich einer Tagung in St. Gallen 1971 in den Verband ein.