mini|Dorfansicht von Westen mini|Evangelisch-Lutherische Kirche St. Wendelin
Lehengütingen ist ein Gemeindeteil des Marktes Schopfloch im mittelfränkischen Landkreis Ansbach in Bayern. Die Gemarkung Lehengütingen hat eine Fläche von 3,732 km². Sie ist in 487 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7662,55 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Lehenbuch.
Geographie Das Pfarrdorf liegt 0,5 km östlich von der Wörnitz und ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. 0,5 km nordöstlich befinden sich das Pfarrhölzchen und der Häcker- und Hackenweiher, 0,5 km südlich liegt das Froschholz. Die Bundesstraße 25 führt nach Schopfloch (1,8 km nördlich) bzw. nach Dinkelsbühl (4,1 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dickersbronn (1,1 km östlich) und nach Waldhäuslein (1,8 km westlich). Westlich des Ortes verläuft die Bahnstrecke Nördlingen–Dombühl.
Geschichte 1488 wurde eine Kapelle errichtet, die dem heiligen Wendelin und Sixtus geweiht wurde. 1494 wurde für die Kapelle von der Bevölkerung eine ewige Messe gestiftet. Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach übten das Kirchenpatronat aus und setzten in Lehengütingen 1524 den ersten evangelischen Pfarrer ein.G. Stieber: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach, S. 551.
Die Fraisch über Lehengütingen wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Feuchtwangen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen beansprucht. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihre Anwesen geltend machen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Feuchtwangen. 1732 gab es 13 Anwesen. Außerdem gab es 1 Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus und 1 Hirtenhaus. Grundherren waren das Kastenamt Feuchtwangen: 1 Gut, 1 Gütlein (die Abgaben gingen an die Pfarrei Lehengütingen); das Klosterverwalteramt Auhausen des Oberamtes Wassertrüdingen: 3 Halbhöfe, 1 Gütlein, 1 Häuslein; das Oberamt Dürrwangen: 1 Gütlein; die Reichsstadt Dinkelsbühl: 1 Hof, 1 Halbhof, 2 Gütlein; 1 Tafernwirtschaft mit Back- und Braurecht war Freieigen.Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Lehengütingen (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de).
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es weiterhin 13 Anwesen zuzüglich der kommunalen und kirchlichen Gebäude. Die grundherrliche Verteilung sah wie folgt aus: Fürstentum Ansbach (Kastenamt Feuchtwangen: 1 Schmiede, 1 Häuslein; Klosterverwalteramt Auhausen: 1 Halbhof, 2 Lehengüter, 1 Lehengütlein) Fürstentum Oettingen-Spielberg (Oberamt Dürrwangen: 1 Gütlein) Reichsstadt Dinkelsbühl (Reichalmosenpflege: 1 Hofgut; Spital: 1 Hofgut; die dinkelsbühler Bürger Bühlmeyer und Rothmund: 1 Hofgut) Freieigen (1 Taverne mit Back- und Braurecht).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 438. (= J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 310.) Hiernach gab es 13 Untertansfamilien, von denen 9 feuchtwangisch waren.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 569.
1806 kam Lehengütingen an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Lehengütingen dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Schopfloch zugeordnet. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Lehengütingen. Zu dieser gehörten Dickersbronn, Flinsberg, Franzenmühle, Froschmühle, Gersbronn, Goschenhof, Hellenbach, Kemmleinsmühle, Köhlau, Lehenbuch, Lohe, Neuses und Pfaffenhof.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 532. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden vier Ruralgemeinden gebildet: Dickersbronn mit Franzenmühle und Köhlau Hellenbach mit Froschmühle, Gersbronn, Kemmleinsmühle, Lohe und Pfaffenhof Lehengütingen mit Lehenbuch Neuses mit Flinsberg und Goschenhof.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 537f. Die Gemeinde Lehengütingen war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,754 km². Am 1. Juli 1970 wurde diese nach Schopfloch eingemeindet. Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Lehengütingen an den Landkreis Ansbach.
Baudenkmäler evangelisch-lutherische Pfarrkirche, ehemalige Chorturmkirche des 15. Jahrhunderts mit angefügtem Langhaus im Stil der Neurenaissance von 1878/81; mit Ausstattung Haus Nr. 3: Pfarrhaus, zweigeschossiger Walmdachbau mit Rundbogenportal und seitlichem eingeschossigem Remisenanbau, bezeichnet 1915 Gasthaus zur Goldenen Krone; vermutlich noch 17. Jahrhundert. Zweigeschossig, mit steilem Satteldach, traufseitig vorkragendes Obergeschoss (drei zu vier Fenster) und Giebel verputztes FachwerkA. Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl, S. 165. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Bodendenkmal Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Pfarrkirche
Einwohnerentwicklung Gemeinde Lehengütingen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 173 202 198 170 195 185 184 181 189 190 192 184 174 187 197 208 188 184 168 237 217 197 182 172HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 31 35 35 37 36 35 40 33 35 Quelle Für die Gemeinde Lehengütingen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Lehenbuch (S. 53).
Ort Lehengütingen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 116 147 136 127 121 125 140 162 140 137 219Häuser 22 25 27 25 30 25 26 53Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Wendelin und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Georg (Dinkelsbühl) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Schopfloch, Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1809 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach