mini|Axel Schultes Axel Schultes (* 17. November 1943 in Dresden) ist ein Architekt und Stadtplaner aus Berlin.
Leben Schultes studierte von 1963 bis 1969 an der Technischen Universität Berlin Architektur. Nach dem Studium gründete er 1972 mit Dietrich Bangert, Bernd Jansen und Stefan Jan Scholz das Architekturbüro BJSS. Anfang 1992 gründete er mit Charlotte Frank, mit der er seit 1987 bei BJSS zusammengearbeitet hatte, sowie Christoph Witt das Büro Axel Schultes Architekten.
Seit 2000 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin und lehrt seit 2003 er an der Kunstakademie Düsseldorf, Fachbereich Baukunst.
Mit dem städtebaulichen Entwurf für die künftige Gestaltung und Lage der Bundesbauten im Spreebogen gewannen Axel Schultes Architekten vor 834 weiteren Arbeiten den städtebaulichen Wettbewerb. Das Band des Bundes, das die Spree zweimal in ost-westlicher Richtung überquert, sollten Ost- und West-Berlin gleichsam verklammert und die Teilung Deutschlands so auch baulich überwunden werden. In den Folgeausschreibungen gewannen Schultes und Frank auf Basis ihres städtebaulichen Entwurfs den Architekturwettbewerb für das Bundeskanzleramt, das 2001 fertiggestellt wurde.
Schultes unterzog später das Projekt im Politmagazin Cicero einer Fundamentalkritik. So bemängelte er, dass die zugrundeliegende Idee der Vereinigung der beiden Stadtteile Ost- und West-Berlins misslungen sei. Es sei nicht zur Synthese gekommen, die die Wiedervereinigung auch städtebaulich umsetzen wollte. Schultes bezeichnete das Areal in Hinsicht auf den bisherigen Verzicht auf das Bürgerforum als Stückwerk, in der das Kanzleramt als vereinzelte „Sphinx mit abgeschlagenen Händen“ nicht in dem eigentlichen Konzept entsprechend umgesetzt wurde. Die Konsequenz betitelte er als „Verrat an der Republik“. Vor allem nach der Planungsphase unter Helmut Kohl, in der ihm große Freiheiten gewährt worden seien, habe er Probleme durch Gerhard Schröders Kulturstaatsminister bekommen, der zu sehr den Einfluss Kohls gesehen habe. Ebenso kritisierte er das Holocaust-Mahnmal und die Planungen zum Berliner Schlossplatz. „Das Holocaust-Denkmal befindet sich an einem Unort, ohne räumliche, ohne geschichtlich vermittelbare Dimension, ohne Stille – mit Würstchenverkauf und Goethe-Denkmal“. Das Schloss wiederum sei zu einem kontextlosen Torso degradiert., in: Cicero, Januar 2007
Projekte Ausgeführte Projekte Als Partner bei BJSS
Mit Charlotte Frank 1992–1993: Wettbewerbsbeitrag Bundesbauten Spreebogen, Berlin 1993: Büropark am Welfenplatz, Hannover 1995–2001: Bundeskanzleramt, Berlin 1997–1998: Krematorium Berlin-Baumschulenweg 2000: Geschäftshochhaus Haus Knauthe, Büro- und Wohngebäude am Leipziger Platz, Berlin 2005: Haus Ackermann, Köln 2009: U-Bahnhof Bundestag der Linie U5, Berlin
Bundeskanzleramt Berlin
Kunstmuseum Bonn
Krematorium Berlin
Im Bau Südbrücke Spreebogen, Berlin „Galileo“-Kontrollzentrum, Oberpfaffenhofen bei München Neubebauung am Schinkelplatz/Werderscher Markt, Berlin
Nicht ausgeführte Wettbewerbsbeiträge Als Partner bei BJSS
Mit Charlotte Frank 1992: Erweiterung der Tabakmoschee Yenidze, Dresden 1993: Reichstagsgebäude, Berlin 1993: Köthener Straße, Berlin 1993: Hindenburgplatz, Münster 1994: Neues Museum, Berlin 1994: Spreeinsel, Berlin 1994: Stadtquartier Lehrter Bahnhof, Berlin 1994: Bundespräsidialamt beim Schloss Bellevue, Berlin 1994: Berliner Volksbank 1994: Gewerbepark am Borsigturm, Berlin 1995: Schweizerische Botschaft in Berlin 1997: Neues Museum, Berlin 1999: Gedenkstätte Station Z, Sachsenhausen 1999: Villa Am Kleinen Wannsee, Berlin 1999: Axel Springer Medien Center, Berlin 1999: Telekom Shopping Center, Stuttgart 1999: Kongresszentrum „Neue Terrasse“, Dresden 2000: Krematorium Waldfriedhof, Aalen 2000: Pergamon-Museum, Berlin 2000: St. Jakobsplatz, München 2000: Atelier Neumarkt, Dresden 2002: Deutsche Botschaft, Warschau 2002: The Grand Egyptian Museum, Gizeh 2003: Magdeburger Hafen, Hafencity Hamburg 2003: Unter den Linden Bürogebäude Berlin 2003: Universität von Sydney – Campus 2004: Kompetenzzentrum Handwerkskammer Hamburg 2004: Lebanese Canadian Bank, Beirut
Auszeichnungen 1999 Architekturpreis Beton, Krematorium Baumschulenweg 2000 Architekturpreis, BDA Berlin, Krematorium Baumschulenweg, Auszeichnung 2001 Deutscher Architekturpreis, Krematorium Baumschulenweg, Auszeichnung 2002 Großer DAI-Preis für Baukultur des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine 2003 Deutscher Architekturpreis, Entwurf und die Ausführung des Bundeskanzleramtes; gemeinsam mit Charlotte Frank 2014 Großer BDA-Preis
Literatur Charlotte Frank (Hrsg.): Axel Schultes in Bangert Jansen Scholz Schultes, Berlin 1992, ISBN 3-433-02328-X. Charlotte Frank (Hrsg.): Axel Schultes Kunstmuseum Bonn, Ernst und Sohn Berlin 1994, ISBN 3-433-02425-1. Axel Schultes, Charlotte Frank: Kanzleramt Berlin, Stuttgart/London 2001, ISBN 3-930698-89-7. Joannah Caborn: Architekt Axel Schultes Abkehr von der Abwehr. In: Joannah Caborn: Schleichende Wende. Diskurse von Nation und Erinnerung bei der Konstituierung der Berliner Republik. Unrast-Verlag, Münster 2006, ISBN 3-89771-739-5. Axel Schultes: Ich will einen Ort des Gleichgewichts. Die Entscheidung: Wo der Kanzler im 21. Jahrhundert residieren wird. FAZ v. 29. Juni 1995. In: Joannah Caborn: Schleichende Wende. Diskurse von Nation und Erinnerung bei der Konstituierung der Berliner Republik. Unrast-Verlag, Münster 2006, ISBN 3-89771-739-5 (Diskursanalytisch betrachtet von J. Caborn).
Weblinks
Axel-Schultes-Sammlung im Archiv der Akademie der Künste, Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Kunstakademie Düsseldorf) Kategorie:Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Architekt (Dresden) Kategorie:Stadtplaner (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Mann